Mehrere Jungstörche haben den Sommer im Kreis Stade nicht überlebt. Symbolfoto: Jens Büttner/dpa
Tiere untersucht

Sorge um junge Störche im Kreis Stade: Mehrere Vögel verstorben

12.07.2021

KREIS STADE. Tierschützer machen sich derzeit Sorgen um die Störche im Kreis Stade. Mehrere Jungtiere haben den Sommer nicht überlebt.

In mehreren Dörfern zwischen Balje und Bliedersdorf sind in den vergangenen Wochen tote Jungstörche gefunden worden. Nun scheint die Todesursache gefunden zu sein.

Zwei der toten Jungstörche ließ das Veterinäramt des Landkreises Stade beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) untersuchen. Nach ersten Ergebnissen sind die Jungvögel offenbar verhungert.

Der ehrenamtliche Storchenbetreuer Gert Dahms hatte Ende Juni beim Naturschutzamt des Landkreises Stade Alarm geschlagen: Bei Kontrollen von Storchenhorsten hatte er im Land Kehdingen (Stadermoor, Drochtersermoor und Barnkrug), aber auch auf der Geest (Mulsum und Bliedersdorf), zunächst neun tote Jungstörche entdeckt. Es handelte sich nach Dahms' Angaben um drei bis vier Wochen alte Vögel, die in diesem Alter normalerweise gute Überlebenschancen hätten.

Weitere tote Vögel gefunden

Inzwischen sind weitere Verluste bekannt, so etwa drei tote Jungstörche aus einem Horst am Naturkundemuseum Natureum Niederelbe in Balje, wie dessen Leiter Lars Lichtenberg feststellte. Die Zahl der toten Störche kann noch höher sein, da nicht alle Horste überprüft werden konnten.

Das Storchenjahr hatte im Landkreis Stade eigentlich gut begonnen. Mit rund 70 Storchenpaaren auf Nestern, so Naturschutzamtsleiter Dr. Uwe Andreas, lag die Zahl um 15 höher als im vergangenen Jahr.

Ein Veterinär des LAVES diagnostizierte bei den zwei zur Obduktion überlassenen Jungstörchen neben bakteriellen Befunden eine "vollständige körperliche Auszehrung" und "typische morphologische Befunde des Verhungerns". Meldungen über tote Jungstörche mit ähnlichen Symptomen "sind in diesem Jahr aus ganz Niedersachsen bekannt", wie der Landkreis Stade mitteilt. "Trockene Monate einerseits, andererseits Regengüsse, die Storchenhorste unter Wasser setzen können, mögen dazu beigetragen haben."

Es fehlt den Jungstörchen an Nahrung

Naturschutz-Amtsleiter Andreas bilanziert: "Die Befunde zeigen jedenfalls, dass es für die Jungstörche gerade unter extremen Witterungsverhältnissen an Nahrung wie zum Beispiel Fröschen gefehlt hat. Ursache dafür ist vor allem der Verlust von Feuchtwiesen und Gewässern in der Landschaft."

Zahlen von vor mehreren Jahrzehnten geben Anlass zur Sorge: 1936 gab es im Landkreis Stade 336 Storchenpaare, die 802 Jungvögel aufzogen. Im vergangenen Jahr lag die Zahl bei 55 Paaren. Nur 113 Jungstörche wurden flügge.

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