Sorgen um radioaktive Strahlung: Einwände zum AKW-Abbau in Brokdorf
KREIS CUXHAVEN / BROKDORF. Es gibt Einwände zum AKW-Abbau in Brokdorf. Aktionsbündnis, Landvolk, Wasserverbände und Kirche stellen gemeinsame Forderungen auf.
Der geplante Rückbau des Atomkraftwerkes Brokdorf beschäftigt weiterhin diesseits der Elbe. Es macht sich Besorgnis breit, dass dabei zuviel radioaktive Strahlung frei gesetzt wird, die möglicherweise zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen könnte.
Trotz der in die Sommerferien gelegten Einwendungsfrist formiert sich breiter Widerstand gegen die Art der Beantragung. Größtmöglicher Schutz vor Strahlung, Nutzung neuester Technik sowie Einbeziehung von Umweltverbänden sieht der Forderungskatalog diesseits der Elbe vor.
Gemeinsame Forderung
Das Aktionsbündnis für verantwortungsvollen AKW-Rückbau Cuxhaven/Otterndorf mit seinen drei Sprecherinnen Dr. Silke Eulenstein, Dr. Gisela Penteker und Elke Roskosch-Buntemeyer hat das Landvolk Land Hadeln-Cuxhaven, die Wasser- und Bodenverbände Otterndorf und die evangelische Kirchengemeinde St. Severi in Otterndorf zu einer gemeinsamen Stellungnahme gegenüber der Atomaufsichtsbehörde bewegen können.
Das Schreiben lehnt sich inhaltlich an die bereits von Samtgemeindebürgermeister Harald Zahrte formulierte Einwände an. Adressat der Bedenken in einem gemeinsamen Schreiben war das zuständige Schleswig-Holsteiner Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung.
Inhaltlich geht es den hiesigen Institutionen darum, dass die Genehmigungsbehörde alles unternehmen müsse, um eine mögliche Beeinträchtigung der Menschen und Umwelt bei der Prüfung der beantragten Stilllegung und Abbau des Atomkraftwerkes Brokdorf auszuschließen. Im Zuge des geplanten Rückbaus verlangen sie eine deutliche Reduzierung der Grenzwerte für die Einleitung von radioaktiven Stoffen über den Wasserpfad in die Elbe.
Moderne Filtertechnik
Zudem fordern sie die Anwendung bester Filtertechnik, um aufgeführte hohe Grenzwerte für radioaktive Stoffe zu reduzieren. Diese beantragten Grenzwerte entsprächen bisher genehmigten Werten aus dem Leistungsbetrieb, obwohl diese Grenzwerte in den zurückliegenden Jahren nur zu einem Bruchteil ausgeschöpft worden seien, heißt es in ihrer Begründung. Die hiesigen Akteure berufen sich ausdrücklich auf die erzielte Reduzierung der Einleitungswerte für radioaktive Stoffe im Verfahren Brunsbüttel. Dabei war es - nach erheblichen Protesten und Unterschriften - zu einer Einigung zwischen der Atomaufsicht, dem Kernkraftwerk Brunsbüttel/Vattenfall und zahlreicher Umweltverbänden gekommen.
Nun setzt das Aktionsbündnis mit seinen Unterstützern auf eine Übertragung der Ergebnisse zur Reduzierung der Einleitungswerte und Etablierung einer Begleitgruppe auch für den Rückbau des AKW Brokdorf.
Breite eigene Unterstützung gegen die Art der Rückbau-Pläne, Sorge vor zu hohen Einleitungswerten sowie die Errichtung einer Art Zwischenlager auf dem Kraftwerksgelände gab es seitens der BUND-Kreisgruppe Cuxhaven. Sie hat sich mit umfangreichen Stellungnahmen ans Kieler Ministerium gegen gewandt.