"Speedy Hemmoor": Hamburger SV erinnert an seinen Edel-Fan
HEMMOOR. Heiko "Speedy" Grantz war ein Fußballverrückter durch und durch. Der Hamburger SV hatte es ihm von klein auf angetan. Er entwickelte sich zum Edel-Fan. Im Dezember ist der Hemmoorer gestorben.
Auch in sportlich düsteren Zeiten hielt er seinem Verein die Treue, aber mit Kritik an Vereinsführung oder Spielern sparte er dennoch nicht. Erst im vergangenen Jahr wetterte er nach dem Verpassen des Aufstiegsrelegationsplatzes gegen die Mannschaft: "Die Spieler haben doch gegen den Trainer Thioune gespielt, nachdem der sich mit Bobby Wood überworfen hatte. Das sind doch alles Söldner!" Und auch die Vereinsführung bekam ihr Fett weg: "Das ist doch ein Gurkenverein. Der HSV ist mittlerweile genauso ein Gurkenverein wie der 100 Kilometer weiter entfernt in der verbotenen Stadt."
Viel zu früh verstorben
Bei allen harschen Worten von Heiko Grantz, seine Liebe zum HSV hielt bis zum Ende seiner Tage - und das Ende kam viel zu früh. Der 1969 geborene "Speedy" ist am 9. Dezember vergangenen Jahres gestorben. Dabei hatte er noch kurz zuvor Pläne geschmiedet, sogar ein Umzug in die Schweiz aus gesundheitlichen Gründen spielte dabei eine Rolle. Grantz hatte 1986 eine Leber transplantiert bekommen, die später versagte und 2000 durch eine weitere ersetzt wurde. 1988 erhielt er außerdem eine neue Niere, die nun von seinem Körper abgestoßen worden sei, wie sein Vater Heino berichtet.
Abschied im Krankenhaus
Die Anteilnahme war enorm. Der Verstorbene war schließlich bekannt wie ein bunter Hund in der Fußballszene. Aber auch viele Hemmoorer gedachten "Speedys", schließlich war er auch aktiv im Schützenverein und beim Rauch- und Unterstützungsclub. Die Trauerfeier in der Christuskirche zu Warstade war bewegend. Das bestätigte auch Andreas Witt, Fanbeauftragter des HSV, der zusammen mit Alexander Iwan vom HSV-Museum jetzt zu Besuch im Hemmoorer Kastanienweg war. "Speedy war ein super Typ. Wer kannte ihn nicht?", erklärt Witt.
Besondere Persönlichkeit
"Wir wollen auch in Zukunft uns an Speedy erinnern, über ihn schmunzeln", deutet Witt eine Neuerung im Museum an. Die Corona-Zeit hätten die Verantwortlichen nämlich dazu genutzt, etwas Neues zu entwickeln. "Wir haben eine traditionsreiche Fanszene mit schillernden Figuren, und dazu zählte Speedy eindeutig. Wir wollen die Erinnerungskultur größer machen, englische Klubs sollen dafür Vorbild sein."
Gedenktafel im HSV-Museum
Seeler-Stiftung
- Uwe Seeler hat 1996, anlässlich seines 60. Geburtstag, Überlegungen angestellt für eine eigene Stiftung. Hamburgs Ehrenbürger gründete die nach ihm benannte gemeinnützige Stiftung.
- Ausschließlicher und unmittelbarer Zweck der Stiftung ist die selbstlose Unterstützung von Personen, die infolge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustandes auf die Hilfe anderer angewiesen sind, unverschuldet in Not geraten und auf Soforthilfe angewiesen sind.
- Ein Seeler-Zitat dazu: "Wer dem Sport so viel zu verdanken hat und auf der Sonnenseite des Lebens steht, der sollte jenen etwas abgeben, die niemals die Möglichkeit hatten, ein solches Glück zu empfinden und auf der Schattenseite des Lebens stehen."