In der Nordsee stehen immer mehr Schiffe im Stau. Archivfoto: Jonas Walzberg/dpa
Im Juni gewachsen

Stau der Containerschiffe in der Nordsee wird immer größer

06.07.2022

NORDSEE. Keine Erleichterung für Containerschiffe in der Nordsee: Der Stau hält weiter an und wird aktuell sogar noch größer.

Der Stau von Containerschiffen in der Nordsee hält an - und ist im Juni sogar noch weiter gewachsen. Inzwischen stünden dort mehr als zwei Prozent der globalen Frachtkapazität still und könnten weder be- noch entladen werden, teilte das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Mittwoch mit.

Auch vor chinesischen Häfen wachse die Warteschlange. Vor Shanghai und der angrenzenden Provinz Zheijang seien gegenwärtig mehr als vier Prozent der globalen Frachtkapazität gebunden. "Ein Ende der Staus in der Containerschifffahrt ist derzeit nicht in Sicht", teilte Vincent Stamer mit, der den Kiel Trade Indicator des IfW leitet. Dieser erfasst die weltweiten Handelsströme in der Schifffahrt.

Transportwege entlastet

In Nordamerika habe sich die Lage dagegen entspannt. Die pandemiebedingt hohe Nachfrage nach Konsumgütern in den USA habe nachgelassen, der Stau vor dem Hafen von Los Angeles habe sich aufgelöst. Das entlaste die Transportwege. Die Frachtkosten von Asien an die Westküste Nordamerikas seien seit Beginn dieses Jahres um knapp die Hälfte gefallen. Die Frachtraten auf dem Weg von Asien nach Nordeuropa seien dagegen noch immer sechs Mal so hoch wie vor zwei Jahren, berichtete Stamer.

Erholung in russischen Häfen

Im russischen Ostseehafen St. Petersburg, wo Waren aus Europa ankommen, ist das Frachtaufkommen nach Angaben des IfW eingebrochen. In den russischen Häfen, die im Asienhandel eingebunden seien, erhole es sich dagegen etwas. Das zeige den Versuch, den wegen des Kriegs in der Ukraine verlorenen Handel mit Europa in Asien zu ersetzen.

Grundsätzlich zeigt der Welthandel im Juni nach Stamers Angaben eine leicht positive Tendenz. "Aber massive Schiffsstaus, hohe Transportkosten und daraus resultierende Lieferengpässe hemmen den Warenaustausch, insbesondere mit Blick auf Europa." (dpa)

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