SWATH hat sich durchgesetzt

19.08.2010

BREMERHAVEN. Pünktlich zum Taufzeremoniell lugte die Sonne durch die Wolken und beschien das leuchtend rote neue Lotsenstationsschiff und die große Taufgesellschaft an der Bremerhavener Seebäderbrücke. Vor allem aber die Taufpatin, Dr. Elke Ferlemann, mit ihrem breitkrempigen Strohhut.

Die Gattin des Cuxhavener Bundestagsabgeordneten und Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesverkehrsminister, Enak Ferlemann, taufte das 60 Meter lange und 25 Meter breite Stationsschiff für die Weser- und Jadelotsen auf den Namen "Weser". Das gelang ihr - auch dank des von der Bauwerft Abeking & Rasmussen entwickelten Taufomaten - spielend.

Schwieriger war es angesichts der strammen Brise, die von der Wesermündung und über die Inseln Langlütjen I und II her wehte, den großen Hut auf dem Kopf zu behalten. Aber auch das gelang der Cuxhavenerin bei der Taufe ihres ersten Schiffes. Zuvor hatte Enak Ferlemann in der Festrede auf die Bedeutung des deutschen Lotswesens für die Sicherheit der Küstenregion und für den deutschen Außenhandel hingewiesen, der ganz wesentlich auf die Seeschifffahrt als Transportmittel angewiesen sei.

Das neue Schiff werde gerade rechtzeitig fertig, denn die Schifffahrt erhole sich langsam von der schweren Krise. Ebenso wichtig sei die Verbesserung der Hinterlandanbindungen, für die sich die Bundesregierung aktuell stark mache, ebenso wie für den Ausbau der Flüsse Elbe, Weser und Ems. Die Koordination für die Entwicklung der deutschen Seehäfen ist seiner Ansicht nach eine nationale Aufgabe, die beim Bund angesiedelt sein sollte. Ein entsprechender Vorstoß sei leider am Veto der Länder Bremen und Hamburg gescheitert. Den Bau eines neuen Hafens in Bremerhaven unterstütze er, für die Finanzierung fühle sich der Bund allerdings nicht vorrangig verantwortlich, so Ferlemann.

Der stellvertretende Vorsitzende der Bundeslotsenkammer, Dr. Christian Subklew, nannte das neue Schiff einen Quantensprung im deutschen Lotswesen, das inzwischen fast komplett auf SWATH-Schiffe umgestellt worden ist. Nach anfänglicher Skepsis und Ablehnung hätten sich inzwischen auch die Weserlotsen mit dem SWATH-System angefreundet. Intern stehe die Abkürzung SWATH inzwischen für: "Selbst Weserlotsen akzeptieren technologische Höchstleistungen", sagte Dr. Subklew.

Mit der "Weser", der erst vor fünf Monaten getauften "Elbe" und dem ersten, 10 Jahre alten SWATH-Stationsschiff "Hanse" sowie den dazugehörigen Tendern sind die Lotsbetriebsvereine nun erstmals nicht mehr auf die Generation der 50 Jahre alten Vorgängerschiffe angewiesen. Als einen Quantensprung vom Mittelalter direkt in die Neuzeit bezeichnete Jörg Tarin, der Ältermann der Lotsenbrüderschaft Weser II/Jade die neue SWATH-Technologie. Ein weiteres Schiff der Dreierserie ist bei A&R im Bau und soll in zwei Jahren, samt dreier Tender, an die belgischen Lotsen abgeliefert werden. Operieren wird die "Weser" mit dem Tender "Wangeroog" von der Seeposition zwischen Jade und Weser aus, bei Sturm von der Binnenposition bei Hoheweg-Reede.

Von Thomas Sassen

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