Ausstellung

Tourplakate in Cuxhaven ausgestellt

04.08.2018

Cuxhaven. "Männer weinen heimlich" prangt auf dem Tour-T-Shirt von Wolfgang Heß. Von Anna-Lena Konken

Doch falls der Cadenberger Bürgermeister am Abend noch weinen sollte, dann sicher nur Freudentränen: Gemeinsam mit Landrat Kai-Uwe Bielefeld eröffnete er am Donnerstag unter dem Titel „All die Jahre“ die Ausstellung seiner außergewöhnlichen Tourplakat-Sammlung.

„So gut besucht ist der Saal hier im Kreishaus doch eher selten“, bemerkt Kai-Uwe Bielefeld lächelnd in seiner Begrüßungsrede. Er freue sich sehr über diese ungewöhnliche Ausstellung, denn „ein bisschen verrückt ist gar nicht verkehrt.“ Recht hat er: Wolfgang Heß’ Sammlung ist sowohl kurios als auch eindrucksvoll und beinhaltet bei weitem nicht nur Konzert-Plakate. Sie erstreckt sich unter anderem über Schallplatten, Kassetten, T-Shirts, Tassen, Aufkleber und Konzerttickets, wie er in seiner anschließenden Präsentation zeigt. Besonders am Herzen liegt ihm auch ein signiertes Foto: Es zeigt ihn mit Grönemeyer, als dieser ihn 1983 in der Hamburger Markthalle auf die Bühne holt und mit ihm gemeinsam „Etwas Warmes braucht der Mensch“ singt.

Doch es sind nicht nur die Musik oder die Texte des Künstlers aus dem Ruhrpott, die Wolfgang Heß über all die Jahre begeistern – es ist auch Grönemeyer selbst. „Ich mag einfach seine Art. Ich schätze ihn auch sehr für sein politisches und soziales Engagement und dafür, dass er gleichzeitig nicht viel Wirbel darum macht. Auch sein Privatleben hält er fern von der Öffentlichkeit, das finde ich sehr angenehm.“

Bei diesen Worten verwundert es nicht, dass Heß seit vier Jahrzehnten fast keine Mühen und Kosten scheut, um seine „Herbie“-Sammlung zu vergrößern. Für sein wertvollstes Stück, ein Plakat für ein Konzert in New York, hat er 200 Euro hingeblättert. „So viel Geld für ein bisschen Papier – Sie denken sicher, ich bin bescheuert, und ein wenig Recht haben Sie damit auch“, räumt der Bürgermeister ein. „Aber ich hab’ das mal hochgerechnet: Ich trinke nicht, und wenn ich mir für jeden Tag einen Euro gebe, den ich an Alkohol gespart habe, dann ist das gar nicht so teuer“, lacht er. „Man muss das eben angenehm umrechnen und sich schönreden, dann geht das.“

Sammler aus Leidenschaft

Ein Poster von der „Chaos“-Tour 1993 im Wert von 2100 Euro, mit dem der 56-Jährige schon länger liebäugelt, geht selbst ihm dann doch zu weit. „Also falls Sie noch kein Weihnachtsgeschenk für mich haben, meine Damen und Herren – das wäre was“, meint er augenzwinkernd.

Nach dem offiziellen Part geht es schließlich ins Foyer, „zu Erfrischungsgetränken und, ganz in Grönemeyer-Manier, ‘gehste inne Stadt, wat macht dich da satt? Ne Currywurst’“, zitiert Kai-Uwe Bielefeld lachend.

Macht es Heß traurig, dass Grönemeyer trotz Einladung nicht erschienen ist? „Man hofft natürlich schon irgendwie ein bisschen, aber schlimm ist es wirklich nicht - ich bin sehr zufrieden damit, dass heute so viele Leute gekommen sind.“ Bis Freitag, 14. September, läuft die Ausstellung im Kreishaus noch – für Grönemeyer-Fans wahrlich „Ein Stück vom Himmel“.

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