Fünfstelliger Schaden

Trojaner legte Samtgemeinde Land Hadeln lahm

22.12.2016

OTTERNDORF. Die Samtgemeinde Land Hadeln ist inzwischen wieder arbeitsfähig. Ein fünfstelliger Schaden entstand durch den Ausfall. Von Katharina Jothe

Von Katharina Jothe

Otterndorf. Das ganze letzte Wochenende hindurch arbeitete die EDV-Abteilung der Samtgemeinde Land Hadeln, unterstützt durch zwei Fachfirmen und zwei Computerexperten des Landkreises. Inzwischen ist es gelungen, das Computersystem der Kommune wieder auf Vordermann zu bringen. „Teilweise waren neun Personen gleichzeitig im Einsatz“, erzählt der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Maik Schwanemann.

Wie unsere Zeitung berichtete, mussten in der vergangenen Woche aufgrund einer Schad-Software sämtliche Computer der Samtgemeinde vom Netz genommen werden. Der Wochenendeinsatz lohnte sich, die Spezialisten fanden schließlich den Übeltäter. Ein Trojaner sei vermutlich über eine Internetseite in das Netzwerk der Samtgemeinde geraten, hieß es. Ein Trojaner ist ein Computerprogramm, das als nützliche Anwendung getarnt ist, im Hintergrund aber ohne Wissen des Anwenders jede Menge Schaden anrichten kann. Welchen Trojaner sich die Samtgemeinde Land Hadeln eingefangen hatte, konnte Schwanemann nicht sagen. Es sei allerdings nicht der Virus „Goldeneye“ gewesen, der sich bundesweit über Bewerbungsmails verbreitet hatte.

Am Montag sei der Server, also der zentrale Rechner, wieder in Betrieb genommen worden. Anschließend begannen die Techniker damit, das Netzwerk nach und nach wieder aufzubauen. Zuvor sei jedes einzelne Gerät vierfach geprüft worden, um sicherzugehen, dass es „sauber“ sei. Letzte Restarbeiten würden noch Zeit in Anspruch nehmen. Mittlerweile seien aber alle Einrichtungen und Abteilungen der Samtgemeinde wieder komplett arbeitsfähig.

500 Arbeitsstunden kamen dabei zusammen, nicht alle Rechner überstanden die „Säuberung“ unbeschadet. Der Schaden lasse sich noch nicht genau beziffern. Es sei allerdings von einem fünfstelligen Betrag auszugehen, so Schwanemann. „Es hätte allerdings noch viel schlimmer kommen können“, betonte der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister. „Dadurch, dass wir so schnell den Stecker gezogen haben, konnte die Software keinen nennenswerten Schaden anrichten. So müssen wir nur die eine Woche aufarbeiten.“ Dennoch will die Samtgemeinde in Zukunft aufrüsten. „Wir werden noch weitere Virenschutzprogramme anschaffen“, verspricht Schwanemann. „Hundertprozentige Sicherheit werden wir aber nie bekommen.“ Deshalb solle es in Zukunft möglich sein, einzelne Einrichtungen vom Netzwerk abzukoppeln, sodass es nicht mehr zu einem Totalausfall kommen könne.

Zu Beschwerden aus der Bevölkerung sei es nach seiner Kenntnis nicht gekommen, so Schwanemannr. „Uns ist großes Verständnis entgegengebracht worden.“ Der Totalausfall des Hadler Netzwerkes hat auch andere Kommunen alarmiert. „Wir haben einige Anfragen bekommen, was in so einem Fall zu tun ist“, berichtet Schwanemann.

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