Über türkische Bräuche an "Weihnachten"
Cengiz Akdemir und Ilyas Alayli vom türkisch-deutschen Kulturverein legen Wert auf religiöse Toleranz
she. -Â Eines sei gleich vorweggenommen: Natürlich feiern die aus der Türkei stammenden Cuxhavener mit moslemischem Glauben nicht den Geburtstag von Jesus Christus. Gleichwohl taucht dieser auch im Koran mit dem Namen Isa auf. Über ihr "Weihnachten" und türkische Bräuche zum christlichen Fest berichten Cengiz Akdemir und Ilyas Alayli vom türkisch-deutschen Kulturverein.
Ilyas Alayli - er ist Hodscha, ein islamischer Geistlicher - erklärt, dass es laut Koran 25 von Gott geschickte Propheten gegeben hat. Isa ist einer dieser Propheten. Die Moslems glauben, dass der 600 Jahre nach Christus bzw. Isa geborene Mohammed der letzte Prophet auf Erden war und ist. An seine Lehre glauben die Moslems, weshalb sie Weihnachten als die Geburt Christi nicht feiern.
"Ich schenke meinen deutschen Freunden zu Weihnachten etwas, ich will ihnen eine Freude machen", erzählt Cengiz Akdemir (58), seit 34 Jahren in Deutschland. Akdemir ist dritter Vorsitzender des Vereins. Er wünscht seinen deutschen Freunden ebenso frohe Weihnachten zu ihrem Fest wie seine deutschen Freunde, darunter ehemalige Arbeitskollegen, ihm zu "seinen Weihnachten" ein schönes Fest wünschen.
"Bei uns gibt es zwei ?Weihnachtsfeste?: einmal nach dem Fastenmonat Ramadan und einmal zum Opferfest", erklärt Akdemir. Das erste, das so genannte Fastenbrechen, dauert drei Tage, das zweite sogar vier. Der Verlauf beider Feiern sei ganz ähnlich wie beim christlichen Weihnachtsfest.
"Am ersten Tag gibt es Geschenke, die jungen Menschen besuchen ihre Eltern", erzählt er. Denjenigen, die man nicht besuche, schicke man eine Karte. An den anderen Tagen würden die weiter entfernten Verwandten wie Onkel und Tanten besucht oder aber auch die Gräber der Verstorbenen. Da sich der islamische Kalender nach dem Mond richtet, verschieben sich die Feste von Jahr zu Jahr. Für gläubige Moslems steht am 10. Januar 2006 das nächste Opferfest an. Ilyas Alayli ist deshalb schon jetzt aus der Türkei nach Cuxhaven angereist.
Der Hodscha wird zu den Feiern die Predigten halten. Alayli berichtet, dass die Moslems im kommenden Jahr neben dem Fastenbrechen sogar zweimal das Opferfest feiern werden. "Ich erlebe dies zum ersten Mal", sagt der 58-jährige Akdemir.
Eines will Cengiz Akdemir unbedingt loswerden: "Wir wollen mit den Menschen hier in Frieden leben." Ihm sei durchaus bewusst, dass sich die Türken in Deutschland auch anpassen müssen. Hodscha Alayli unterstreicht dies mit einer Geschichte aus dem Koran: Demnach habe der Prophet Mohammed zum islamischen Opferfest ein Schaf geschlachtet und Teile des Tieres an seine Nachbarn verschenkt. Unter den Nachbarn sei auch ein Katholik gewesen, den Mohammed von der Schenkung keineswegs ausgenommen habe.
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