Die Geversdorfer Fußballspielerin Tabea Kemme (l.), hier mit Teamkollegin Anja Mittag, freute sich 2016 in Rio über den Gewinn der olympischen Goldmedaille. Foto: Ernesto/dpa
Die Geversdorfer Fußballspielerin Tabea Kemme (l.), hier mit Teamkollegin Anja Mittag, freute sich 2016 in Rio über den Gewinn der olympischen Goldmedaille. Foto: Ernesto/dpa
Olympische Spiele

Diese Sportler aus dem Kreis Cuxhaven und Bremerhaven waren schon bei Olympia dabei

25.07.2021

KREIS CUXHAVEN. Die Olympischen Sommerspiele in Tokio sind gestartet - diesmal ohne Beteiligung eines Athleten aus dem Landkreis Cuxhaven oder aus Bremerhaven. Aber es gab in der Geschichte noch Medaillengewinner aus unserer Region. In einem Fall gab es sogar Gold.

Olympische Spiele - das war und das ist das Ziel vieler Athleten aus der Region. Die Olympischen Sommerspiele in Tokio sind gestartet - diesmal ohne Beteiligung eines Athleten aus dem Landkreis Cuxhaven oder aus Bremerhaven. Begonnen hat Bremerhavens olympische Geschichte bei den fünften Olympischen Spielen 1912 in Stockholm. In über 100 Jahren reisten 15 Sportler aus unserer Region zu Sommerspielen - für alle ein unvergessliches Erlebnis, das sogar einmal vergoldet wurde - von einer Hadlerin.

Peter Riebensahm: 1960 in Rom ging Hochspringer Peter Riebensahm vom Allgemeinen Turn- und Sportverein Bremerhaven an den Start - mit einem besonderen Spleen: Er war stets nur mit einem Schuh unterwegs. In Rom kam er auf Platz 24.

Hermine Stindt: Die Bremerhavenerin Hermine Stindt war bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm die einzige deutsche Schwimmerin, die über 100 Meter Freistil bereits in der ersten Runde ausschied. Später durfte sie doch noch feiern: Die deutsche 4x100-Meter-Freistil-Staffel in der Besetzung Wally Dressel, Louise Otto, Hermine Stindt und Grete Rosenberg erreichte im Finale 11,8 Sekunden nach den britischen Olympiasiegerinnen das Ziel und holte Silber - mit 12,4 Sekunden Vorsprung auf die drittplatzierten Österreicherinnen.

Werner Freitag: Bei den Olympischen Spielen 1964 war Schwimmer Werner Freitag Bremerhavens Aushängeschild. 1964 belegte er in Tokio über 200 Meter Delfin den zehnten Platz. Auch vier Jahre später war Freitag dabei. In Mexiko kam der ehemalige Weltklasseschwimmer und deutsche Meister auf Platz 15 über 100 Meter Delfin.

Gabriele Askamp: 1976 erreichte sie bei den Spielen in Montreal das Finale über 100 Meter Brustschwimmen und wurde Fünfte. Nach den Sommerspielen zog sich Askamp vom Leistungssport zurück. 1985 zog sie nach Bayern.

Eike Bram: Gleich dreimal bei Olympia dabei war Eike Bram. Die ehemalige Handball-Nationaltorhüterin aus Bremerhaven war 1984 in Los Angeles, 1992 in Barcelona und 1996 in Atlanta dabei. Eine Medaille brachte sie nicht mit nach Bremerhaven.

Meike Holländer: Die Ruderin vom Bremerhavener RV gewann 1985 die deutsche Meisterschaft im Doppelvierer.

Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul belegte sie mit dem Achter den siebten Platz.

Hendrik Feldwehr: Dass bei den Olympischen Spielen nicht immer alles wunderschön ist, musste Schwimmer Hendrik Feldwehr auf bittere Art und Weise erfahren.

Im Vorfeld der Spiele 2012 in London hatte der Langener sich schwer an der Hüfte verletzt, die Quali nicht geschafft. Dennoch wurde für ihn ob der Verdienste in den Jahren zuvor - vor allem für die Lagenstaffel - eine Ausnahme gemacht. Vor Ort machten sich die Trainingsrückstände dann jedoch bemerkbar - Feldwehr schied gleich am ersten Tag im Vorlauf aus.

Wilma Augat-Deike: 1936 stand die Bremerhavenerin mit 22 Jahren bei den Olympischen Spielen in Berlin auf dem 10-Meter-Turm. Sie schaffte es auf den fünften Platz. Zur Eröffnung der Spiele führte sie mit 900 anderen jungen Frauen darüber hinaus auf der Waldbühne einen Tanz auf.

James Rohleder: James Rohleder war ein Halbleicht-Judoka aus Bremerhaven, der 1984 an den Olympischen Spielen in Los Angeles teilnahm, aber nicht die Endrunde erreichte.

Claas-Peter Fischer: Der Bremerhavener Ruderer belegte bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta den neunten Platz im Vierer ohne Steuermann.

Helmut Fischer: Der deutsche Schwimmer Helmut Fischer war 1933 und von 1935 bis 1939 deutscher Meister über 100 Meter Freistil. In den Vorläufen des Olympia-Rennens 1936 in Berlin stellte er mit 57,9 Sekunden einen neuen deutschen Rekord auf, der 21 Jahre lang bis 1957 nicht gebrochen wurde.

Im Finale über 100 Meter Freistil wurde er Fünfter, die gleiche Platzierung wie mit der 4x200-Meter-Freistil-Staffel.

Gunnar Sauer: Der Cuxhavener begann seine Karriere beim Cuxhavener SV. In der Fußball-Bundesliga spielte er von 1984 bis 1996 für Werder Bremen. Außerdem war er in der 2. Bundesliga für Hertha BSC und den VfB Leipzig aktiv. Gunnar Sauer stand im Kader der Nationalelf für die Fußball-Europameisterschaft 1988 in Deutschland. Bei den Olympischen Sommerspielen 1988 in Seoul gewann er mit der deutschen Mannschaft die Bronzemedaille.

Jochen Fraatz: Der Cuxhavener - Spitzname "Scholle" - gehörte bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles zum westdeutschen Handballkader, der nach einer 17:18-Niederlage im Finale gegen Jugoslawien die Silbermedaille gewann. Acht Jahre später belegte das nun wiedervereinte deutsche Team in Barcelona den zehnten Platz. Fraatz absolvierte 185 Länderspiele und erzielte 809 Tore.

Tabea Kemme: 2016 nahm die Fußball-Nationalspielerin aus Geversdorf an den Sommerspielen in Rio teil und errang die Goldmedaille im Finale gegen Schweden. Sie stand bei allen sechs Spielen auf dem Feld und gehörte damit zu den Stammspielerinnen. Anfang 2020 beendete sie ihre Profi-Karriere.

Dorothea Brandt: Die Hemmoorer Schwimmerin war zwei Mal bei Olympischen Spielen dabei. Sie war 2004 in Griechenland (16. Platz 50m Freistil) und 2016 in Brasilien (14. Platz 50m Freistil).

Von Florian Zinn

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