Urlaub im eigenen Land: Land Hadeln setzt auf Natur und Wasser
LAND HADELN. Die Tourismusbranche macht in der Corona-Pandemie schwere Zeiten durch. Aber es gibt auch einen Hoffnungsschimmer.
Der Trend zum Urlaub im eigenen Land dürfte 2021 weitergehen. Davon will auch die Samtgemeinde Land Hadeln profitieren - und setzt im neuen Jahr verstärkt auf Naturerlebnisse und Wassertourismus.
Urlaub wie zu Großmutters Zeiten würden Kritiker vielleicht zu dem sagen, was den Deutschen im Jahr 2021 bevorsteht. Denn die Drinks am Ballermann, der Surf-Urlaub auf Bali oder die Kreuzfahrt durchs Mittelmeer werden auch in den nächsten Monaten aller Wahrscheinlichkeit nach ausfallen. Stattdessen: Wandern, radeln oder paddeln in der Natur vor der eigenen Haustür als eine der wenigen Arten, seinen Urlaub zu verbringen. Langweilig? "Auf keinen Fall. Nachhaltiger und naturnaher Tourismus in Deutschland steht hoch im Kurs", weiß Michael Johnen vom Fachbereich Tourismus der Samtgemeinde Land Hadeln. Vom Kuchen dieses aufstrebenden Marktes wollen sich Otterndorf und Hadeln in 2021 und in den folgenden Jahren ein deutlich größeres Stück abschneiden.
Neue Homepage
Johnen und seine Kollegen haben die Corona-Zwangspause genutzt, um das Internet-Marketing und die Digitalisierung voranzutreiben. Bis Ostern soll die neu gestaltete Tourismus-Homepage otterndorf.de online gehen; auch www.wingst.de bekommt ein neues Gesicht. Mehrere Mitarbeiter arbeiten daran die "Points of Interest" der Samtgemeinde, also die touristischen Attraktionen, einzeln zu erfassen, so dass sie für touristische Webseiten zur Verfügung stehen und künftig noch schneller über Google, Bing und Co. gefunden werden können.
Eine besondere Rolle spielt in diesem Zusammenhang der Wassertourismus, den die Samtgemeinde weiter in Fahrt bringen will: Allein 63 "Points of Interest" - vom Beobachtungsturm bis zur Bootsanlegestelle - lassen sich diesem Bereich zuordnen.
Anleger und Aussichtstürme
Um den Wassertourismus in den kommenden Jahren weiter aufzuwerten, nimmt die Samtgemeinde Land Hadeln fast 750 000 Euro in die Hand. Mit dem Geld - darin enthalten sind Mittel aus dem ZILE-Förderprogramm ("Zuwendung zur integrierten ländlichen Entwicklung") - wurden (und werden) Anleger und Aussichtstürme erneuert sowie Infotafeln erstellt. Eine Wassertourismus-Karte ist in Vorbereitung.
Ersetzt werden sollen die beliebten Ihlienworther Sietland-Kähne. Bei der Neuanschaffung orientiert sich die Samtgemeinde an den sogenannten Spreewald-Kähnen, die im Biosphärenreservat Spreewald zum Einsatz kommen und bis zu 30 Personen transportieren können. Die Kosten für ein Elektromotor-Modell liegen bei knapp 50 000 Euro.
Weil die Zahl der Gäste aufgrund der Hygiene-Auflagen reduziert werden muss, haben sich Politik und Verwaltung entschlossen, die Preise für die Kahnfahrten leicht anzuheben, um die Umsatzeinbußen aufzufangen.
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