Verhandlungen für Internat-Neubau in Cadenberge auf der Zielgeraden
CADENBERGE. Erfolgt der erste Spatenstich noch in diesem Jahr? Zumindest befinden sich die Verhandlungen für den Neubau eines Berufsschul-Internats in Cadenberge nach Informationen unseres Medienhauses auf der Zielgeraden.
Die konkrete Summe, die das Projekt kosten wird, steht zwar noch nicht fest. Doch die bislang gehandelte Summe, um die noch gefeilscht wird, bewegt sich anscheinend zwischen 14 und 16 Millionen Euro.
Denkmalschutz
Es sieht nett aus und ist als denkmalgeschütztes Gebäude sicherlich ein Hingucker: das Internat, das am Gutspark liegt und früher Eigentum der Familie von Bremer war. Die Berufsschule nutzt es seit Jahrzehnten, um dort Berufsschüler während des Blockunterrichtes unterzubringen. Dabei handelt es sich insbesondere um Straßenbauer, die dort bis 2018 - landesweit - ihren Unterricht erhielten.
Cadenberge war bis zu diesem Zeitpunkt in Niedersachsen die einzige Berufsschule (BBS), die zur Verfügung stand. Da ein Pendeln zwischen Wohnort und Schule für Schüler in den meisten Fällen unmöglich war und ist, wurden und werden die jungen Menschen während ihres Cadenberge-Aufenthaltes in dem Internat oder vielfach auch in privaten Unterkünften untergebracht.
Insbesondere in der Osnabrücker Wirtschaft regte sich seit Jahren aber der Widerstand gegen diese zentrale Beschulung. Mit Erfolg: Als "Testphase" erlaubte es 2018 das Kultusministerium, dass die Auszubildenden dort unterrichtet werden und nicht mehr die Fahrt nach Cadenberge antreten mussten. Dieser Test endet in diesem Jahr und man kann davon ausgehen, dass er offiziell als "Erfolg" gewertet wird.
"Das macht keinen Sinn"
Angesichts des Verlustes der zentralen Straßenbauer-Beschulung in Cadenberge rüstet der Kreis Cuxhaven jetzt auf und befreit die sogenannten "Auswärtsschläfer" vom Muff des alten Internatsgebäudes. "Eine Sanierung und Herrichtung macht keinen Sinn", hatte bereits vor fünf Jahren der damalige Kreis-Dezernent Friedrich Redeker zur Zukunft des historischen Gebäudes für rund 85 Berufsschüler klargestellt.
Daher war schnell klar: An einem Neubau führt kein Weg vorbei. Zunächst begann die Suche nach einem geeigneten Standort. Als der in Absprache mit der Gemeinde gefunden worden war, stand die Frage der Finanzierung im Raum.
Baukosten steigen
Wer gedacht hatte, dass es sich um einen einstelligen Millionen-Betrag handeln würde, täuschte sich. Inzwischen sind nicht zuletzt durch den rasanten Anstieg der Preise im Baugewerbe mindestens 14, aber eventuell auch 16 Millionen Euro nach Informationen unserer Redaktion im Gespräch. Über den genauen Finanzbedarf wird noch verhandelt, aber in wenigen Wochen dürfte der Kreis eine Einigung verkünden. Das Vorhaben wird - wie auch andere Großvorhaben im schulischen Bereich (unter anderem Neubau der Dorumer Schule und Erweiterung des Langener Gymnasiums) - im Rahmen eines sogenannten "ÖPP-Verfahrens" erfolgen, bei dem der Bauträger als Generalunternehmer dem Kreis das gesamte Gebäude schlüsselfertig auf die grüne Wiese stellt. Eines der in dieser Form umgesetzten ÖPP-Verfahren ist unter anderem auch das Otterndorfer Schulzentrum.
Land: "Kein Risiko"
2018 wurde Cadenberge zwar das Alleinstellungsmerkmal für die landesweit zentrale Ausbildung der Straßenbauer entzogen. Gleichzeitig begrüßte das niedersächsische Kultusministerium aber die Initiative des Kreises für den Neubau eines Internats: "Eine Entscheidung des Landkreises für einen Neubau ist in jedem Fall notwendig, um die schulträgerübergreifende Beschulung dort langfristig zu sichern. Eine überregionale Fachklasse kann auf Dauer nur Bestand haben, wenn die Internatsunterbringung in eine Gesamtkonzeption von Schulträger und Schule eingebettet wird. Der Neubau des Internats stellt für den Kreis kein Risiko dar, sondern ist vielmehr die Chance, den Standort Cadenberge als berufliches Kompetenzzentrum für Bauberufe zukunftssicherer aufzustellen", hieß es in einer Antwort auf eine Anfrage des Cuxhavener CDU-Landtagsabgeordneten Thiemo Röhler.
Durch den Neubau des Internats sehen auch führende Politiker des Cuxhavener Kreistages die Chancen für Cadenberge als BBS-Standort deutlich optimistischer. "Das Raumkonzept ist überarbeitet worden und wahrscheinlich bewegt sich der finanzielle Rahmen für die Maßnahme auch in einem von uns vertretbaren Rahmen", so CDU-Fraktionschef Frank Berghorn. Das wisse man aber erst nach Abschluss der laufenden Verhandlungen.
"Berufliche Bildung fördern"
Für den Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion Claus Johannßen gehört der Internat-Neubau zu einem großen Wurf und zu einem Bekenntnis des Landkreises für den Standort Cadenberge: "Unser Ziel ist klar: Wir wollen die berufliche Bildung im Cuxland fördern."
Wenn alles nach Plan läuft, dann beginnen die Bauarbeiten vielleicht noch in diesem Jahr; mit einem Abschluss ist aber erst 2023 zu rechnen.
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