Verzweiflung oder letzter Strohhalm?

08.03.2018

Die Cuxhaven Baskets haben ihren Cheftrainer Markus Röwenstrunk von seinen Aufgaben beim ProB-Ligisten entbunden. Ein Kommentar von Jan Unruh.

Der bisherige „sportliche Berater“, Stephan Völkel, übernimmt die Geschicke beim Drittligisten – drei Tage vor Beginn der Abstiegsrunde.

Der Zeitpunkt des Trainerwechsels wirft einige Fragen auf. Das letzte Hauptrundenspiel fand am 24. Februar statt. Es war die schmerzliche Niederlage in Stahnsdorf. Die Baskets rutschten dadurch auf den letzten Platz ab. Röwenstrunk blieb aber im Amt – vorerst. Nun, kurz vor dem Start der Play-downs, folgte die Degradierung. Ein Schritt, der sich bereits Anfang Februar mit der Verpflichtung des „sportlichen Beraters“ Völkel angedeutet hatte. Dieser kam mit der Empfehlung von mehreren Erstliga-Trainer-Stationen nach Cuxhaven.

Womöglich hat ausgerechnet der Auswärtserfolg in Bernau den Baskets-Geschäftsführern ein Strich durch die Rechnung gemacht. Die Cuxhavener landeten nämlich diesen Sieg beim damaligen Tabellenzweiten Lok Bernau, wenige Tage danach kam die Völkel-Verpflichtung, aber eben nicht als Coach. Ein Trainerwechsel nach solch einem Erfolg wäre schwer erklärbar gewesen. Die Entscheidung der Klubführung wirkte dennoch inkonsequent. Das war weder Fisch noch Fleisch. Die Geschäftsführer schufen einen neuen Posten, den es in Cuxhaven noch nie gab und der in der gesamten Republik wohl eher eine Ausnahme darstellt. Völkel sollte im Hintergrund die Strippen ziehen und beratend zur Seite stehen. Geholfen hat es nicht. Seitdem er in Cuxhaven ist, verloren die Baskets alle vier Partien. Nun kann er seine persönliche Bilanz aufpolieren. Die Baskets müssen für den Klassenerhalt fast alle Partien in den Play-downs gewinnen. Nicht unmöglich, aber eine Mammutaufgabe. Ein Sieg am Sonnabend gegen Stahnsdorf ist Pflicht – ansonsten ist dieser Rollentausch schneller gescheitert als den Geschäftsführern lieb ist...

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