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Begegnung der Kulturen

Viele Emotionen: Flüchtlinge in Hemmoor danken

22.09.2016 Zuletzt aktualisiert: 25.06.2022 09:42 Uhr

HEMMOOR. Die geflüchteten Menschen in der Samtgemeinde Hemmoor bedanken sich bei ihren Helfern und den Bürgern mit einem Fest. Von Carmen Monsees

Bewegende Worte fand Rama, eine junge Frau aus Syrien, im Namen aller Flüchtlinge der Region in ihrer Begrüßungsrede. Auf dem Kirchplatz der Christuskirche Warstade in Hemmoor veranstalteten die geflüchteten Menschen am Sonnabend ein Fest für ihre Helfer und die Bürgerinnen und Bürger. Sie bedankten sich damit für Sicherheit, Frieden, Menschlichkeit und Sympathie.

Die Menschen fremder Kulturen aus Syrien, Irak, Afghanistan, Eritrea und Mazedonien brachten mit diesem besonderen Tag eine herzliche Botschaft zum Ausdruck. „Wir wünschen uns viele Gelegenheiten der Begegnung mit den Hemmoorer Bürgerinnen und Bürgern“, erklärte die Syrerin. „Alle hätten sich gewünscht, sie wären als Touristen nach Deutschland gekommen, um dann in ihrer Heimat von diesem fantastischen Land zu erzählen“, schilderte Rama. Doch das Schicksal habe es anders gewollt. „Wir sind hier, um zu überleben, wir sind geflohen.“ Die Familie, die in Gefahr zurückgelassen werden musste, sei immer in ihren Gedanken. Sie wünschten sich, in Deutschland als Menschen wahrgenommen zu werden und nicht als Flüchtlinge. „Wir möchten die Straße entlang laufen, ohne dass uns böse Blicke folgen“, bat die junge Syrerin mit sanfter Stimme. „Wir wollen Krieg und Zerstörung hinter uns lassen und hier ein neues Leben beginnen.“ Für die entgegengebrachte Menschlichkeit in Zeiten der Bedürftigkeit und Verzweiflung könne sie nicht genug danken. Es fühle sich an, als hätten wir eine zweite Familie gefunden, beschrieb die Syrerin. „Wir hoffen so sehr, dass Ihre und unsere Kinder die besten Freunde werden.“ Flüchtlingskoordinatorin Anke Müller-Belecke musste nach den rührenden Worten glatt ein Tränchen verdrücken.

Die Koordinatorin sei, ebenso wie die vielen freiwilligen Helfer, glücklich. Das Engagement in der Flüchtlingsarbeit habe sich gelohnt. Und an solchen Tagen werde deutlich – ob hauptamtlich oder ehrenamtlich – wer helfe, bekomme auch etwas zurück.

Die Familien aus verschiedenen Ländern haben kleine Leckereien aus ihrer Heimat zubereitet, die zu einem Büfett zusammen gestellt wurden. Mehr als Hundert Menschen verlebten so ein geselliges Beisammensein, das die Grenzen zwischen den Kulturen für den Moment ein Stück weit schwinden ließ.

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