Jetzt hat es sich die Walross-Dame auf Spiekeroog gemütlich gemacht. Foto: Patrick Kösters/dpa
Jetzt hat es sich die Walross-Dame auf Spiekeroog gemütlich gemacht. Foto: Patrick Kösters/dpa
Auf Rundreise

Walross zieht in der Nordsee weiter: Jetzt an neuem Ort aufgetaucht

10.09.2021

NORDSEE/SPIEKEROOG. Am Dienstag hat der Besuch eines Walrosses auf der Nordsee-Insel Baltrum Aufsehen erregt. Nun hat der Arktisbewohner auf einer anderen ostfriesischen Insel Station gemacht.

Die kürzlich gesichtete Walross-Dame erkundet weiter das niedersächsische Wattenmeer. Nachdem sie am Dienstag Baltrum besucht hatte, ruhte sich das massige Tier am Freitag auf der Kaimauer im Hafen der etwa 22 Kilometer von Baltrum entfernten Insel Spiekeroog aus. Walrosse sind eigentlich Arktisbewohner. Ein privater Fotograf hatte auf Facebook auf den tierischen Besucher aufmerksam gemacht. "Es sind viele Schaulustige, unter anderem Tagestouristen, vor Ort", sagte ein Sprecher der Inselverwaltung von Spiekeroog am Freitag.

Kritik in sozialen Medien

Auf Facebook kritisierten einige Nutzer die Schaulustigen und schrieben, dass dem Tier geholfen werden müsse. Nach Einschätzung der Meeressäuger-Expertin Ursula Siebert von der Tierärztlichen Hochschule Hannover kann sich ein Walross jedoch relativ lange in der südlichen Nordsee aufhalten, ohne dass es Nachteile hat. Voraussetzung sei, dass es genügend Nahrung findet, sagte die Professorin. Walrosse fressen hauptsächlich Muscheln aber auch Würmer, Schnecken, Fisch und Krabben. Das Tier habe zwar Hautabschürfungen an den Flossen, wirkte aber bisher gesundheitlich nicht beeinträchtigt.

Eigentlich nicht in Nordsee heimisch

Walrosse leben eigentlich rund um den Nordpol. Im Vergleich zu den in der Nordsee heimischen Seehunden und Kegelrobben, sind sie größer, schwerer und haben Stoßzähne. Das Weibchen, das gerade rund um die ostfriesischen Inseln unterwegs ist, war wohl zuvor in Dänemark unterwegs. Das letzte Walross in Deutschland wurde nach Angaben der Seehundstation Norddeich 1998 auf Juist und Sylt gesichtet. (dpa)

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