Warum es im Kreis Cuxhaven keine Sonderimpfaktion zum Schulstart gibt
KREIS CUXHAVEN. Landkreis widerspricht Land: Entgegen der Äußerungen des Corona-Krisenstabs des Landes soll es im Kreis Cuxhaven keine Sonderimpfaktion für Azubis, Schülerinnen und Schüler geben.
Nachdem die ständige Impfkommission (Stiko) ihr Votum hinsichtlich Corona-Schutzimpfungen für Kinder ab zwölf Jahren zu Wochenbeginn geändert hat und diese nun empfiehlt, soll es nach Plänen der niedersächsischen Landesregierung zum Start des neuen Schuljahres eine Impfaktion speziell für Auszubildende, Schülerinnen und Schüler geben. Diese soll in der Woche vom 30. August bis 5. September in den jeweiligen Impfzentren oder anderen Orten stattfinden. Entsprechende Pläne sollen nach Angaben der stellvertretenden Leiterin des Corona-Krisenstabs, Claudia Schröder, spätestens heute im Internet veröffentlicht werden.
Keine Impfaktion zum Schulstart
Im Kreis Cuxhaven wird es derlei Impfaktionen für Azubis und Schüler jedoch aller Voraussicht nach nicht geben. "Wir planen bislang nichts dergleichen", berichtet Landkreis-Sprecherin Stephanie Bachmann auf Anfrage. "Da das Impfzentrum im September schließt, könnten wir ohnehin nur die Erstimpfung verabreichen." Minderjährige bekommen im Impfzentrum ausnahmslos das Vakzin von Biontech gespritzt.
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Auch an anderen Orten, wie beispielsweise direkt rund um die Schulen, seien vom Landkreis bislang keine Impfaktionen geplant. Obwohl Jugendliche ab 16 Jahren selbst entscheiden dürfen, ob sie sich impfen lassen, erhalten Minderjährige im Impfzentrum oder dem mobilen Impfbus grundsätzlich nur eine Impfung, wenn sie in Begleitung eines Sorgeberechtigten erscheinen und dieser in die Impfung einwilligt. Allein deshalb dürfte es nach Landkreis-Einschätzung schwierig mit Impfungen an Schulen werden. "Die Vorlage einer Vollmacht genügt uns nicht", betont Bachmann. "Wir hatten schon mehrere Fälle, in denen die Großeltern Minderjährige bei der Impfung begleitet haben, das reicht aber nicht." Minderjährige Impflinge müssten - sofern vorhanden - einen Ausweis oder die Krankenkassenkarte mitbringen, zusätzlich am besten auch den Impfpass. Der oder die Sorgeberechtigte muss sich vor Ort mit einem amtlichen Ausweisdokument ausweisen können.
Kritik an Landesregierung
Darüber hinaus sei es zusätzlich ein Problem, dass der Landkreis fast immer erst in Form von Pressemitteilungen von den Plänen der Landesregierung erfahre. "Wir können auch nur mit den Infos arbeiten, die uns zur Verfügung stehen", sagt die Landkreis-Sprecherin. "Wir haben dies in den zuständigen Stellen in Hannover bereits mitgeteilt, aber geändert hat sich bislang nichts."
Über 500 Impfungen im Bus
Aus Landkreis-Sicht ist eine eigene Impfaktion für Azubis und Schüler im Cuxland nicht zwingend nötig: "Wir bieten am 27. August extra für Kinder und Jugendliche eine Sonderimpfaktion im Impfzentrum an, zudem können sie sich auch vor Ort in unserem mobilen Impfbus impfen lassen", so Bachmann.
Große Nachfrage in Bad Bederkesa
Das Angebot des Impfbusses werde hervorragend angenommen. "In der vergangenen Woche haben sich 505 Personen im Landkreis dort impfen lassen und dieser Trend setzt sich in dieser Woche fort", sagt Bachmann. Am Montag hätten sich rund 100 Personen im Impfbus impfen lassen, am Dienstag mussten die Impfungen vor der Cuxhavener Tafel witterungsbedingt abgebrochen werden. "Am Mittwoch stand der Impfbus in Bad Bederkesa und wurde vom Andrang her regelrecht überrannt", sagt Bachmann. "Wir haben kurzfristig eine zweite Ärztin hinzugeholt, um schneller impfen zu können."
Mobile Impfungen auch im September
Wie viele der bislang geimpften Personen minderjährig seien, kann sie jedoch nicht beantworten. "Wir führen für Kinder und Jugendliche keine eigene Statistik." Sicher sei hingegen inzwischen, dass das mobile Impfen aufgrund der großen Nachfrage auch im September angeboten werde. "Wir werden dies nach aktuellem Stand um drei bis vier Wochen verlängern."
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