Lohmann Pharma aus Cuxhaven stellt zum April 2023 den Betrieb ein. Der Tier- und Humanarzneimittel-Hersteller gibt Umsatzeinbußen, auch durch den Ukraine-Krieg verursacht, als Begründung an. Foto: Bohlmann-Drammeh
80 Mitarbeiter betroffen

Wegen Ukraine-Krieg: Erster Cuxhavener Betrieb kündigt Schließung an

von Laura Bohlmann-Drammeh | 16.06.2022

CUXHAVEN. Das ist ein herber Schlag für die Pharma-Industrie in Cuxhaven: Lohmann Pharma hat angekündigt, den Betrieb im April 2023 einzustellen.

Unter anderem der Ukraine-Krieg hätten zu Umsatzeinbußen geführt, die sich nicht kompensieren ließen, so das Unternehmen. Wie es für die Mitarbeiter weiter geht, soll jetzt geklärt werden.

Am Mittwoch hatte Lohmann Pharma die Beschäftigten und den Betriebsrat bei einer Betriebsversammlung von den Einstellungs-Plänen berichtet, teilte das Unternehmen am Donnerstag in einer Pressemitteilung mit. Insgesamt seien 80 Mitarbeiter aus der Produktion, dem Labor und der Verwaltung betroffen, heißt es dort. "Ich bedauere diese Nachricht sehr, da wir ein motiviertes und qualifiziertes Team sind, das auch in der Vergangenheit viele Herausforderungen gemeistert hat", wird Geschäftsführer Thomas Berger in der Mitteilung zitiert. 

Umsatzrückgänge bei Lohmann

Als Grund für die Schließung nennt Berger ein "Zusammenspiel von pandemiebedingten Umsatzrückgängen, ausbleibenden Aufträgen aus der Pharmaindustrie sowie die fehlende Perspektive im Export." All das stelle keine wirtschaftliche Grundlage für das Fortbestehen des Unternehmens dar. Auf Nachfrage erklärt Pressesprecher Frank Schroedter, dass diese Gründe auch gegen die Durchführung eines Insolvenzverfahrens, mit dem man einen Rettungsversuch unternehmen könnte, sprächen. 

Kurzarbeit war bereits Thema

Völlig überraschend kommt die Schließung offenbar nicht. Schroedter erklärt auf Nachfrage, dass es vor zwei Jahren schon einmal Kurzarbeit bei Lohman Pharma gegeben habe.

Ukraine Krieg eine Ursache

Die aktuellen Schwierigkeiten seien in relativ kurzer Zeit sehr gebündelt aufgetreten, so Schroedter. "Die aktuellen Rahmenbedingungen haben durch die Auswirkungen des Ukraine-Krieges vorangegangene, negative Effekte stark beschleunigt", so Schroedter. Konkret habe es schlicht nicht mehr genügend Aufträge gegeben. Lohmann Pharma stellt laut Webseite Tier- und Humanarzneimittel für den nationalen und internationalen Pharmamarkt her, als Produkt ist dort ein Pflanzlicher Blutstiller zur Behandlung von schweren Blutungen bei Tieren namens "LohmaSeal" angegeben.

Sozialplan für 80 Mitarbeiter

Wie es für die 80 Mitarbeiter weiter geht und ob sie bei einer der Unternehmensgruppen weiterbeschäftigt werden, zu der Lohmann Pharma gehört, ist laut Schroedter Teil eines Sozialplanes, der aktuell mit den Arbeitnehmervertretern ausgearbeitet werde. Zu Details könne man sich derzeit noch nicht äußern, sagt Schroedter.

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Laura Bohlmann-Drammeh

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

lbohlmann-drammeh@cuxonline.de

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