Hechthausener Bahnbrücke bereitet Sorgen

Wie lange hält dieses rostige Provisorium?

06.07.2012

HECHTHAUSEN. Sie hat schon bessere Tage gesehen: An der Eisenbahnbrücke über die Oste bei Hechthausen nagt unübersehbar der Rost. Und mit Unterhaltungsarbeiten an dem alten Brücken-Methusalem hält sich die Bahn schon seit Jahren zurück. Der Verkehrskonzern sieht darin kein Problem: Für ihn ist die Konstruktion momentan verkehrssicher. Aber wie lange noch?

Die Brücke ist als Provisorium errichtet worden, nachdem der erst wenige Jahre alte Vorgängerbau am 3. Mai 1945 von deutschen Soldaten gesprengt wurde. Provisorien halten oft länger, als gedacht – im Hechthausener Fall nun schon 67 Jahre. Doch nun ist die Brücke in die Jahre gekommen – auch weil die Bahn die Unterhaltung vernachlässigt.

Doch dort sieht man darin kein Problem. Hauptsache, der Verkehr kann jetzt darüber rollen. Wie lange das gut geht und was dann zu tun ist – darüber möchte der Konzern nicht sprechen. „Auch wenn sie nicht mehr schön aussieht, ist die Brücke derzeit voll betriebstauglich“, sagt Bahn-Sprecherin Sabine Brunkhorst auf Nachfrage der NEZ.

Das mag so sein – doch die Pflege von Anstrichen ist bei Brücken kein optischer Luxus: Blättert die Farbe, bildet sich der Rost – und Rost bewirkt Substanzverzehr an der Stahlkonstruktion. Das kann langfristig Auswirkungen auf die Statik haben. Die vorbeugende Instandhaltung einzusparen, wie dies in Hechthausen seit Jahren passiert, bedeutet daher auf längere Sicht: Eine Reparatur ist nicht mehr wirtschaftlich, es muss neu gebaut werden. Nun wäre das im Falle der Ostebrücke wahrscheinlich nicht die schlechteste Lösung. Doch Brückenneubauten brauchen eine lange Vorlaufszeit bei der Planung, die sich in Jahren bemisst. Insofern wäre es jetzt an der Zeit, über ein Nachfolgebauwerk nachzudenken. Doch auf Nachfrage lautet die offizielle Auskunft der Bahn: „Ein Neubau wird zurzeit nicht geplant.“ Auch größere Instandhaltungsarbeiten seien aktuell nicht vorgesehen, sagt die Bahn-Sprecherin. Die Gutachter des Unternehmens, die alle drei Jahre zur Sichtprüfung und alle sechs Jahre zur großen Hauptuntersuchung ausrückten, hätten dem Bauwerk volle Verkehrstüchtigkeit bescheinigt.

Von Roland Ahrendt

Mehr zur Geschichte der Hechthausener Ostebrücke - und zu dem was Politik und Ministerien zum Zustand der Brücke sagen, lesen Sie heute in der gedruckten Ausgabe der Niederelbe-Zeitung.

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