Statistik

Wieder mehr Kinder im Kreis Cuxhaven

21.10.2017

KREIS CUXHAVEN. Begeistert schwingen sich die Kleinen auf dem Spielplatz des Beerster Kindergartens "Kinnerhus" auf die Lokomotive. Fahrt aufnehmen wird die Kita-Planung in Beers: Das Kinnerhus ist rappelvoll, die kirchliche Kita ebenso. von Inga Hansen

Die Kinderzahlen klettern. In Geestland leben jetzt 837 Drei- bis Sechsjährige – 54 mehr als im Vorjahr. Das geht aus der Kreis-Statistik hervor, die im Jugendhilfeausschuss präsentiert wurde. Geestland zählt damit zusammen mit Land Hadeln und Cuxhaven zu den Kommunen im Kreis, in denen wieder deutlich mehr Kinder geboren werden. Wenn man im Cuxland alle Kinder unter 11 Jahren zählt, kommt man jetzt auf 16 791 – 316 mehr als 2016. In Cuxhaven und Geestland sind es allein um die 100 Kinder mehr. Eine erfreuliche Entwicklung nach den dramatischen Statistiken der früheren Jahre, die kreisweit einen Kinderschwund vorhersagten. Inzwischen ist das Bild nicht mehr so einheitlich. Ein Grund für den Zuwachs sind die Flüchtlinge. Der Anteil ausländischer Kinder hat sich seit 2015 verdreifacht, von 630 auf 1960.

Im Kinnerhus, der Kita mit den meisten Kindern und den längsten Öffnungszeiten in Geestland, wie Leiterin Heike Jahnke erzählt, hat man in den letzten Jahren mehrfach improvisiert, um genügend Plätze bereitzuhalten. Erst wurde ein Waldkindergarten gegründet, dann eine Gruppe ins Sportheim ausgelagert, schließlich eine Kleingruppe im Therapieraum untergebracht. Nachfrage, sagt Jahnke, war immer da. „Die Politiker reden seit Jahren davon, dass die Kinderzahlen sinken, aber wir merken das nicht.“ Darauf wies auch Richard Schütt (CDU) im Ausschuss hin. „Wir haben Wartelisten in den Kitas in Cuxhaven und Otterndorf. Die Betriebe bieten schon an, die Kosten für Kitas zu übernehmen. Wie lange wollen wir das noch durchhalten, nur weil wir glauben, dass die Kinderzahlen irgendwann sinken?“

Tatsächlich werden in den Kitas, Krippen und Horten im Cuxland immer mehr Kinder betreut. Die Quote liegt kreisweit bei 92 Prozent. Obwohl es mit 8129 Plätzen auch so viele Betreuungsplätze gibt wie noch nie. Für Hartmut Ahlf, Geschäftsführer des DRK Hadeln und Ausschussmitglied, ist das Bild aber differenzierter: „Ausgebucht sind vor allem Kitas in zentralen Orten mit langen Öffnungszeiten. Betreuungszeiten von 8 bis 12 Uhr, wie es sie in vielen Dörfern gibt, helfen den Eltern nicht.“ Sein Rat: Bevor die Kommunen neue Kitas bauen, lieber erst mal die Öffnungszeiten ausweiten. Kreisdezernent Friedhelm Ottens machte deutlich, dass der Kreis die Zuschüsse für den Kita-Bau kräftig aufgestockt habe.

Für den Ausschussvorsitzenden Uwe Santjer allerdings noch nicht weit genug. „Wir müssen an dieser Schraube noch mal drehen, um den Gemeinden besser zu helfen“, kündigte der SPD-Mann an. Dass der Kinderboom weiter anhält, ist aber laut Kreis-Statistik nicht abzusehen. Für 2020 rechnet man auch in den Boom-Gemeinden Geestland und Cuxhaven mit ähnlichen Zahlen wie heute.

In Beers, das versichert Iris Dittmann, Bereichsleiterin im Rathaus, denkt man aber auf jeden Fall über den Bau eines weiteren Kindergartens nach.

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