Wingst: Schlager-Arena mit 4000 Partygästen
WINGST. Das Musikprogramm der Schlager-Arena in der Wingst war bunt, die Party friedlich und fröhlich. Kritik gab es allerdings an der Getränkeversorgung.
Der Schlager lebt. Er trifft als Seelenfutter mitten ins Herz oder ist einfach nur friedlich, fröhlich und ausgelassen - und mit ihm auch seine Fans. "Es hat sich gezeigt, dass eine solche Veranstaltung gut in die Wingst passt." Veranstalter Sören Stinski (Hemmoor) spricht von etwa 4000 Besuchern, die die Premiere seiner Schlager-Arena dem Dobrock bei Sommerwetter beschert haben. Auf Kritik vieler Besucher stießen allerdings zu wenig Getränkestande und zu lange Wartezeiten bei schweißtreibenden Temperaturen.
Der Schlager zeigte hier viele Gesichter. Er trug eine Entenmaske wie Ingo ohne Flamingo, hatte wie Vanessa Mai ein mitreißendes jugendliches Strahlelächeln oder tief eingegrabene Lebenslinien wie Matthias Reim. Ebenso groß war die Spannbreite der Musik, die sie verkörperten. Sie reichte vom Ballermann-Sauflied bis zur Ballade. Was die Künstler offensichtlich verband: der Spaß am Singen, das Spiel mit dem Publikum und die Liebe zur Bühnenperformance. Nachmittags schallte eher Partymusik über das Gelände. Geilomat ("Wir wollen fette Mädchen tanzen sehen, skinny Bitches können nach Hause gehen ...") oder Ingo ohne Flamingo ("Saufen, morgens, mittags, abends, ich will saufen. Der Hahn muss laufen ...") kurbelten die Fröhlichkeit an. Um die ganz großen Gefühle - Glück und Schmerz, Liebe und Leid - ging es am Abend. Den Einstieg bot Michelle ("Wer Liebe lebt, wird unsterblich sein"). Getoppt wurde ihr Auftritt noch von Vanessa Mai, die ihre Liveband zur Unterstützung dabei hatte. Mit ihren Liedern trifft sie offensichtlich besonders die Emotionen junger Mädchen: Jede Zeile konnten ihre Fans textsicher mitsingen - voller Verzückung. "Mein Leben ist Rock'n Roll" nahm Headliner Matthias Reim sein begeistertes Publikum mit auf eine weite Reise. "Du bist mein Glück, du bist mein Planet, die Sonne, die nie untergeht", sang er mit Inbrunst und markanter Stimme. Diese Show mit Liveband war auch persönliches Highlight von Festivalmacher Stinski: "Ich bin ja eigentlich ein Fan von Rockmusik - aber Matthias Reim hat hier ein hochwertiges Konzert gegeben."
Stinski ist am Tag nach dem Event immer noch euphorisiert. "Wahnsinn" sei die Veranstaltung gewesen mit einem Wetter, das einfach nur "unglaublich" war. Aber das allerfeinste Hochsommerwetter sorgte auch für den einzigen Wermutstropfen einer ansonsten fröhlichen Party, zu der man keine eigenen Getränke auf das Gelände mitnehmen durfte. An den Ständen mussten Besucher lange Wartezeiten in Kauf nehmen. "Die Leute haben das Geld voller Taschen und werden es hier nur schwer los", quittierte ein Wingster die Situation lakonisch. Stinski räumte das Manko ein. Mit derart hohen Temperaturen habe man nicht gerechnet. Die Truppe von Stinski, der auch für den Giants Run verantwortlich zeichnet, ist ein eher kleines Team. "Im Kern sind wir fünf Leute." An diesem Tag kamen weitere rund 20 Helferinnen und Helfern dazu.
Neben der Security sorgten Kräfte aus Feuerwehr und Rettungsdienst für den reibungslosen Verlauf. Dass die Sonne aber ungehemmt auf die Rollstuhlfahrer-Tribüne schien, mochte die Feuerwehr nicht weiter mit ansehen. Peter Gorski, stellvertretender Gemeindebrandmeister, ließ einen Pavillon besorgen und kurzerhand aufbauen. 68 Feuerwehrleute aus nahezu allen Wehren der Samtgemeinde waren im Einsatz. Notärztin Dr. Breuer plus die DRK-Kreisbereitschaft Land Hadeln war 30 Helfern und vier Rettungswagen vor Ort. "Aus rettungsdienstlicher Sicht ein sehr ruhiger Dienst, allerdings haben vielen Besucher Wespenstiche zu schaffen gemacht", so Kreisbereitschaftsleiter Friedrich von Saldern. "Friede, Freude, Schlager", vermeldete die Polizei. Lediglich die After-Show-Party habe wegen des plötzlich aufbrausenden Sturms früher als geplant abgebrochen werden müssen. Wird es eine Fortsetzung Schlager-Arena geben? Zunächst liefen jetzt die Abbauarbeiten und es gebe eine Nachbesprechung, aber Sören Stinski schließt eine Neuauflage wegen vieler "positiver Rückmeldungen" ausdrücklich nicht aus.
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