Interview mit Investor:

Wipfelglück im Baumhaushotel Otterndorf

18.02.2016

OTTERNDORF. Dirk Fuhlhage hat einen Traum: Der Otterndorfer will in unmittelbarer Nähe zum Wasser- und Landschaftspark "Achtern Diek" ein Baumhaushotel errichten. Von Jens-Christian Mangels

Herr Fuhlhage, wie müssen wir uns Ihre Kindheit vorstellen: Sind Sie ständig auf Bäumen herumgeklettert? Hatten Sie ein Baumhaus? 

Ein richtiges Baumhaus hatte ich nicht. Aber bei meinem Opa gab’s eine Plattform mit Treppe, die an den Baumstamm genagelt war. Damit fing es an.

Wie und wann ist die Idee zum Baumhaushotel konkret entstanden?

Das ist mittlerweile zehn Jahre her. In der Unibibliothek in Oldenburg ist mir eine Zeitschrift in die Hände gefallen, in der ein Baumhaushotel in Frankreich vorgestellt wurde. Die Idee ist dann in meinem Kopf hängen geblieben und nicht mehr weggegangen. Ich habe dann erst einmal mein Studium fertiggemacht, war im Ausland und wollte Geld verdienen. Ich bin im Online-Marketing gelandet und habe seit drei, vier Jahren mein eigenes Internet-Unternehmen. Aber die Baumhaus-Idee war die ganze Zeit in meinem Hinterkopf.

Sie haben dann den bekannten Baumhaus-Bauer Johannes Schelle kennengelernt, besser bekannt als „Baumbaron“. Wie sind Sie an ihn herangekommen? 

Ich habe einige Jahre in München gewohnt. Dort meldete sich der Baumhaus-Gedanke mit Macht zurück und ich überlegte, wie ich die Idee konkretisieren kann. Ich recherchierte, wer sich in Deutschland auf Baumhäuser spezialisiert hat und stieß auf den Namen Johannes Schelle. Und wissen Sie was? Er saß nur eine halbe Stunde von mir entfernt. Ich bin dann einfach mal auf seinen Hof gefahren, habe mit ihm geschnackt und wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Jetzt ist er mein Partner beim Baumhaus-Projekt.

Wie viele Baumhäuser hat Schelle schon gebaut? 

Rund 150. Er macht nichts anderes.

Hatten Sie für die Baumhaushotel-Pläne von Anfang an Ihre Heimatstadt Otterndorf vor Augen? 

Ich habe mit dieser Idee immer geliebäugelt. Als sich die Möglichkeit dann tatsächlich ergeben hat – der Baumbestand ist in Otterndorf ja relativ rar – war das eine tolle Sache.

Sie hätten Ihr Projekt ja auch in der Wingst aufziehen können. Dort gibt es viele Bäume...? 

Das stimmt. Aber die Rahmenbedingungen in Otterndorf mit dem Wasser direkt vor der Haustür waren noch besser. Wenn meine Freunde aus München zu Besuch in den Norden kommen, wollen sie vor allem eines haben: Wasser. Die Bäume, das Wasser und die touristischen Rahmenbedingungen – das passt in Otterndorf ganz wunderbar zusammen.

Es gibt ja ganz unterschiedliche Baumhaushotels – luxuriös oder ganz einfach gehalten mit Komposttoilette. Wie werden Ihre Baumhäuser aussehen? 

Eher einfach gehalten. Es wird definitiv keine Fernseher in den Baumhäusern geben. Bei den Toiletten sind wir noch am Überlegen.

Wie viele Baumhäuser wollen Sie insgesamt errichten? 

Es gibt Potenzial für sechs reine Baumhäuser, die tatsächlich an Bäumen befestigt werden und keine Stelzen haben. Wir starten aber zunächst mit drei bis vier Baumhäusern und schauen, wie sich das Projekt entwickelt.

Und wann wird die Eröffnung gefeiert? 

Wir peilen Ostern 2017 an.

Baumhäuser und Baumhaushotels sind derzeit sehr angesagt. Woher, glauben Sie, kommt die Faszination für die Holzkonstrukte hoch in den Wipfeln? 

Ja, Baumhaushotels sind sehr angesagt. Unabhängig von jedem Hype glaube ich, dass Baumhäuser das Kind im Menschen ansprechen. Und ich glaube, dass Baumhäuser die Sehnsucht des modernen Großstädters widerspiegeln: Naturverbundenheit und die Suche nach Rückzug und Entschleunigung.

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