Erben ohne eigene Pläne

Zollhaus in Neuhaus wird verkauft

13.07.2016

NEUHAUS. Was planen die neuen Eigentümer DGzRS und SOS-Kinderdorf mit ihrem Erbe? Ihnen gehört das alte Zollhaus in Neuhaus (Oste). Von Wiebke Kramp

Der dreigeschossige Backsteinkoloss thront auf dem Deich zwischen altem Hafen und Schleusenplatz. Dahinter hockt seine Fachwerkscheune, die zusehends bröckelt, verwittert und verlottert. Gegenüber der Kornspeicher, daneben das Apothekerhaus und ums Eck die frühere Schankwirtschaft: Das gesamte, denkmalgeschützte Ensemble bildet hier das historische Arbeitszimmer des Fleckens.

Eigentümer des historischen Zollhauses und der Scheune mitten in Neuhaus sind zwei gemeinnützige Organisationen: Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger sowie SOS-Kinderdorf bestätigten dies gegenüber unserer Zeitung. Sie haben das Zollhaus mitsamt maroder Scheune nach dem Tod der früheren Besitzer geerbt.

In Neuhaus fragen sich Bürgermeister Georg Martens, Nachbarn und Mieter, was die neuen Grundbesitzer jetzt mit den markanten Bauten vorhaben und ob sie sich für ihre Instandhaltung engagieren. Beide Organisationen winken aber ab. Sie haben kein Interesse, weiterhin Wohnungen in dem Gebäude zu vermieten oder es sogar selbst für eigene Zwecke umzubauen, zu gestalten und zu nutzten. Vielmehr setzen sie darauf, dass dieses Gebäude Gewinn bringt. Es steht bald zum Verkauf. Nachdem ein beauftragter Sachverständiger seinen Bericht abgeliefert hat, soll es schnellstmöglich auf den Markt, so der Wunsch der Eigentümer. Ihren Anteil des Erlöses möchten sie dann erklärtermaßen in die originäre Arbeit von DGzRS und SOS-Kinderdorf stecken.

Das betonten auf Nachfrage sowohl SOS-Kinderdorf-Sprecherin Carolin Mauz aus München als auch Ralf Baur, Sprecher der in Bremen ansässigen DGzRS. Beide am Gemeinwohl orientierte Organisationen haben zu diesem Zweck einen Nachlassanwalt engagiert, der die Angelegenheit regelt. Für beide ist es durchaus üblich, vererbte Immobilien zu veräußern, da die Verwaltung zu aufwändig und teuer sei. „Wir nutzen den Erlös, um ihn in unsere eigentliche Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien zu stecken“, sagt Carolin Mauz. Ähnlich äußert sich Ralf Baur: „Die DGzRS ist rein Spenden finanziert, wir brauchen allein 34 Millionen Euro pro Jahr Geld für unsere Arbeit, Menschen aus Seenot zu retten.“

Historie:

Der Backsteinriese am historischen Schleusenplatz in Neuhaus markiert die Zufahrt zum alten Hafen und legt Zeugnis bewegter Schifffahrtsgeschichte ab. Als Wasserstraßen von wichtigster wirtschaftlicher Bedeutung waren, war der Hafen des Fleckens Neuhaus eine wichtige Drehscheibe für den Warenumschlag. Für die Einfuhr wurde ein so genanntes Kramgeld – also Zoll – erhoben. Um durch die Deichlücke zum Hafenanleger zu gelangen, wurde zudem ein Wegegeld fällig. Es diente der Instandsetzung der seit 1772 gepflasterten Hafenzufahrt. Das Zollhaus aus rotem Backstein wurde 1850 erbaut. Ab 1843 lag in der Ostemündung ein stationiertes Zollschiff, das die Ladung aller einlaufenden Schiffe kontrollierte.

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