Reederei Elb-Link

Zukunft der Fährlinie noch ungewisss

07.03.2017

CUXHAVEN. Die Reederei Elb-Link hat am Montag beim Amtsgericht Cuxhaven Antrag auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das bestätigten am Mittag ein Sprecher des Gerichts, ebenso wie Elb-Link-Betriebsleiter Bernd Bässmann. Damit haben die rund 50 Mitarbeiter nun eine Chance an ihren noch ausstehenden Februarlohn zu kommen. (von Thomas Sassen)

 Die Mitarbeiter haben Anspruch auf Insolvenzausfallgeld für insgesamt drei Monate, sagte Verdi-Sprecher Gunnar Wegener auf Nachfrage.

Am vergangenen Mittwoch war der Betrieb der im Sommer 2015 wiedereröffneten Fährverbindung zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel ohne Vorankündigung bis auf Weiteres eingestellt worden. Ursächlich sind Millionenverluste. Derweil laufen auf politischer Ebene Gespräche über einen möglichen Neuanfang und die Gründung einer Auffanggesellschaft, die die Fährlinie mit mindestens einem Schiff weiterbetreiben könnte. Bernd Bässmann rechnet nicht mit einer schnellen Lösung, die allerdings wichtig wäre, um die Speditionskunden, die die Linie nach einer Anlaufphase gut angenommen hatten, nun zu halten. Es sei auch noch nicht klar, ob die Schiffe überhaupt noch zur Verfügung stehen.

Am heutigen Dienstag tritt der Verwaltungsausschuss der Stadt Cuxhaven in einer Sondersitzung zusammen, um die Chancen für einen Neustart unter Beteiligung von Land, Stadt und Landkreis auszuloten. Dort soll, wie zu hören ist, die Elb-Link-Reederei ihren Rettungsplan präsentieren.

Betriebsleiter Bernd Bässmann hat bereits angekündigt, dass er die Gründung einer Auffanggesellschaft plant. Angeblich soll es private Investoren geben, die bei einem Neustart unter transparenten Bedingungen mit einsteigen würden.

Die Stadt Brunsbüttel hat noch nicht entschieden, ob sie ebenfalls zu einer Sondersitzung ihres Hauptausschusses einladen wird, war am Montag über die Brunsbütteler Rundschau zu erfahren. Das Land Schleswig-Holstein sei nicht in die Rettungspläne einbezogen. Das Wirtschaftsministerium in Kiel habe im Hinblick auf eine finanzielle Beteiligung bereits abgewunken.

Anton W. Grunert, AfD-Ratsfraktionsvorsitzender in Cuxhaven, bedauert das Ende der Fährverbindung, hält aber eine Weiterführung nur dann für sinnvoll, wenn sich „Wirtschaftsunternehmen maßgeblich beteiligen, die vom Fährbetrieb Ahnung haben“ und die für eine wirtschaftlich tragfähige Basis sorgten.

Eine endgültige Einstellung der Verbindung wäre nach Meinung von Michael Glenz, Vorsitzender des Allgemeinen Verkehrsclub Deutschland, Kreisverband Cuxhaven, ein großer Verlust für Wirtschaft, Tourismus und die Menschen an der Elbmündung. Ganz selbstverständlich würden Tunnel, Straßen- und Bahnverbindungen mit öffentlichem Geld gefördert, wenn es ein öffentliches Interesse gibt, schreibt Glenz. Bei Bahnstrecken gibt es ein klares Verfahren. Die Bundesländer schreiben die Leistung aus und vergeben diese an den günstigsten Anbieter. Warum gelte dies nicht auch bei der wichtigen Fährverbindung?, fragt Glenz.

Dr. Rolf Geffken aus Cadenberge kritisiert das Verhalten der Landesregierung und der Kommunen, das geprägt sei von geradezu blindem Vertrauen in die Reederei Elb-Link. Dabei hätten schon bald nach Aufnahme der Fährverbindung Experten, darunter Jürgen Grzeskowiak das Fehlen eines überzeugenden Konzepts seitens des Managements eingefordert.

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