Zwei Stadtschreiber gewählt

30.01.2011

OTTERNDORF. Die Suche nach dem neuen Otterndorfer Stadtschreiber hat sich Otterndorf nicht leicht gemacht. Und zum Schluss hatte es der Kulturausschuss nach einer persönlichen Vorstellungsrunde sogar mit zwei Bewerbern zu tun, "die absolut gleichwertig" sind, wie Ausschussvorsitzender Hans-Volker Feldmann im Gespräch mit unserer Zeitung feststellte. Das scheinbare Dilemma löste die Kulturpolitik auf denkbar unkomplizierte Weise. Es gibt zwei Sieger: Finn-Ole Heinrich und Alexander Häusser.

"Beide haben uns dermaßen beeindruckt, wir konnten uns nicht entscheiden. Jeder für sich vertritt eine originelle Seite der Literatur", sagt Feldmann zum Auswahlprozess. Der Kulturausschuss wählte eben auf einen Streich den Stadtschreiber für dieses und schon für nächstes Jahr aus. Das spart nicht nur die Ausschreibung, sondern auch den mühevollen Auswahlprozess. Trotz Verschärfung der Bedingungen musste die ehrenamtliche Jury sich diesmal noch durch 98 Bewerbungsschreiben und Manuskripte lesen. Auf Neudeutsch nennt man so etwas Win-Win-Situation.

Beide ausgewählte Autoren sind in Hamburg ansässig. Sie hatten sich bereits auf dem Weg nach Otterndorf im Zug zum Vorstellungsgespräch kennengelernt. Weil es zu erheblichen Bahnverzögerungen gekommen war, hatte Marei Gerken aus dem Kulturamt per Handy dafür gesorgt, dass die Männer sich kennenlernten - und dies erleichterte nach dem Positiv-Votum der Gremien erheblich die reibungslose Absprache, wer denn nun in welchem Jahr als Stadtschreiber ins Gartenhaus am Süderwall ziehen möchte.

In Mai beginnt die Stadtschreiberzeit von Finn-Ole Heinrich. Der in Cuxhaven aufgewachsene und vielfach preisgekrönte Autor war schon einmal von der Jury als Stadtschreiber auserkoren worden, hatte sich letztlich aber doch gegen Otterndorf entscheiden müssen, weil er ein Jahresstipendium für Erfurt erhalten hatte. Erneut bewarb er sich voriges Jahr mit einer Geschichte, die die Jury überzeugte durch durchdachte, kristallene Klarheit in der Sprache. "Finn Ole Heinrich ist ein Schriftsteller, der sich auf verschiedenen Sprachebenen sicher bewegen kann und Gespür für psychologische Situationen hat", lobt Feldmann. Spannend für Otterndorf dürfte sein, dass der junge Autor auf allen Feldern der Medien und sprachlich dominierten Kunst zu Hause ist, gemeinsam mit Musikern auftritt, und auch als Drehbuchautor und Filmemacher agiert.

Hienrich, der sich zurzeit auf einem USA-Trip befindet und auf dem Weg von Texas nach San Francisco ist, teilte unserer Zeitung mit, dass er für den Stadtschreibersommer zwar schon Vorstellungen habe, "die müssen noch genauer ausgeheckt werden. Ich habe eine Menge Ideen, aber da muss ich mal schauen, was machbar ist..." Eines steht bereits fest: Wie schon seine Vorgängerinen und Vorgänger wird er gern eine Kolumne für die NEZ schreiben.

Das Genre Film eint ihn auch mit dem zweiten ausgewählten Stadtschreiber, der 2012 das Gartenhaus beziehen wird: Auch Alexander Häusser ist Drehbuchautor. Ein gefeierter sogar. Sein Doku-Drama "Hungerwinter" lief jüngst erfolgreich über den Fernsehschirm und die filmische Arbeit "Zeppelin" hat mehrere Preise erzielt. Darüber hinaus ist er aber auch Romanautor. "Karstedt verschwindet", sein mittlerweile vergriffenes Werk aus dem Jahr 2007, war hoch von der Kritik gelobt. Feldmann: "Das ist ein Buch mit Hitchcock-Effekten. Spannung baut sich auf und entlädt sich in einem furiosen Finale." In Otterndorf kann sich Häusser vorstellen, an einem Kriminalroman zu schreiben, der an der Küste angesiedelt ist. Er beabsichtigt, die Eindrücke der Landschaft literarisch zu verarbeiten.

Den künftigen Stadtschreibern attestieren Marei Gerken und Hans-Volker Feldmann übrigens unisono nicht nur herausragende literarische Qualitäten: "Alle beide sind sehr zugängliche Menschen."

Von Wiebke Kramp

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