2:2 im Cuxhavener Stadtderby: Punktgewinn - aber keine Zufriedenheit
Zweimal zurückgekommen, spät ausgeglichen - und trotzdem unzufrieden: Rot-Weiss Cuxhaven verpasst im Derby gegen den TSV Altenwalde den ersehnten Sieg und muss sich mit einem glücklichen 2:2 begnügen. Ein kleiner Rückschlag im Aufstiegsrennen.
Zweimal hat Rot-Weiss Cuxhaven einen Rückstand aufgeholt, spät den 2:2-Endstand erzielt - und dennoch überwog die Enttäuschung bei Spielern und Verantwortlichen der Kampfbahnkicker nach dem Unentschieden im Fußball-Bezirksliga-Derby gegen den TSV Altenwalde, die mit dem Punkt zwar leben konnten, sich aber dennoch ärgerten.
Knapp 500 Zuschauer wollten das Stadtderby auf der Kampfbahn sehen. Für die Gastgeber war es das letzte in dieser Saison. Nach zwei Unentschieden gegen den FC Cuxhaven und einer Niederlage im Hinspiel in Altenwalde wollte Rot-Weiss den ersten Derbysieg feiern. Daraus wurde nichts. Dementsprechend enttäuscht war RW-Coach Philipp Schlüter: "Ich war mit der Einstellung überhaupt nicht zufrieden. Wir haben 70 Minuten nicht die Einstellung gezeigt, die wir in den letzten beiden Spielen hatten. Und die wir in so einem Derby auch brauchen."

Hinzu kamen viele einfache Fehler - sowohl defensiv als auch offensiv. Das wusste der TSV Altenwalde zu nutzen. Gewohnt aggressiv und laufstark ging die Mannschaft von Trainer Cristiano Da Cruz Cunha zu Werke. Die Gäste verteidigten kompakt, ließen kaum Räume zu, um dann in schnellen Umschaltsituationen selbst gefährlich zu werden. Doch es war ein ruhender Ball, der für den ersten Jubellauf an diesem Tag sorgen sollte. Sebastian Jark legte sich den Ball zum Freistoß aus über 30 Metern Torentfernung zurecht. Er knallte den Ball mit Wucht, Präzision und Hilfe des linken Pfostens in den Winkel des RW-Tores. Ein Traumtor nach 13 Minuten. Jark ließ sich von seinen Mannschaftskollegen feiern.
Rot-Weiss brauchte einen Moment, um sich davon zu erholen. Dennoch hätte Sebastian Wöhlkens nur drei Minuten später den Ausgleich erzielen können, als er völlig frei vor Altenwaldes Torhüter Marlon Plehn auftauchte, an diesem aber scheiterte. In der Folge taten sich die favorisierten Gastgeber aber schwer. Bis Rune Santjer Rot-Weiss Cuxhaven unfreiwillig ins Spiel zurückbrachte. Er vertändelte den Ball im eigenen Strafraum. Luca Mittelstädt nahm die Einladung dankend an und traf aus kurzer Torentfernung mit dem Außenrist zum Ausgleich. Kurz vor der Halbzeit hätte Mittelstädt das Spiel komplett drehen müssen. Nach einem Querpass von Lutz Hölker schoss er den Ball aus sieben Metern am leeren Tor vorbei. So ging es mit dem Remis in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel verflachte das Spiel zusehends. Beide Mannschaften hatten auf dem holprigen Rasen so ihre Probleme mit der Ballkontrolle und Passgenauigkeit. In der 73. Minute tauchte aber plötzlich Altenwaldes Torjäger Lan-Lukas Mergard allein vor RW-Schlussmann Nik Himmel auf und überwand diesen aus fünf Metern Entfernung. Altenwalde feierte erneut ausgiebig - und schnupperte am Sieg auf der Kampfbahn.
Rot-Weiss rannte zwar an, blieb aber fehlerbehaftet. Es gab kaum klare Abschlüsse. Dennoch kamen sie zum Ausgleich - wieder mithilfe der Altenwalder. Joshua Flemmings Schuss aus 16 Metern Torentfernung ließ TSV-Keeper Plehn durch die Arme rutschen - 2:2 (85.). Danach passierte in den Strafräumen wenig, sodass es beim Unentschieden blieb.
Schlüter sprach nach dem Spiel von einem "glücklichen Punkt" für sein Team. Cristiano Da Cruz Cunha ärgerte sich über den verpassten Sieg. "Beide Tore für Rot-Weiss sind Geschenke von uns, sonst gehen wir hier mit drei Punkten raus." Am Ende blieb ein 2:2, das sich für Rot-Weiss wie zu wenig anfühlte - und für Altenwalde wie ein verpasster Sieg.