Der 86-jährige Heinz-Georg Gätcke ist täglich mit seinem Fahrrad unterwegs. In der Vergangenheit hat er große Touren durch ganz Deutschland gemacht. Viele Jahre ohne Motor, seit einiger Zeit mit elektrischer Unterstützung. Foto: Unruh
Der 86-jährige Heinz-Georg Gätcke ist täglich mit seinem Fahrrad unterwegs. In der Vergangenheit hat er große Touren durch ganz Deutschland gemacht. Viele Jahre ohne Motor, seit einiger Zeit mit elektrischer Unterstützung. Foto: Unruh
Sportlich

Mit 86 noch topfit: Radfahrer aus Hemmoor erkundet fast alle Flussläufe Deutschlands

von Jan Unruh | 02.02.2026

Heinz-Georg Gätcke hat auf zwei Rädern fast jeden Flusslauf Deutschlands erkundet und bleibt auch mit 86 Jahren topfit. Sein Leben ist geprägt von sportlichen Abenteuern, Gemeinschaft und der Leidenschaft fürs Radfahren.

Heinz-Georg Gätcke steht vor einer großen Deutschlandkarte, die in seinem Arbeitszimmer an der Wand hängt. Auf ihr hat er unzählige Striche mit einem schwarzen Filzstift gezeichnet. Überall dort ist der mittlerweile 86-Jährige mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Gätcke hat fast jeden Flusslauf in Deutschland abgefahren - von Ost nach West und von Nord nach Süd. "Ich bin schon immer gerne mit dem Rad gefahren", sagt der Hemmoorer. Die meiste Zeit an seiner Seite war seine Frau Margret. Zusammen haben die beiden Deutschland und einige Nachbarländer mehr oder weniger mit dem Fahrrad bereist. Seit 60 Jahren sind die beiden glücklich verheiratet. Das Fahrradfahren hat die beiden seitdem immer begleitet. "Das waren unsere Haupturlaube früher", sagt Gätcke. Im Bekanntenkreis wurden sie für diesen "Billigurlaub", wie er damals von vielen bezeichnet wurde, oft belächelt. Den beiden war es egal. Sie hatten Spaß auf dem Zweirad, erlebten viele wunderbare Momente. "Es war einfach sehr schön und vor allem abenteuerreich", sagt Heinz-Georg Gätcke.

Mittlerweile sind die Zeiten der großen Touren vorbei. Dennoch sitzt der 86-Jährige täglich auf dem Sattel deines Fahrrads - wenn es das Wetter zulässt. Einmal wöchentlich trifft er sich zudem mit einer insgesamt 12-köpfigen Männergruppe zum Fahrradfahren. Er hat diese ins Leben gerufen. Es geht um Bewegung, aber auch um Geselligkeit. "Es ist wichtig, dass man zusammenkommt", sagt Gätcke. Das Fahrradfahren hält den Rentner fit - sowohl körperlich als auch geistig. Auch wenn die großen Strecken quer durch Deutschland weniger geworden sind, so legt Gätcke immer noch durchschnittlich 4000 bis 5000 Kilometer pro Jahr im Sattel zurück. In früheren Jahren war es deutlich mehr. "So eine große Leistung ist es nun auch nicht", sagt Gätcke bescheiden. Der 86-Jährige war schon immer sportlich, spielte jahrelang Tennis und lief mehrere Marathons. Nach einer Knieverletzung vor rund 30 Jahren riet ihm sein Orthopäde davon ab, weiter Langstrecken zu laufen. Er intensivierte ab diesem Zeitpunkt das deutlich gelenkschonendere Radfahren. "Wenn ich mich heute zwischen Langstreckenlaufen und Radfahren entscheiden müsste, würde ich die Langstrecke wählen", sagt Gätcke. Er nahm an Marathons in Leipzig, Frankfurt und Hamburg teil. Sein Traum wäre ein Start beim New York Marathon gewesen, doch dann kam die Knieverletzung dazwischen. Im Keller hängen noch unzählige Medaillen und Urkunden von Laufveranstaltungen, an denen er erfolgreich teilgenommen hat.

Stolz zeigt Heinz-Georg Gätcke seine ganz persönliche Deutschland-Karte, auf der er alle seine Radtouren eingezeichnet hat. Foto: Unruh

Trotz aller Bescheidenheit ist Gätcke stolz auf das, was er in den vergangenen Jahrzehnten erreicht hat und erleben durfte. Er ist kein Typ für halbe Sachen. "Wenn ich etwas mache, dann richtig", sagt er. Sport war und ist ein fester Bestandteil in seinem Leben. Durch den vielen Schnee und die Eisglätte in den vergangenen Tagen musste er auf das Fahrradfahren verzichten. "Das tat mir gar nicht gut", sagt er. Umso glücklicher war er, als er nach der für ihn gefühlt ewig langen Pause wieder in die Pedale treten konnte. Nun dreht er wieder seine Runden durch das Cuxland. Dass er noch einen für ihn unbekannten Flusslauf abfährt, glaubt er nicht. Ganz ausschließen will er es aber auch nicht. "Träume hat man immer", sagt er mit einem Grinsen. 

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Jan Unruh

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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