Warum die Olympischen Winterspiele im Cuxland vor allem im Fernsehen stattfinden
Im Cuxland bleibt der Wintersport ein Fernsehgenuss, denn die Region hat keine Athleten im deutschen Olympia-Team. Doch mit kreativen Alternativen und einer prominenten Botschafterin wird das olympische Feuer hier dennoch am Leben gehalten.
Wenn am Freitag (6. Februar) das olympische Feuer entzündet wird, beginnt mit den Milano Cortina 2026 eines der größten Wintersportereignisse der Welt. 19 Tage lang messen sich rund 2800 Athletinnen und Athleten aus mehr als 90 Nationen in 116 Wettbewerben, verteilt auf 13 Sportstätten zwischen Mailand und Cortina d'Ampezzo. Für viele Regionen ist Olympia auch eine Frage der Identifikation - für den Norden Deutschlands, und ganz besonders für das Cuxland, gilt das nur eingeschränkt.
Denn aus dem Kreis Cuxhaven ist kein einziger Sportler im deutschen Olympiateam vertreten. Auch ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Einen gut dokumentierten Olympia-Start eines Athleten aus dem Cuxland bei Winterspielen hat es bislang nicht gegeben. Das liegt wohl weniger an fehlender sportlicher Begeisterung als vielmehr an den geografischen Gegebenheiten der Region. Denn Wintersport braucht Infrastruktur - und die ist im norddeutschen Tiefland naturgemäß begrenzt. Keine Berge, keine Skipisten, keine Halfpipes. Disziplinen wie alpiner Skilauf, Snowboarden, Skispringen oder Freestyle Skiing sind hier schlicht nicht umsetzbar. Auch hochspezialisierte Anlagen wie Bob-, Rodel- oder Skeletonbahnen fehlen komplett.
Fußball oder Reitsport haben hier Tradition
Entsprechend wenig überraschend ist der Blick auf das Team Deutschland: Die meisten der 185 Athletinnen und Athleten stammen aus klassischen Wintersportregionen wie Bayern, Baden-Württemberg oder Thüringen. Dort gibt es Schnee, Berge, Leistungszentren - und vor allem die erforderlichen Strukturen. Das Cuxland dagegen ist sportlich anders geprägt: Wassersport, Fußball, Leichtathletik oder Reitsport haben hier Tradition.
Für Cuxländer finden die Winterspiele also vor allem im Fernsehen statt. Übrigens ist das Cuxland bei den Olympischen Winterspielen trotzdem vertreten - wenn auch nicht als Teilnehmer. Denn mit Tabea Kemme ist zumindest eine bekannte Sportlerin mit Wurzeln im Cuxland bei den Spielen präsent. Die gebürtige Geversdorferin gewann 2016 bei den Olympischen Sommerspielen in Rio Gold mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. In Italien ist sie nun als Teil des "Team D" im Einsatz - nicht auf dem Spielfeld, sondern als Botschafterin. Ein kleiner, aber symbolischer Bezug zur Region.

Manchmal ist im Cuxland sogar Rodeln möglich
Und auch sportlich lässt sich der Winter im Norden erleben - wenn auch in reduzierter Form. Eishockey und Eiskunstlauf sind in Bremerhaven feste Größen und bieten jungen Sportlern zumindest eine olympische Teildisziplin in erreichbarer Nähe. Curling, vielen nur aus dem Fernsehen bekannt, kann in Hamburg ausprobiert werden. Und wenn der Frost es zulässt, wird selbst im Cuxland gerodelt - nicht olympisch genormt, aber mit echtem Winterspaß. Hinzu kommen kreative Alternativen wie Sommerbiathlon-Angebote: Laufen statt Skilanglauf, Schießen bleibt Schießen. Das olympische Gefühl stellt sich trotzdem ein - zumindest ein bisschen. Und während nun in den Alpen Medaillen erkämpft werden, bleibt das Cuxland Zuschauerregion.
Wintersport-Möglichkeiten in der Region
- Curling Club Hamburg: Interessierte können montags von 18 bis 20 Uhr oder 20 bis 22 Uhr zu einem Schnuppertraining kommen. Anmeldungen sind unter (0174) 944 20 40 oder info@curlingclub.hamburg möglich. Mitzubringen sind warme und bequeme Kleidung sowie saubere (Hallen-) Sportschuhe. Die weitere Ausrüstung ist vorhanden.
- Roll- und Eissport-Verein Bremerhaven (REV): Anmeldungen für ein Eishockey-Training für Kinder sind über die Internetseite rev-brhv.de/einshockey möglich. Hier sind auch Anmeldungen für die Eiskunstlaufschule möglich.