Neuer Kunstrasenplatz in Cuxhaven: Aus Hoffnung wird Ungewissheit
Seit mehr als einem Jahr ist der Neubau eines Kunstrasenplatzes am Feldweg in Cuxhaven beschlossene Sache. Doch noch ist kein Spatenstich erfolgt. Neue Gutachten und offene Fragen sorgen bei Verein und Hockeyabteilung für Verunsicherung.
Der Neubau eines Kunstrasenplatzes auf der Anlage des SC Schwarz-Weiß Cuxhaven ist seit mehr als einem Jahr beschlossene Sache. Eigentlich sollten in diesem Jahr die Arbeiten beginnen. Doch auf dem Gelände am Feldweg ist aus baulicher Sicht noch nichts passiert. Das hat mehrere Gründe, sorgt aber auch für Unsicherheiten, die aktuell verstärkt aufkommen. Der gesamte Standort wird noch einmal neu infragegestellt.
"Die Gespräche mit der Stadt sind gut. Eigentlich ist alles klar", sagt Lone Mordhorst, Vorsitzende des SC Schwarz-Weiß Cuxhaven. Die Gerüchte und gestreuten Zweifel am Bau des Platzes auf der Anlage am Feldweg sind jedoch auch bei ihr und ihren Vorstandskollegen angekommen. "Das ist total furchtbar", sagt sie.
Stadtsprecher Marcel Kolbenstetter erklärt die Verzögerungen so: "Seitens der Stadt befinden sich insbesondere planungsrechtliche und gutachterliche Fragestellungen noch in der Bearbeitung. Dazu gehören unter anderem Untersuchungen zum Schallschutz sowie zur möglichen Nutzung des Flutlichts. Eine belastbare Einschätzung zu den daraus resultierenden Rahmenbedingungen kann erst erfolgen, wenn die hierfür erforderlichen Unterlagen und Ergebnisse vollständig vorliegen." Große Teile sind aber bereits bekannt. So steht es in den Gutachten, dass die Nutzung zu bestimmten Zeiten nur eingeschränkt möglich sein wird. Mordhorst kennt die Ergebnisse. "Für uns ist alles gut. Er ist so nutzbar, wie wir ihn brauchen", sagt sie.

In erster Linie soll der neue Kunstrasenplatz dem Hockeysport in Cuxhaven zugutekommen. Seit Jahren kämpft die Hockeyabteilung von Schwarz-Weiß für bessere Bedingungen. Rund 120 Kinder spielen mittlerweile im Verein Hockey. Und die Abteilung wächst weiter. Was fehlt, ist eine entsprechende Außen-Spielfläche. Als der Beschluss für den Neubau im vergangenen Jahr auf politischer Ebene gefasst wurde, waren die Verantwortlichen erleichtert. Sie sahen Licht am Ende des Tunnels. Doch nun scheint das Projekt etwas ins Stocken geraten zu sein - jedenfalls so, wie sich der Verein und die Hockeyabteilung den Neubau vorstellen.
Die Stadt Cuxhaven hält sich bedeckt. "Sobald die noch laufenden planungsrechtlichen, gutachterlichen und vertraglichen Prozesse abgeschlossen und die erforderlichen Ergebnisse und Unterlagen vorhanden sind, sollen alle beteiligten Parteien erneut zusammenkommen. Dann können die weiteren Schritte auf einer belastbaren Grundlage gemeinsam besprochen und abgestimmt werden", sagt Kolbenstetter. Weiterhin seien verschiedene vertragliche Fragestellungen zu klären. Dazu zähle unter anderem das Erbbaurecht. Ein klares Bekenntnis zum Neubau des Platzes am Feldweg klingt anders.

Klar ist aber auch, dass der Platz - egal, wo er gebaut wird - nicht nur dem Hockeysport dienen soll. Football und Jugendfußball sind ebenfalls vorgesehen. Wie die konkrete Belegung und Auslastung künftig organisiert wird, soll in Gesprächen mit den verschiedenen Vereinen und Abteilungen noch gemeinsam abgestimmt werden. "Ziel ist eine möglichst hohe und sinnvolle Auslastung der Anlage, damit möglichst viele Sportlerinnen und Sportler von den neuen Möglichkeiten profitieren können", sagt Marcel Kolbenstetter. Nach den bisherigen Kostenschätzungen ist für die Gesamtmaßnahme mit Kosten von rund 1,5 Millionen Euro zu rechnen. Einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung leistet die LEADER-Region Wesermünde-Nord: Im Mai dieses Jahres wurde für das Vorhaben eine Förderung in Höhe von 342.060,05 Euro bewilligt. Die Flutlichtanlage soll der Verein dann in einem nächsten Schritt selbst finanzieren - ebenfalls mit Fördergeldern. "Den Eigenanteil haben wir locker zusammen. Von Vereinsseite ist alles gut", sagt Lone Mordhorst.
Aktuell tragen die Hockeykinder ihre Heimspiele auf dem kleinen Kunstrasenplatz hinter den BBS Cuxhaven aus - wenn es denn überhaupt möglich ist. Eigentlich ist der Platz viel zu klein für den Spielbetrieb in bestimmten Altersklassen. Zudem sorgt das gesamte Drumherum für Stirnrunzeln - bei den Schwarz-Weiß-Verantwortlichen und auch bei den Gastteams. Vor wenigen Tagen spielten Mannschaften aus Oldenburg, Bremen und Emden auf dem in die Jahre gekommenen Untergrund. "Wir sind froh, dass wir überhaupt irgendwo spielen können", sagt Mordhorst. Die Gegner nehmen die Bedingungen so an, wie sie sind, auch wenn sie andere Verhältnisse gewohnt sind. Ein Trainer der Oldenburger U14-Mannschaft sagt: "Für mich ist es okay, aber die Jungs sind überhaupt nicht begeistert." Es gibt keine Begrenzungen, die Schusskreis-Markierungen müssen ausgelegt werden und zur Toilette in den Räumlichkeiten der BBS muss ein sogenannter WC-Lotse mitkommen, damit die Tür zur Schule nicht während der gesamten Zeit der Veranstaltung offensteht.
Mit dem Neubau auf dem Gelände am Feldweg sollten diese Umstände für die Hockeyspielerinnen und -spieler endlich ein Ende haben. Eigentlich schon in diesem Jahr. Daraus wird nichts mehr. Frühestens im kommenden Jahr kann mit dem Bau des Kunstrasenplatzes begonnen werden - wenn die Rahmenbedingungen mit den Ergebnissen der Gutachten dann immer noch stimmen. Bis dahin bleibt eine gewisse Ungewissheit - trotz klarer politischer Bekenntnisse.
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