Winterchaos im Kreis Cuxhaven: Fußballteams kämpfen mit Eis und Schnee
Frost und gesperrte Plätze erschweren die Wintervorbereitung im Cuxland. Der FC Cuxhaven findet Wege, trotz Eis, Schnee und Nässe zu trainieren - auch dank eines Kunstrasenplatzes. Viele Vereine im Landgebiet können davon nur träumen.
Die Schneehaufen werden kleiner, doch der Frost hält sich hartnäckig - und neuer Niederschlag ist bereits angekündigt. Für die Fußballvereine im Cuxland bedeutet das weiterhin Ausnahmezustand in der Vorbereitung auf die Rückrunde.
Zahlreiche Plätze in der Region sind noch gesperrt, zwischenzeitlich waren selbst die Kunstrasenplätze in Cuxhaven wegen Schnee und Eis nicht nutzbar. An reguläres Training auf Rasen war vielerorts nicht zu denken. Stattdessen standen Hallenzeiten, Krafteinheiten und Läufe im Freien auf dem Programm.
"Wir mussten ein wenig improvisieren", sagt Timo Szybora, Trainer des Bezirksligisten FC Cuxhaven. Seine Mannschaft trainierte in der Halle und im Fitnessstudio, wich zeitweise auf den Bolzplatz in Groden aus. Beschweren will sich der Tabellenführer dennoch nicht. "Wir waren gut auf die Wetterlage eingestellt", betont Szybora. Zudem habe das Team bei allen Alternativplänen voll mitgezogen. Der frühe Einstieg in die Vorbereitung zahlte sich aus: Noch vor dem Wintereinbruch konnten die Cuxhavener regulär auf dem Kunstrasen in Groden trainieren.
Der Schwerpunkt lag in den vergangenen Wochen auf Kondition und Fitness - Qualitäten, die den FC bereits in der Hinrunde ausgezeichnet haben. In 17 Spielen blieb die Mannschaft ungeschlagen und überwintert an der Spitze der Bezirksliga.

Mit der Freigabe der Kunstrasenplätze durch die Stadt Cuxhaven kehrt nun schrittweise Normalität zurück. Am Donnerstagabend (20 Uhr) bestreiten die Cuxhavener in Groden ihr erstes Testspiel gegen den Kreisligisten SpVgg BISON. Die ursprünglich angesetzte Partie gegen den Landesligisten TuS Güldenstern Stade musste am vergangenen Wochenende noch abgesagt werden. Am 21. Februar folgt ein weiteres Testspiel gegen den TSV Altenbruch, ehe am 1. März beim MTV Bokel wieder um Punkte gespielt wird.
Von einem Kunstrasenplatz als wetterunabhängiger Trainingsstätte können viele Vereine im Cuxland allerdings nur träumen. Im gesamten Altkreis Hadeln gibt es kein entsprechendes Spielfeld. In Otterndorf soll in diesem Jahr zumindest ein kleiner Kunstrasenplatz auf dem Gelände des Bolzplatzes neben dem ehemaligen Aldi-Markt entstehen - ein erster Schritt.
Doch die meisten Vereine sind seit Jahren darin erprobt, alternative Trainingsmöglichkeiten in der Wintervorbereitung zu finden. "Die Situation ist wie in jedem Jahr", sagt Holger Marx, Trainer des Fußball-Kreisligisten TSV Geversdorf. Seine Mannschaft soll am 22. Februar das erste Punktspiel bestreiten. "Das wird dann wohl auch unser erster Platzkontakt sein", sagt Marx. Ein Kunstrasen würde Abhilfe schaffen. Das hat auch der Sportstättenbedarfsplan der Samtgemeinde Land Hadeln deutlich herausgestellt. Passiert ist bisher jedoch nichts. Marx und der TSV Geversdorf haben das Thema aber nicht abgeschrieben und in den vergangenen Wochen viele Gespräche geführt. "Ein Kunstrasenplatz fehlt uns hier einfach", sagt Marx - und spricht damit sicher vielen Fußballtrainern aus der Seele.
Die Situation des FC Cuxhaven und des TSV Geversdorf steht stellvertretend für zahlreiche Klubs im Kreis - von der Kreisklasse bis zur Bezirksliga. Der Winter bestimmte zuletzt den Trainingsalltag: Athletik statt Spielformen, Halle statt Rasen. Viel Zeit für den Feinschliff mit Ball bleibt nicht. In der Kreisliga sollen bereits am kommenden Wochenende die ersten Nachholspiele stattfinden. Dann zählt wieder allein die Leistung auf dem Platz.