Mit 17 an der Spitze der Jusos in Cuxhaven - was junge Menschen politisch bewegt
Finn Christian Stetz ist Vorsitzender der Jusos in Cuxhaven. Im Gespräch mit unserer Redaktion beschreibt der 17-Jährige, was ihn antreibt - und warum er sich schon früh für Verantwortung, Debattenkultur und die Zukunft seiner Stadt engagiert.
Politisches Engagement gilt nicht zwangsläufig als "cool" unter Gleichaltrigen. Nicht, wenn es darum geht, sich an eine Partei zu binden. Und dort Funktionen, Ämter, kurz gesagt: Verantwortung zu übernehmen. Finn Christian Stetz hat diesen Weg ganz bewusst eingeschlagen. Über die SPD gelangte er zu den Jusos im Stadtgebiet von Cuxhaven. Seit Mitte Dezember ist der 17-jährige Gymnasiast deren Vorsitzender.
Die Jugendorganisation habe er zunächst gar nicht so auf dem Schirm gehabt, verrät Finn Stetz beim Interview im SPD-Büro in der Mozartstraße. Ein Parteibuch, so betont er, sei übrigens nicht Voraussetzung, um bei den Jungsozialisten mitzumachen. Dass er in die SPD eingetreten sei, habe er dennoch keinen Tag lang bereut: Neben der klaren Kante gegenüber der AfD ist es unter anderem die Debattenkultur, die ihn für die Sozialdemokratie eingenommen habe. "Die Diskussionen laufen dort sehr faktenbasiert" - das sei im Übrigen bei den Jusos nicht anders. Dort habe man sich für die begonnene einjährige Legislatur einiges vorgenommen, sagt Stetz. Selbstredend werde man die örtlichen Genossen im Kommunalwahlkampf unterstützen. Darüber hinaus wolle man den Fokus auch auf jene lokalpolitischen Themen richten, die für die eigene Generation relevant sind. Dazu gehören Freizeit- und Sportmöglichkeiten, aber auch die Frage nach öffentlichen Bereichen, an denen sich junge Menschen treffen, austauschen und Zeit verbringen können. "Viele von uns haben noch keinen Führerschein", gibt er außerdem zu bedenken. Deswegen setze man sich für die Verbesserung des örtlichen Nahverkehrsangebots ein - ein Ziel, das bekanntlich auch auf der Agenda der SPD-Ratsfraktion stehe.
Verbunden mit "seiner" Stadt
Inhaltlich gebe es große Schnittmengen, fährt Stetz fort. Den Aufschwung, den die Stadt gegenwärtig erfährt, zu verstetigen, sei auch aus dem Blickwinkel der Parteijugend wichtig: "Es geht dabei ja um Ausbildungs- und um Arbeitsplätze, die vor Ort entstehen". Aus Sicht des Elftklässlers kann man auf diese Positiv-Entwicklung gar nicht deutlich genug hinweisen: Rechtspopulisten ließen schließlich keine Gelegenheit aus, um ganz gezielt mit Zukunftsängsten zu spielen und den Menschen zu suggerieren, dass alles immer schlechter werde.
Cuxhaven habe viel zu bieten, unterstreicht der Juso-Vorsitzende deswegen auch, als die Rede auf seine persönliche Vita kommt. In Krefeld geboren, lebte er mit Unterbrechungen an der Elbmündung und ist seit 2022 wieder hier zuhause. "Man fühlt sich sehr verbunden mit dieser Stadt", sagt Finn Christian Stetz, der am Lichtenberg-Gymnasium sein Abitur ablegen möchte - mit einem Schwerpunkt übrigens auf den Gesellschaftswissenschaften: Politik, Erdkunde, Geschichte. Ob ihn diese Fächerkombination dazu prädestiniert, sein politisches Engagement zu vertiefen, lässt Stetz aktuell offen. Er ist seit einem Jahr beratendes Mitglied der SPD-Stadtratsfraktion und hat als solches einen Platz im Ausschuss für Wirtschaft, Häfen und Tourismus. Mit dieser Aufgabe - und dem örtlichen Juso-Vorsitz ist er gegenwärtig vollauf zufrieden.