Mahnwache in Bildern: Demo für Pressefreiheit in Cuxhaven vereint Bürger & Politiker
250 Menschen demonstrierten in Cuxhaven für die Pressefreiheit und zeigten Solidarität mit dem bedrohten Journalisten. Ein breites gesellschaftliches Aufgebot, darunter Politiker und Bürger, erhob seine Stimme gegen Anfeindungen.
250 Menschen zeigten nach dem Aufruf der Omas gegen Rechts und des Bündnisses für Respekt und Menschenwürde Gesicht für die Pressefreiheit. Es war ein breites gesellschaftliches Aufgebot - darunter auch die stellvertretende Landrätin Sabine van Gemmeren von den Grünen, der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Frauenpreiß, der Kommodore des Marinefliegergeschwaders 3. Oliver Ottmüller, der Ex-Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes, Johannes Schmidt aus Hemmoor oder Bert und Marlene Frisch aus Oberndorf von Trans-Ocean. Und auch zahlreiche Journalistinnen und Journalisten aus Cuxhaven, Land Hadeln und Bremerhaven zeigten Flagge und sich gegen die Anfeindungen und anonymen Bedrohungen ihres Kollegen Tim Larschow solidarisch.

Während sich das Wesermünder Landvolk klar positionierte und zum Mitmachen aufrief, waren Landwirte aus Cuxhaven und Land Hadeln bei dieser Kundgebung für Demokratie und Pressefreiheit nicht sichtbar - bis auf Jürgen Kreth aus Oberndorf. Spontan habe er sich zur Teilnahme entschieden, sagte er unserem Medienhaus. Der Landwirt war auf der Versammlung des Besamungs- und Rindviehzuchtvereins Land Hadeln zugegen gewesen, bei der der umstrittene Influencer Anthony Lee als Gastredner gebucht worden war. Er bedauere, nicht aufgestanden zu sein und den Saal verlassen zu haben, sagte Kreth und zeigte sein Unverständnis, diesen Referenten überhaupt eingeladen zu haben. Einverstanden mit dessen Vortrag sei er nämlich keinesfalls gewesen. Im Gegenteil. "Ich habe mich sehr über seine rechten Sprüche geärgert - und danach ist der immer ganz schnell wieder zurückgerudert", beschreibt er die rhetorische Masche. Umso wichtiger war es dem Oberndorfer Landwirt, in Cuxhaven für die Pressefreiheit und gegen Bedrohungen von Journalisten aufzustehen.

Und er war in guter Gesellschaft: Aus Otterndorf angefahren waren beispielsweise Prof. Dr. Frank und Dr. Silke Eulenstein und Martina und Jürgen Müller. Schließlich sei die freie Meinungsbildung Grundlage der Demokratie und dafür sei eine freie und mutige Presse das Fundament.

Die Journalistin Verena Kovalik aus Cuxhaven hatte ganz bewusst ihre achtjährige Tochter Hannah dabei: "Es ist unsere Pflicht, für demokratische Werte aufzustehen, wir sehen doch, was gerade passiert. Das vermittele ich auch meinen Kindern." Und Thomas Sassen, Redakteur im Ruhestand aus Altenbruch, mahnte mit seinem selbstgemachten Plakat: "Erinnern hilft! Stoppen wir die Nazi-Erben."

Aus Bremerhaven angereist waren die Psychotherapeutin Lisa Erdmann und die Lehrerin Anne Westerfeld: "Es ist uns ganz wichtig, für die Meinungsfreiheit und Demokratie Gesicht zu zeigen." Hermann Kleist und Elina Sieber aus Otterndorf hielten selbstgemachte Solidaritätsbekundungen hoch: "So lautet AfD-ler-Wille: Wer sachlich schreibt, der landet in der Gülle!"








