Mehrere Bündnisse für Menschenrechte und Demokratie haben zur Protestkundgebung vor dem Pressehaus der Cuxhavener Nachrichten/der Niederelbe-Zeitung aufgerufen. Foto: Scheschonka
Mehrere Bündnisse für Menschenrechte und Demokratie haben zur Protestkundgebung vor dem Pressehaus der Cuxhavener Nachrichten/der Niederelbe-Zeitung aufgerufen. Foto: Scheschonka
Gegen Anfeindungen von Journalisten

Mahnwache in Bildern: Demo für Pressefreiheit in Cuxhaven vereint Bürger & Politiker

von Wiebke Kramp | 01.02.2026

250 Menschen demonstrierten in Cuxhaven für die Pressefreiheit und zeigten Solidarität mit dem bedrohten Journalisten. Ein breites gesellschaftliches Aufgebot, darunter Politiker und Bürger, erhob seine Stimme gegen Anfeindungen.

250 Menschen zeigten nach dem Aufruf der Omas gegen Rechts und des Bündnisses für Respekt und Menschenwürde Gesicht für die Pressefreiheit. Es war ein breites gesellschaftliches Aufgebot - darunter auch die stellvertretende Landrätin Sabine van Gemmeren von den Grünen, der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Frauenpreiß, der Kommodore des Marinefliegergeschwaders 3. Oliver Ottmüller, der Ex-Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes, Johannes Schmidt aus Hemmoor oder Bert und Marlene Frisch aus Oberndorf von Trans-Ocean. Und auch zahlreiche Journalistinnen und Journalisten aus Cuxhaven, Land Hadeln und Bremerhaven zeigten Flagge und sich gegen die Anfeindungen und anonymen Bedrohungen ihres Kollegen Tim Larschow solidarisch.

Redakteur Frank Lütt (l.) begrüßte die Teilnehmenden der Demo. Foto: Kramp

Während sich das Wesermünder Landvolk klar positionierte und zum Mitmachen aufrief, waren Landwirte aus Cuxhaven und Land Hadeln bei dieser Kundgebung für Demokratie und Pressefreiheit nicht sichtbar - bis auf Jürgen Kreth aus Oberndorf. Spontan habe er sich zur Teilnahme entschieden, sagte er unserem Medienhaus. Der Landwirt war auf der Versammlung des Besamungs- und Rindviehzuchtvereins Land Hadeln zugegen gewesen, bei der der umstrittene Influencer Anthony Lee als Gastredner gebucht worden war. Er bedauere, nicht aufgestanden zu sein und den Saal verlassen zu haben, sagte Kreth und zeigte sein Unverständnis, diesen Referenten überhaupt eingeladen zu haben. Einverstanden mit dessen Vortrag sei er nämlich keinesfalls gewesen. Im Gegenteil. "Ich habe mich sehr über seine rechten Sprüche geärgert - und danach ist der immer ganz schnell wieder zurückgerudert", beschreibt er die rhetorische Masche. Umso wichtiger war es dem Oberndorfer Landwirt, in Cuxhaven für die Pressefreiheit und gegen Bedrohungen von Journalisten aufzustehen. 

Demo in Cuxhaven mit breitem gesellschaftlichem Schulterschluss. Foto: Scheschonka

Und er war in guter Gesellschaft: Aus Otterndorf angefahren waren beispielsweise Prof. Dr. Frank und Dr. Silke Eulenstein und Martina und Jürgen Müller. Schließlich sei die freie Meinungsbildung Grundlage der Demokratie und dafür sei eine freie und mutige Presse das Fundament.

Verena und Hannah Kovalik gingen für die Demokratie auf die Straße. Foto: Kramp

Die Journalistin Verena Kovalik aus Cuxhaven hatte ganz bewusst ihre achtjährige Tochter Hannah dabei: "Es ist unsere Pflicht, für demokratische Werte aufzustehen, wir sehen doch, was gerade passiert. Das vermittele ich auch meinen Kindern." Und Thomas Sassen, Redakteur im Ruhestand aus Altenbruch, mahnte mit seinem selbstgemachten Plakat: "Erinnern hilft! Stoppen wir die Nazi-Erben." 

Thomas und Petra Sassen aus Altenbruch zeigten Haltung und Gesicht. Foto: Kramp

Aus Bremerhaven angereist waren die Psychotherapeutin Lisa Erdmann und die Lehrerin Anne Westerfeld: "Es ist uns ganz wichtig, für die Meinungsfreiheit und Demokratie Gesicht zu zeigen." Hermann Kleist und Elina Sieber aus Otterndorf hielten selbstgemachte Solidaritätsbekundungen hoch:  "So lautet AfD-ler-Wille: Wer sachlich schreibt, der landet in der Gülle!"

Teilnehmer der Kundgebung in Cuxhaven setzen mit selbstgemachten Plakaten ein Zeichen für Pressefreiheit und gegen Bedrohungen von Journalisten. Foto: Scheschonka
Breites Bündnis für die Pressefreiheit. Foto: Kramp
Stellvertretende Landrätin Sabine van Gemmeren (r.) mit Karin und Johannes Schmidt aus Hemmoor. Foto: Kramp
Klares Zeichen gegen Anfeindungen von Journalisten. Foto: Scheschonka
Jürgen Kreth (M.) aus Oberndorf mit Vertretern des Landvolksverbandes Wesermünde. Foto: Kramp
Uli Beushausen aus Cadenberge. Foto: Kramp
Mehrere Bündnisse für Menschenrechte und Demokratie hatten zur Protestkundgebung vor dem Pressehaus der Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung aufgerufen. Kurz zog die Demo auch durch das Gewerbegebiet. Foto: Scheschonka
Bundestagsabgeordneter Christoph Frauenpreiß im Austausch mit einer Demonstrantin. Foto: Kramp
Ehepaar Müller und Dr. Silke Eulenstein aus Otterndorf.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Nachrichten-Newsletter

Hier können Sie sich für unseren CNV-Newsletter mit den aktuellen und wichtigsten Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven anmelden.

Die wichtigsten Meldungen aktuell


Bild von Wiebke Kramp
Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

wkramp@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
Initiative Stadtgrün 

Bürger gedenken gefällter Kastanien in der Deichstraße

von Kai Koppe

Etwa 40 Cuxhavenerinnen und Cuxhavener haben am vergangenen Wochenende gegen die Fällung zweier Rosskastanien im Stadtzentrum protestiert.

Feierstunde zum Jubiläum

Lebenshilfe Cuxhaven feiert 65-jähriges Bestehen - Engagement für Teilhabe seit 1961

Mit Rückblicken auf die Anfänge, klaren Mahnungen zur gesellschaftlichen Verantwortung und einem Ausblick auf kommende Herausforderungen hat die Lebenshilfe Cuxhaven e.V. ihr 65-jähriges Bestehen gefeiert.

Menschen unserer Stadt

Mit 17 an der Spitze der Jusos in Cuxhaven - was junge Menschen politisch bewegt

von Kai Koppe

Finn Christian Stetz ist Vorsitzender der Jusos in Cuxhaven. Im Gespräch mit unserer Redaktion beschreibt der 17-Jährige, was ihn antreibt - und warum er sich schon früh für Verantwortung, Debattenkultur und die Zukunft seiner Stadt engagiert.

Mahnwache

Für die Pressefreiheit: 250 Menschen solidarisieren sich mit Cuxhavener Journalisten

von Kai Koppe

Auf Initiative der Cuxhavener "Omas gegen Rechts" und des lokalen Bündnisses für Respekt und Menschenwürde haben sich am Sonnabend rund 250 Menschen zu einer Mahnwache vor unserem Medienhaus versammelt.