200 Jahre Friedhof Ritzebüttel in Cuxhaven: Geschichte und Zukunftspläne
Bei einer Jubiläumsveranstaltung in der Cuxhavener Martinskirche wurde die Geschichte des Friedhofs Ritzebüttel beleuchtet. Zugleich ging es um neue Formen des Abschieds und Pläne für die Zukunft.
Der Saal im Gemeindehaus der Ritzebütteler Martinskirche füllte sich am Sonnabendmittag (22. August 2026) zusehends. Der Gemeindevorstand mit seiner Vorsitzenden Conny Uppendahl hatte zur Jubiläumsveranstaltung 200 Jahre Friedhof Ritzebüttel eingeladen.
Pastor Stefan Bischoff begrüßte die Gäste, unter ihnen Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer, Superintendentin Kerstin Tiemann vom Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln und der frühere Pastor Jürgen Köster. Santjer nahm die Veränderungen in der Bestattungskultur durch neue Gesetze und moderne Abschiedsformen in den Blick. "Wie verabschieden wir uns eigentlich?", fragte er. Früher sei der Friedhof prall gefüllt gewesen. Kirchliche und städtische Friedhöfe seien ein Teil der Geschichte Cuxhavens, sagte Santjer.
Der Martinskirchenchor unter der Leitung von Peter Knospe bereicherte die Veranstaltung musikalisch. Anschließend stellte Stadtarchivarin Anna Brandt in einer Präsentation die Geschichte des Friedhofs der Martinskirche vor. Nach der Loslösung von Groden, wo zuvor die Bestattungen stattgefunden hatten, wurde 1826 im ersten Grab die Frau des Pastors Walther beigesetzt. Es folgte Amtmann Andreas Christian Wolters. Von den sechs Grabkammern blieben fünf leer, denn Wolters war der einzige Amtmann, der dort bestattet wurde.

Historische Grabstellen existieren nicht mehr. Brandt nannte jedoch Familiennamen, die für die Stadtgeschichte Bedeutung haben, darunter Joachim Eggers, der die erste Werft am Schleusenpriel betrieb.
Über künftige Vorhaben zur Gestaltung des Friedhofs sprach Carl Meyer, Vorsitzender des Friedhofsausschusses. Pastorin Dr. Sabine Manow habe mit vielen Ideen frischen Wind in die Planungen gebracht. Ihr tragischer Unfalltod habe alle zutiefst erschüttert, dennoch wolle man sich nicht entmutigen lassen und die Pläne zur Verschönerung des Friedhofs weiterverfolgen. "Wir wollen nicht zulassen, dass Kulturorte aufgehoben werden", betonte Meyer.
Traditionen wie die jährliche Gedenkfeier zum Volkstrauertag sollen beibehalten werden. Das ehemalige Verwaltungsgebäude am Eingang des Friedhofs soll demnächst abgerissen werden. Auf dem frei werdenden Platz könnten Bänke entstehen - als Ort des Abschieds, der Erinnerung und des Bleibens. Dafür denke man an Spender, die eine solche Bank finanzieren, sagte Meyer. Außerdem wurde eine Fläche für Urnenrundgräber ausgesucht. Als weitere Ideen nannte er eine Urnenwand und eine Stele mit den Namen von Verstorbenen, die auf See bestattet wurden.
Nach dem gemeinsamen Kanon "Dona nobis pacem" mit dem Kirchenchor lud der Gemeindeausschuss zu einem liebevoll angerichteten Mittagessen ein. Zum Abschluss nahm eine große Gruppe an einer Führung über den Ritzebütteler Friedhof mit Friedhofsverwalter Jens Büter teil. Dabei konnten die Besucher die Plätze der Erinnerung in Augenschein nehmen. Peter Knospe, Leiter des Martinskirchenchores, merkte an den grauen Grabplatten der Amtmannsgräber an, dass dort eine Erklärung fehle.
Von Heidi Giesecke
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