Alexander Bremer von "Die Cuxhavener": Mit Fischdosen auf Wählerfang
Alexander Bremer, OB-Kandidat in Cuxhaven, setzt auf den direkten Kontakt mit Bürgern. Auf dem Wochenmarkt wirbt er für seine Ideen gegen die kostspielige Landesgartenschau und für mehr Sicherheit, Ordnung und bezahlbaren Wohnraum.
Die Spätsommersonne taucht den Wochenmarkt in goldenes Licht. Zwischen Kaffee und Gemüse hat die freie Wählergemeinschaft "Die Cuxhavener" ihren Stand direkt gegenüber der CDU aufgebaut und ist auf Unterschriftenfang für ein Bürgerbegehren gegen die Landesgartenschau, aber auch, um sich für den Stadtrat und ihren eigenen Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters in Position zu bringen.
Mit seinen 41 Jahren ist ihr Kandidat Alexander Bremer der jüngste der fünf Oberbürgermeisterkandidaten - und der unbekannteste, denn politisch ist der Polizeihauptkommissar und Diplom-Verwaltungswirt bisher noch nicht in Erscheinung getreten, und so muss er seine Person und die Inhalte, für die er steht, bekannt machen. Dazu sucht er ganz klassisch auf dem Wochenmarkt das direkte Gespräch.
Keine Scheu auf Menschen zuzugehen
Und er hat keine Scheu, auf die Menschen zuzugehen und mit ihnen in den Austausch zu kommen. Zugewandt, freundlich mit offenem Blick in die Augen des Gegenübers. Flankiert wird er bei seinem Wahlkampfauftritt von Franziska Schwedner und Rüdiger Kurmann. Wenig später gesellt sich auch Peter Altenburg dazu.
Der vierfache Familienvater Alexander Bremer zog vor einigen Jahren aus Peine nach Sahlenburg, wo seine Frau und er Ferienwohnungen vermieten. Der langjährige Polizeibeamte und ehrenamtliche Feuerwehrmann möchte sich als Oberbürgermeister parteiunabhängig für seine Wahlheimat einsetzen.
"Kommunalpolitik sollte bedürfnisorientiert sein, dafür stehen wir." Diesen Satz gibt er an diesem Mittwochmorgen mehrfach Leuten mit auf den Weg inklusive der höflich formulierten Bitte, ihm doch am Sonntag ihre Stimme zu schenken.
Die potenziellen Wähler erhalten Dosen mit Hering in Tomatensoße von Appel und Kugelbake-Aufkleber, dem Logo der "Cuxhavener", als Geschenk. Eine alleinstehende Seniorin ermuntert ihn: "Ich hoffe, Sie werden es." Vorher hat sie ihm geschildert, dass sie Angebote für ältere Menschen gegen die Einsamkeit vermisst. Alexander Bremer nimmt diesen Gedanken auf und notiert sich, ein Tanz- oder Begegnungscafé auf seine Agenda zu setzen. "Für solche Impulse bin ich dankbar."
Es sind meist Ältere, die bei der Wählergemeinschaft stoppen, das ist aber auch gegenüber bei der CDU nicht anders. Es liegt wohl in der Natur der Sache, denn die wenigsten Berufstätigen haben schließlich an einem Mittwochmorgen frei …
Die Landesgartenschau, die 2034 in Cuxhaven stattfindet, ist das Hauptthema, über das Bremer mit den Leuten am Stand spricht. Die hält der Kandidat für ein "Prestigeprojekt", das finanziell untragbar sei. Er erläutert am Stehtisch: "Dieses finanzielle Risiko sollten wir nicht eingehen, das würde uns ruinieren." Darin sehe er nämlich keinen Mehrwert. Vielmehr sollte sich die Stadt auf so wichtige bevorstehende Millionenprojekte wie den Neubau der Gorch-Fock-Schule sowie eine neue Feuerwache konzentrieren, argumentiert der Kandidat.
"Wir stehen für einen anderen Kurs"
Und bei den Gesprächen geht es auch um die jetzige Arbeit im Rathaus. Ein Pensionär wettert über das dortige "Unheil" und die "alten Strukturen". Bremer verspricht ihm: "Ich möchte diese alten Strukturen aufbrechen. Wir stehen für einen anderen Kurs - das hat die Stadt bitter nötig."
Seine inhaltlichen Schwerpunkte sieht er darin, für mehr Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit in der Stadt zu sorgen, die Gewerbetreibenden zu unterstützen sowie bezahlbaren Wohnraum und Freizeitmöglichkeiten für Familien und ältere Menschen zu schaffen. Er steht für weniger Bürokratie, schnellere Entscheidungen, den Ausbau der Digitalisierung und größere Unterstützung für Vereine und Ehrenamt. Nicht zuletzt setzt er sich für finanzielle Stabilität und Unabhängigkeit Cuxhavens ein - und ist bereit, diese Verantwortung zu übernehmen.
Alexander Bremer kommt mit seiner unaufdringlichen, freundlichen Art ganz offensichtlich gut bei den Menschen an. Sie lassen sich gern auf ein Gespräch mit ihm ein. Und so vergeht dieser spätsommerliche Wahlkampfvormittag wie im Fluge.
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