Der amtierende Oberbürgermeister Uwe Santjer im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern beim Buttfest. Hier war der Wahlkampf am vergangenen Wochenende in vollem Gange. Foto: Werder
Der amtierende Oberbürgermeister Uwe Santjer im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern beim Buttfest. Hier war der Wahlkampf am vergangenen Wochenende in vollem Gange. Foto: Werder
OB-Kandidat

Oberbürgermeister Uwe Santjer im Wahlkampf: "Wir sind hier noch nicht am Ziel"

von Tim Larschow | 10.09.2026

Uwe Santjer ist seit 2019 Oberbürgermeister von Cuxhaven und will es bleiben. Im Wahlkampf ist der 60-Jährige viel unterwegs, trifft Bürger und wirbt um Stimmen. Warum er weitermachen will und was ihn nach wie vor antreibt.

Als amtierender Oberbürgermeister ist Uwe Santjer (SPD) ohnehin viel unterwegs. Rammschläge im Hafen oder Termine wie das Jubiläum eines Waldkindergartens gehören zu seinem Alltag. Doch der Wahlkampf, der seit einigen Wochen auf Hochtouren läuft, bringt noch einmal eine andere Taktung mit sich.

Schon am frühen Morgen steht Uwe Santjer auf dem Cuxhavener Wochenmarkt. Während andere Bewerber um das Amt noch erklären müssen, wer sie sind und wofür sie stehen, kennen ihn viele bereits. "Moin Uwe", heißt es immer wieder. Ein kurzer Plausch hier, ein Händedruck dort. Am Wahlstand liegen auch die Listen für die Stadtratswahl aus. Auf einer steht ein Name, den Santjer besonders gut kennt: der seiner Tochter. "Durch meine Arbeit ist Politik natürlich auch zu Hause ein Thema", sagt er.

"Warum willst du das nochmal machen?"

Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt heute nicht. Weiter geht es nach Sahlenburg und dann direkt in die Stadt, denn um 12 Uhr eröffnet er das Buttfest. Stundenlang ist Santjer auf dem Kaemmererplatz unterwegs und im Dialog. Für einen Wahlkämpfer ist das Alltag - und für den routinierten Politiker längst keine neue Rolle. 

Seit 2019 ist Uwe Santjer Oberbürgermeister (OB) der Stadt. Davor saß er sechs Jahre im Niedersächsischen Landtag. Doch sein Weg in die Politik begann wesentlich früher. "Seit meinem 16. Lebensjahr interessiere ich mich aktiv für Politik, vor allem in Altenwalde", erzählt der 60-Jährige. Aus dem Interesse wurde schnell der Wunsch, sich einzumischen und die ganze Stadt mitzugestalten. Geboren wurde er 1965 in Cuxhaven und 1970 zog die Familie nach Franzenburg. Sein Vater war Seemann, seine Mutter arbeitete als Reinigungskraft. Er selbst ist seit 36 Jahren verheiratet und hat zwei Töchter, die selbst bereits Kinder haben.

Uwe Santjer lernte Erzieher und Dipl. Heilpädagoge. "Als Erzieher war ich immer im Vorschulbereich tätig, da werden die wesentlichen Voraussetzungen für das Leben geschaffen", sagt er. Schon damals habe er für bessere Bedingungen in den Kitas gekämpft. Später wurde er Geschäftsführer der Kitas der evangelischen Kirche. Parallel dazu wuchs sein politisches Engagement. 

Am Buttfest wird der Amtsinhaber auf seine erneute Kandidatur angesprochen. "Warum willst du das nochmal machen, Uwe?", fragt ihn eine Frau. Die Antwort kommt schnell: "Wir sind hier in Cuxhaven auf einem guten Weg, aber wir sind noch nicht am Ziel." Er spricht von der höchsten Gewerbesteuereinnahme in der Geschichte der Stadt und zählt Projekte wie auf, die begonnen, aber noch nicht abgeschlossen sind. Die Hafenerweiterung ist eines davon. "Die Hafenerweiterung betrifft nicht nur Cuxhaven, sondern ganz Deutschland. Das macht einfach Spaß." Auch Bildungs- und Wohnungsbauprojekte werden thematisiert. 

Es ist der Blick nach vorne, mit dem Uwe Santjer seine erneute Kandidatur begründet. Er will begonnene Dinge weiter begleiten - und am Ende Ergebnisse sehen. Doch eine Amtszeit besteht nicht nur aus Eröffnungen, Förderbescheiden und erfolgreichen Projekten. Einer der schwierigsten Momente kam gleich zu Beginn: Corona. "Jeden Tag die Meldungen zu bekommen, wer verstorben ist, war hart", erinnert sich der Amtsinhaber. Noch heute wird er emotional, wenn er über diese Zeit spricht.

Uwe Santjer, der amtierende Oberbürgermeister von Cuxhaven. Foto: Larschow

Politik ist mehr als Bauprojekte und Zahlen

Dann geht es weiter über den Kaemmererplatz. Vorbei an der Bühne, an Ständen und Menschen. Einige Gesichter kennt der 60-Jährige noch aus seiner Zeit als Fußballspieler und Trainer. Beim BSV Brockeswalde, beim MTV Lüdingworth und beim TSV Altenwalde stand er selbst auf dem Platz - "Das war die schönste Zeit." Vielleicht ist es auch dieser Teil seiner Biografie, der erklärt, warum Uwe Santjer im Wahlkampf weniger als ein klassischer Politiker wirkt. Er bewegt sich in der Stadt und in Vereinen seit Jahrzehnten in einem Umfeld, das ihm vertraut ist.

Eine weitere Frage aus der Bürgerschaft führt zurück zu den vergangenen Jahren: "Uwe, was war eigentlich dein schönster Moment als OB?" Es gebe viele. Besonders gern erinnert er sich aber an den Reformationstag 2019: "Damals, einen Tag vor Amtsantritt wurden die von mir initiierten und von vielen Cuxhavenerinnen und Cuxhavenern erarbeiteten 'Thesen für ein gutes Miteinander' an die Tür des Rathauses geschlagen. Wertschätzung, Freundlichkeit und Zusammenhalt stehen darin." Worte, die aus Sicht Santjers nicht nur auf Papier stehen sollten, sondern von den Menschen weitergetragen werden. Politik besteht für ihn nicht nur aus großen Bauprojekten oder Zahlen. Es geht ihm auch um das Miteinander in der Stadt. 

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