OB-Kandidat Axel Schneider spürt Rückenwind: "Gut, dass du das machen willst!"
Wahlkampf auf der Zielgeraden: Das Cuxhavener "Buttfest" nutzen die Bewerber, um Unentschlossene zu überzeugen und sich der Loyalität ihrer Basis rückzuversichern. CNV-Medien begleiteten Axel Schneider, OB-Kandidat der Partei Die Demokraten.
Am Thema Landesgartenschau scheiden sich in Cuxhaven die Geister. An diesem Vormittag ist das nicht anders: Schneider ist auf ein Paar zugetreten, das den Fußweg am Schleusenpriel in Richtung Buttplatz entlangschlendert. Ob er den beiden seinen Flyer mitgeben dürfe - so oder so ähnlich wird Schneider an diesem Sonnabend noch viele weitere Gespräche beginnen. Um (wie im aktuellen Fall) eine lebhafte Diskussion vom Zaun zu brechen. Darin geht es bald nicht mehr nur um das für 2034 geplante Großevent. Naheliegendere Themen dominieren - verbunden mit der Frage, ob sie in den zurückliegenden Jahren richtig angepackt wurden.
Bürger fragten ihn: "Warum kandidierst du nicht?!"
"Wir wollen es besser machen", sagt Axel Schneider und spricht dabei sowohl über die Partei-Agenda als auch über sein Amtsverständnis als möglicher nächster OB. Einen neuen Weg einzuschlagen, hatte Schneider bereits vor mehr als fünf Jahren beschlossen. Damals hatte er den Sozialdemokraten den Rücken gekehrt - fest entschlossen, den Kopf in politischer Hinsicht "nicht in den Sand zu stecken".
Entsprechend selbstbewusst geht der 62-Jährige die aktuelle Herausforderung an. Die Idee, einen eigenen Bewerber zu präsentieren, haben Die Demokraten nach seinen Worten allerdings nicht im Hinterzimmer ausgeheckt. "Das kam nicht aus der Partei, das kam direkt von den Bürgern", betont Axel Schneider. "Warum kandidierst du nicht?!", sei er mehrfach gefragt worden. Da könne man irgendwann nur noch schlecht Nein sagen, findet der Familienvater, der die Entscheidung, sich um das höchste Amt in der Stadtverwaltung zu bewerben, nicht nur mit seinen politischen Mitstreitern abgesprochen hat. Seine Frau und die Kinder in zweiter Ehe unterstützen seine Bewerbung, die im Fall eines Wahlsiegs auch das berufliche Umfeld betreffen wird: Da gebe es 30 Beschäftigte; "die müssen auch weiterhin gut gelaunt sein", betont der Direktor eines Hotels im Alten Fischereihafen.
Mit der Stimmung in der Gesamtstadt ist das aus seiner Sicht so eine Sache. Unterstützung, die er von Bürgerseite erfahre, rühre nicht unbedingt von einem Bekanntheitsgrad her, den Schneider als Vorstandsmitglied und später als Gebäudemanager für die örtliche Bürgerbahnhof-Genossenschaft erlangt hat.
Der Bürger vermisst den persönlichen Bezug
Hinter der Zustimmung zu seiner Kandidatur erkennt der Genannte Unzufriedenheit mit den aktuellen Verhältnissen: Die viel zitierte Bürgernähe der Verwaltung suche mancher im Alltag vergeblich. Und dann sei daeben auch die Haushaltssituation, die viele Cuxhavenerinnen und Cuxhavener umtreibe. Den Blick auf das bunte Treiben auf dem "Butt" gerichtet, erinnert Schneider an den steinigen Konsolidierungsweg. Besagte Reise sei noch nicht einmal zu Ende, trotzdem würden vor Ort erneut Millionensummen bewegt. "Der Bürger kann nur schwer nachvollziehen, was ihm viele dieser Investitionen persönlich bringen": Der Kandidat bezieht sich auf den geplanten Bau eines neuen Hafenzubringers, fragt, ob die vorgesehene Schwerlastbrücke nicht ebenso gut mit ein bisschen weniger Tragkraft auskommen könnte. Anderes Thema: der ÖPNV. Die Idee, den Busverkehr zu rekommunalisieren, hält Schneider für ein unter derzeitigen Bedingungen nicht zu realisierendes Abenteuer. Kritisch sieht er darüber hinaus das Mitte 2024 eingeführte Cuxhaven-Ticket: "Lieber wäre uns eine höhere Taktung", sagt der Kandidat und spricht dabei auch für sein am Wahlkampfstand versammeltes Team. Dort wird nun kurzfristig jede freie Hand benötigt: Der Wind hat aufgefrischt, die Wahlkämpfer bringen die ausliegenden Flyer vor einem Schauer in Sicherheit, der kurz darauf über der Buttfest-Szenerie niedergehen wird.
Kandidat gibt sich zuversichtlich
Schneider, im hellen Sakko, sucht Schutz unter dem grünen Dach seines Pavillons. Er bleibt optimistisch - nicht nur was das Wetter angeht. Im Augenblick laufe es ziemlich gut, betont der im Stadtteil Groden aufgewachsene Cuxhavener. Wenn er in diesen Tagen als Wahlkämpfer auf Straßen und Plätzen unterwegs ist, hat er nach eigenen Worten stets im Ohr, was ein Cuxhavener ihm zugerufen hat, als sich die Nachricht über seine OB-Kandidatur verbreitete. "Gut, dass du das machen willst!", habe ihm der Betreffende zu verstehen gegeben.
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