CDU-Kandidat Thomas Brunken nimmt eine Wechselstimmung in Cuxhaven wahr
Thomas Brunken, CDU-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters in Cuxhaven, spürt eine Wechselstimmung und bereitet sich auf eine mögliche Stichwahl gegen Amtsinhaber Uwe Santjer vor. Seine Bürgernähe und politische Erfahrung sollen dabei helfen.
Thomas Brunken geht am kommenden Sonntag für die CDU ins Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters und glaubt an sich: "Ich gehe davon aus, dass es eine Stichwahl geben wird - mit dem Amtsinhaber Uwe Santjer und mir. Wir sind auf Augenhöhe", spielt der 56-Jährige auch auf die Körpergröße von Santjer und sich an; beide sind 1,93 Meter groß. Zu seinen Erfolgsaussichten sagt er: "Ich nehme eine Wechselstimmung wahr."
"Darf ich Sie mal ansprechen?", geht Thomas Brunken freundlich auf zwei Wochenmarkt-Besucher zu. Der angesprochene Mann guckt auf die Wahlgeschenke, die Kandidat in den Händen hält, schüttelt den Kopf und zieht am Arm seiner Frau und geht weiter. "Die wissen schon, was sie wählen", so Brunken, der sich aber nicht entmutigen lässt.
Vor 20 Jahren Lüdingworther Bürgermeister geworden
Mit seiner Jeansjacke und seiner Brille mit farbigem Rand wirkt er locker, ohne aber zu leger zu sein. Nahbarkeit zum Bürger sei für ihn auch von größter Wichtigkeit. Das beweise er in der Kommunalpolitik schon seit über 20 Jahren. Damals wurde er in den Ortsrat Lüdingworths gewählt, genau in dem Ort, in dem er die ersten neun Lebensjahre auf einem Bauernhof verbracht hatte. Durch den überraschenden Tod von Hartwig Möller wurde er gleich Ortsbürgermeister. Seit 2011 sitzt der HSV-Fan im Stadtrat.
Während des Gesprächs auf dem Markt kommt ein Franzenburgrt auf ihn zu und redet ohne Unterlass, Zielrichtung der Tirade ist der jetzige OB: "Viel Gutes macht Santjer ja nicht. Die ganzen schlechten Fahrradwege, allein die Altenwalder Chaussee. Dann seine Holzfällerei. Der Denkmalschutz, es wird ja so viel platt gemacht. Die Hermine, die Schrott ist. Und die Hafenplanung mit dem Fährhafen ist völlig daneben." Brunken hakt beim letzten Thema ein: "Aber wir wollen doch, dass die Bundesschiffe hier stationiert werden." Es wirkt schon fast so, als ob er Santjer in Schutz nimmt, obwohl die Vorwürfe des Bürgers ihm eigentlich in die Karten spielen. Brunken gehe es darum, seinen Standpunkt näherzubringen. Beim Hafen wünsche er sich, dass der Bürger mitgenommen werde.
Der Familienvater und zweifache Opa hat sich vorgenommen, möglichst alle immer auf die Sachebene zu holen. Selbst beim Aufeinandertreffen mit einem AfD-Anhänger habe er es kürzlich bei einem seiner Stopps mit dem Format Gartenzaun-Gespräche versucht. "Der hat nur seine Thesen herausgehauen." Drei Wochen später kam der Mann erneut zu Brunken. Der CDU-Kandidat habe gleich gesagt: "Wir müssen uns gegenseitig anhören. Dann können wir auch miteinander reden." Der Mann habe sich für sein Verhalten beim ersten Aufeinandertreffen entschuldigt und am Ende folgendes gesagt: "Sie sind ja sogar wählbar."
Die Bundespolitik hat die Menschen bewegt
In den vergangenen Wochen habe die Bundespolitik die Menschen bewegt. "Das war schon nicht einfach, dagegen zu arbeiten", so Brunken, denn: "Viele wollten einfach erst mal zum Ausdruck bringen, wie unzufrieden sie mit der Bundespolitik sind, Wer aber länger stehen bleibt, den bringen wir auch zu den lokalen Themen."
Bezirkspräsident von 15.000 Schützen
Brunken ist in den ländlichen Stadtteilen als Lüdingworther besser bekannt, zumal er auch im Schützenwesen aktiv. Das ist nicht nur bloß ein Hobby. Neben dem Sportschießen reizt ihn das Organisieren und Führen. Immerhin ist er Präsident des Bezirksschützenverbandes Elbe-Weser-Mündung mit seinen fast 100 Vereinen und über 15.000 Mitgliedern. Auch seine beruflichen Qualifikationen sollen bei seinem OB-Vorhaben helfen. Den gelernten Hotelfachmann zog es nach seiner Ausbildung, die er bei Stutzi Heinrich in der Duhner Strandperle absolvierte, zur Bundeswehr, wurde Zeit- und später Berufssoldat mit Auslandseinsätzen in Bosnien, Kosovo und Afghanistan. Er war im Stab im Personalwesen tätig. Zuletzt war er bis zu seinem Ausscheiden am 30. September 2025 bei der Panzerdivision in Oldenburg.
"Wichert empfinde ich als Spalter für Cuxhaven"
Anschließend hat er eine Halbtagsstelle beim Landkreis Cuxhaven angenommen, um beim Aufbau des Bevölkerungsschutzes zu helfen. Diese Stelle ist befristet, sodass er im Herbst durchaus einen neuen Job annehmen könnte - wenn es nach ihm geht, den des OBs. "Bei fünf Kandidaten ist eine Stichwahl realistisch. Ich denke, es wird auf Santjer und mich hinauslaufen", so Brunken, der auf Nachfrage bezüglich des FDP-Kandidaten sagt: "Wichert empfinde ich als Spalter für Cuxhaven."
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