Selbst in den frühen Morgenstunden zieht die Aussichtsplattform Alte Liebe "Sehleute" an. Die Pläne von NPorts, das Oberdeck im Zuge der Sanierungsarbeiten zu entfernen, werden vielfach kritisch gesehen. Foto: dpa/Schuldt
Selbst in den frühen Morgenstunden zieht die Aussichtsplattform Alte Liebe "Sehleute" an. Die Pläne von NPorts, das Oberdeck im Zuge der Sanierungsarbeiten zu entfernen, werden vielfach kritisch gesehen. Foto: dpa/Schuldt
Tausende unterstützen Petition

Umbaupläne für Alte Liebe in Cuxhaven: Widerstand gegen geplante Sanierung wächst

von Christian Mangels | 10.02.2026

Die geplante Sanierung der Alten Liebe schlägt weiter hohe Wellen. Eine Petition, die sich für den Erhalt des Oberdecks einsetzt, hat bereits rund 4000 Unterschriften. "Wir haben einen riesigen Meilenstein erreicht", sagt Initiatorin Nicole Antons.

Es ist ein Thema, das in den vergangenen Tagen viele Menschen aus Cuxhaven, aber auch weit darüber hinaus beschäftigt hat: Die Aussichtsplattform Alte Liebe, eines der Wahrzeichen der Stadt Cuxhaven, soll saniert und in diesem Zuge umgestaltet werden. Die Hafengesellschaft Niedersachsen Ports (NPorts) plant, wie berichtet, das Pfahlbollwerk aus Gründen der Barrierefreiheit eingeschossig zu gestalten.

Der Widerstand gegen diese Pläne wächst. Eine Online-Petition der Cuxhavenerin Nicole Antons mit dem Titel "Oberdeck der Alten Liebe erhalten - Wahrzeichen Cuxhavens bewahren", die sich an Oberbürgermeister Uwe Santjer richtet, hat binnen vier Tagen rund 4000 Unterschriften gesammelt. Das sogenannte Quorum, also eine Mindestanzahl an Stimmen aus Cuxhaven, mit dem die Initiatoren eine Stellungnahme aus der Politik einfordern, ist mittlerweile erfüllt. 780 Unterschriften waren nötig, unterzeichnet haben schon mehr als 1000 Bürgerinnen und Bürger aus Cuxhaven.

Den Anblick des an der Alten Liebe vorbeigleitenden englischen Flugzeugträgers "Queen Elizabeth" wollten sich im November 2024 zahlreiche Schiffsliebhaber nicht entgehen lassen. Foto: Reese-Winne

"Das ist ein gigantisches Signal an die Politik und NPorts vor der entscheidenden Pressekonferenz am Donnerstag", sagt Nicole Antons. Wie von unserer Zeitung berichtet, will NPorts am kommenden Donnerstag (12. Februar) nähere Informationen zum Bauprojekt geben. An dem Gespräch wird auch Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer teilnehmen.

Nicole Antons zeigt sich kampfesfreudig. "Lasst uns gemeinsam zeigen, dass Cuxhaven nicht bereit ist, sein Gesicht zu verlieren", ruft sie die Freunde der Alten Liebe zur Mitwirkung auf. Ein Ziel hat die Initiatorin bereits erreicht:  Ihre Anfrage zur Prüfung des Denkmalwerts der Alten Liebe, die sie an die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Cuxhaven gerichtet hatte, wurde an das niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege nach Lüneburg weitergeleitet. "Das bedeutet: Es wird nun fachmännisch geprüft, ob das Bauwerk aufgrund seiner geschichtlichen und städtebaulichen Bedeutung nach Paragraf 3 des niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes geschützt werden muss", erklärt Nicole Antons. Für die Argumentation der Initiative sei das ein wichtiger Teilerfolg.

Geschichte der Alten Liebe führt bis ins Jahr 1733 zurück

Die Alte Liebe hat eine lange Geschichte, die bis ins Jahr 1733 zurückführt. Sie entstand durch die Versenkung dreier ausgedienter Schiffe an dieser Stelle. Ziel war es, den durch Sturmfluten beschädigten Hafen zu befestigen und die Große Bake zu sichern, die damals die Hafeneinfahrt markierte.

Ein Bild aus alten Zeiten: Das "Butterschiff" Jan Cux II im März 1982 an der Innenseite der Alten Liebe. Foto: Borrmann

Das Bauwerk diente später als Schiffsanleger und wurde regelmäßig erneuert. Im Jahr 1982 wurde das Bauwerk in eine reine Aussichtsplattform umgewandelt. Zugleich wurden die maroden Holzpfähle des Unterbaus durch eine Konstruktion aus Stahlbeton ersetzt.

Wie die Alte Liebe zu ihrem Namen kam, ist nicht sicher. Es gibt dafür mehrere Theorien: Eine davon besagt, dass eines der vor Cuxhaven versenkten Schiffe "Die Liebe" hieß. Die Schiffe wurden mit Pfählen umgeben und der Zwischenraum mit Steinen und Buschwerk aufgefüllt. Daraus entstand dann der Anleger Alte Liebe. 

Nach einer anderen Quelle soll hier im 18. Jahrhundert der französische Segler "Olive" gestrandet sein. Sein Rumpf soll zunächst als Anlegebrücke gedient haben. Als er auseinanderbrach, wurde aus den Wrackteilen das Bollwerk gebildet. Der Volksmund verwandelte den Schiffsnamen "Olive" in "Alte Liebe".

Es existiert noch eine dritte Theorie. Sie handelt von dem Liebespaar Lorenz und Else aus Cuxhaven. Lorenz war ein Seemann und viel unterwegs. Else erwartete ihn sehnsüchtig und hielt an der Landzunge bei Cuxhaven bei Sturm und Regen nach ihm Ausschau. In stürmischer See erblickte Else das Schiff von Lorenz und musste mit ansehen, wie es versank. Aus Verzweiflung soll sich Else dann ins Meer gestürzt haben. Diese Stelle nennt man der Sage nach heute die Alte Liebe. 

Blick in die Vergangenheit: So sah es anno dazumal an der Alten Liebe aus. Im feinen Zwirn ging es zur Aussichtsplattform. Foto: CN/NEZ-Archiv

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Christian Mangels

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

cmangels@no-spamcuxonline.de

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