Dieser Anblick wird für viele Jahre verschwinden. Auf der Wiese stehen die ersten Pflöcke, die offenbar das Baufeld kennzeichnen. Foto: Reese-Winne
Dieser Anblick wird für viele Jahre verschwinden. Auf der Wiese stehen die ersten Pflöcke, die offenbar das Baufeld kennzeichnen. Foto: Reese-Winne
Bezug im Sommer geplant

Auf der Wiese vor der Abendrothhalle in Cuxhaven: Erweiterungsbau für Hort und Schule

von Maren Reese-Winne | 21.02.2025

Es tut sich etwas auf der kleinen Wiese vor der Turnhalle der Abendrothschule gegenüber dem Haus der Jugend in Cuxhaven: Bis zum Schuljahresbeginn im August soll dort ein Modulbau für 60 Hortkinder entstehen. An Container soll darin nichts erinnern.

Flatterband und Holzpflöcke sind die ersten Hinweise auf das Vorhaben. Wie ehrgeizig der Zeitrahmen ist, um dort ein Gefüge von 36 Stahlmodulen (Containern) mit einer Gesamtfläche von 670 Quadratmetern zu errichten, weiß Lutz Rothermundt, Leiter des Referats Gebäude- und Grundstückswirtschaft bei der Stadt.

Wärmepumpe und Photovoltaikanlage

Nach dem Innenausbau werde dem Gebäude seine Herkunft kaum mehr anzumerken sein, versicherte Lutz Rothermundt am Mittwoch dem Ausschuss für Jugend, Soziales, Familie und Gleichstellung. Raumklima, Licht,  Akustik: alles werde den aktuellen Bestimmungen entsprechen. Bei der Energieversorgung komme der Neubau ohne fossile Brennstoffe aus, das garantierten eine Wärmepumpe und eine Photovoltaikanlage. Die Module überzeugten ferner durch eine sehr gute Dämmung, die auch dem Wärmeschutz diene.

Drei große Räume mit jeweils 68 Quadratmetern und je einem Differenzierungsraum, Essraum mit Vorbereitungsküche und Nebenräumen, Mitarbeiterräume und Leitungsbüro, Sozialräume, barrierefreie WCs und ein großer Flur mit Platz für Bänke und Schränke gehören zum Raumprogramm.

Zulieferer muss mitspielen

Gleichzeitig mit dem Bauantrag werde in Kürze die Ausschreibung veröffentlicht, kündigte Lutz Rothermundt an. Zu den zahlreichen noch abzustimmenden Punkten gehöre die nicht unwesentliche Frage, ob die Module rechtzeitig geliefert werden könnten. Einige Optionen täten sich jedoch auf, erfuhren die Zuhörer.

Das Modul auf dem Grundstück unterzubringen, erforderte einiges an Tüftelarbeit. Der Abstand zur Sporthalle und ein Zugang für den Lieferverkehr mussten gewährleistet sein. Der in Richtung Wettern führende tiefe Graben zwischen Wiese und Nachbargrundstück schränkte die Platzreserven weiter ein und schloss eine Auffahrt über den Bürgersteig aus. Der Lieferverkehr wird daher aus Richtung Turnhalle erfolgen.  

Straßenlaterne muss zwischendurch weichen

Bei der Suche nach einem Abstellplatz für den für die Montage erforderlichen Autokran blieb nach Abstimmung mit der Straßenverkehrs- und der Naturschutzbehörde nur eine Option: mittig vor dem Grundstück. Dafür wird eine Straßenlaterne zeitweilig entfernt.

Im Vordergrund die Wiese, im Hintergrund das Schulgebäude. Die Straßenlaterne rechts muss entfernt werden, wenn der Autokran anrückt. Foto: Reese-Winne

Genauso wie leider auch einige Büsche und Bäume, so Rothermundt, jedoch solle die große Birke an der Turnhalle unbedingt erhalten werden. Die seit 1960 auf der Wiese stehende bronzene Mädchen-Skulptur des Bildhauers Karl Wenke wird rechtzeitig an einen neuen Standort versetzt.

Hort Abendroth unter einem Dach

Der Hort Abendroth wird in dem neuen Gebäude wieder zu einer Einheit. Die Zahl der Plätze werde dabei von 56 auf 60 aufgestockt und die ins Haus der Jugend ausgelagerte Gruppe könne wieder auf die andere Straßenseite ziehen, hieß es im Ausschuss

Gleichzeitig erhalte die Grundschule neue Raumreserven, um gut auf den verlässlichen Ganztagsbetrieb ab 2026 vorbereitet zu sein. Ausweichmöglichkeiten sind außerdem schon da, wenn der ebenfalls vorgesehene Anbau an das historische Schulgebäude beginnt und es dabei nötig wird, Klassen auszulagern. 

Kauf ist günstiger als Miete

Die Stadt hat sich von Anfang an für einen Kauf der Module ausgesprochen, was ab einer Nutzungszeit ab vier bis fünf Jahren immer die günstigere Lösung sei. Bei guter Pflege ist von einer "Lebenszeit" von mindestens 20 Jahren die Rede.

Wie umständlich es ist, einen Modulbau zu versetzen, hat die Stadt erlebt, als die Container der DRK-Kita Altenwalde nach Groden gebracht wurden. Die Elemente einfach auf den Haken nehmen und anderenorts wieder aufbauen: So einfach ist es nicht. Der Umbauaufwand ist immens.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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