CNV Medien

Aufgrund einer Verletzung musste Arno Creutzfeldt seine radsportlichen Aktivitäten vorübergehend zurückstellen. Irgendwann gab es kein Halten mehr: Der 30-Jährige zog sich seine Laufschuhe an. Foto Creutzfeldt
Aufgrund einer Verletzung musste Arno Creutzfeldt seine radsportlichen Aktivitäten vorübergehend zurückstellen. Irgendwann gab es kein Halten mehr: Der 30-Jährige zog sich seine Laufschuhe an. Foto Creutzfeldt
Menschen in unserer Stadt

Aus purem Bewegungsdrang unter die Läufer gegangen

von Kai Koppe | 18.09.2026

Arno Creutzfeldt ist von Haus aus eher für einen Bike-Marathon zu haben. Verletzungsbedigt musste der Cuxhavener sein Rad aber zwischenzeitlich stehenlassen - und sattelte kurzentschlossen um.

Laufen ist für manche ein Stück Lebensinhalt. "Ich komme eigentlich eher vom Radfahren", räumt Arno Creutzfeldt freimütig ein. Trotzdem hat sich der 30-Jährige in den vergangenen Wochen auf den Küstenmarathon vorbereitet. Um ein Ziel zu haben. Vor allem aber, um sich an der frischen Luft zu bewegen.

Bei Sonnenaufgang am Meer entlangzujoggen: "Es gibt doch kaum etwas Schöneres", gerät Creutzfeldt ins Schwärmen. Eine Verletzung an der Hand zwang ihn im Laufe des Jahres dazu, mit dem Radfahren zu pausieren. Langstrecken-Rennen im Sattel sind derzeit nicht drin, auf dem Rollentrainer trete er hin und wieder in die Pedale. Aber das, erklärt der Cuxhavener, sei nicht dasselbe wie im Freien zu trainieren. Er habe sich wie gefangen gefühlt. "Ich habe deshalb umgeswitched auf Laufen", sagt Creutzfeldt und lacht. "Aus purem Bewegungsdrang."

Auf der Strecke bleibt der "Schweinehund" ruhig

Mit dem Wechsel betrat er streng genommen kein vollständig unbekanntes Terrain. Beim Cuxhavener Stadtsparkassen-Marathon - dort sponsert sein eigener Betrieb Elbe-Orthopädie die Kinderläufe - sei er kleinere Distanzen gelaufen. Wenn am Sonntag alles passt, wird er in Otterndorf beim Halbmarathon an den Start gehen. Ob er seine Pace auf eine Entfernung von 21 Kilometern halten kann, müsse man sehen, sagt der Orthopädietechnikermeister in einem Gespräch, das sich weniger um persönliche Bestzeiten dreht als um Motivation (und um Mythen) rund ums Laufen.

Der "innere Schweinehund", der sich meldet, wenn es darum geht, ein Trainingspensum zu verstetigen, ist nach seinen Worten durchaus real. Sei er jedoch erst einmal gestartet, sagt Arno Creutzfeldt, "dann laufe ich". Das heißt: wenig Zeit für Diskussionen mit einem imaginären Faulpelz. "Natürlich muss man es mögen, sich ein bisschen zu quälen", entgegnet er auf Nachfrage. Habe man sein Trainingspensum erst einmal absolviert, fühle sich die Schinderei im Nachhinein aber goldrichtig an.

Der 30-Jährige spricht in diesem Moment über sich selbst, möchte keine allgemeingültigen Wahrheiten aufstellen. Denn es sei ganz einfach nicht wahr, dass jeder dafür gemacht sei, sich im Morgengrauen die Laufschuhe zu schnüren, um sich selbst, noch bevor es richtig hell geworden ist, aus der Komfortzone zu bringen. Er spielt auf bestimmte Influencer an, die ihren Followern auf Youtube oder auf Tik Tok suggerieren, dass es eine Kleinigkeit sei, am Lauf-Hype zu partizipieren. Sofern man nur das passende Equipment mit an den Start bringe.

Wer loslegen will, benötigt nicht viel

Wer das Laufen für sich entdecken möchte, brauche erst einmal keine besondere Ausrüstung. "Einfach loslegen", rät Arno Creutzfeldt, der sich daran erinnert, erste Joggingrunden in seinen Badminton-Sneakers absolviert zu haben. Selbst wenn das vielleicht nicht unbedingt nachahmenswert ist: Marathonschuhe, Ultraleicht-Bekleidung oder eine Sportuhr, die Trainingsstrecken und die Herzfrequenz trackt - das alles hat Zeit. "Wenn man frisch anfängt, zählen eher die kleinen Erfolge." Zudem drehe sich nicht alles um Leistung. "Viele gehen allein für das gute Gefühl laufen."

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Kai Koppe
Kai Koppe

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

koppe@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
"Erinnern heißt Kämpfen!"

Gedenken an Todesopfer rechter Gewalt: Polizei Cuxhaven lädt zu Ausstellung ein

Baufortschritt

Cuxhavens künftiges Wochenmarkt-WC steht jetzt im Rohbau

Interessante Details verkündet

"Halbzeit" bei Cuxhavens Deichband-Projekt: Wie das wilde Parken ein Ende haben soll

So weit sind die Arbeiten

Cuxhavens Deichband ist auf halber Strecke - was geschafft ist und wie es weitergeht