"Halbzeit" bei Cuxhavens Deichband-Projekt: Wie das wilde Parken ein Ende haben soll
Ein gescheiterter Kreativwettbewerb, Lichtmasten und Parkbuchten, die das wilde Parken beenden sollen: Ein Rundgang über die Baustelle des Deichbandes in Cuxhaven offenbarte spannende Details, die überraschen.
Der Regen hatte sich verzogen, die Schuhe waren noch feucht, aber die Neugier war ungebrochen. Rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten am Mittwochabend (16. September 2026) Marco Lammers von der städtischen Bauverwaltung und Julia Gäckle vom Büro Treibhaus Landschaftsarchitektur auf einem moderierten Rundgang über die Baustelle des Deichbandes.
An mehreren Haltepunkten entlang der Konrad-Adenauer-Allee und der Deichstraße gab es Antworten auf Fragen, die bislang in der öffentlichen Berichterstattung eine untergeordnete Rolle gespielt hatten. Wer dabei war, erfuhr Details über Parkplätze und Fahrradbügel, über gescheiterte Wettbewerbe und anthrazitfarbene Lichtmasten, über Lärchenholz und einen Kreativwettbewerb, dessen Ergebnis keinen überzeugte.
Kreativwettbewerb ohne Sieger
Gleich zu Beginn des Rundgangs wurde ein Thema angesprochen, das in der Öffentlichkeit bislang kaum bekannt war: Der Wettbewerb zur farblichen Gestaltung der Deichmauer ist gescheitert. Keiner der eingereichten Entwürfe erfüllte die geforderten Kriterien, weshalb die Jury keinen Sieger kürte. Julia Gäckle erklärte es sachlich: "Die Kriterien wurden leider von allen Einreichungen nicht abgedeckt, die gefordert waren. Das ist ja auch unser tägliches Geschäft im Wettbewerbsalltag, dass man eine Palette an Kriterien erfüllen muss, wenn man sich bewirbt."
Stadtbaurat Andreas Eickmann bestätigte auf CN/NEZ-Nachfrage den Juryentscheid und ergänzte, dass sämtliche Teilnehmer des Wettbewerbs eine Aufwandsentschädigung für ihre Arbeit erhalten haben. Projektleiter Marco Lammers hat die farbliche Gestaltung der Mauer bewusst zurückgestellt: "Ich möchte nicht etwas machen, nur weil es schnell fertig sein soll. Lass uns Zeit lassen, lass uns etwas Gutes machen, bevor wir etwas machen, hinter dem wir nicht voll stehen können." Geplant ist die Ausführung nun für das Frühjahr 2027, wenn das Gesamtprojekt längst abgeschlossen ist.
30 Parkplätze und acht Fahrraddoppelbügel
Konkrete Zahlen, die viele Bürgerinnen und Bürger interessieren, kamen beim Rundgang ebenfalls zur Sprache. Entlang der neuen Deichstraße entstehen 30 Parkbuchten, die in regelmäßigen Abständen durch Baumpflanzungen und Sitzgelegenheiten unterbrochen werden. Hinzu kommen acht Fahrraddoppelbügel, an denen 16 Fahrräder abgestellt werden können, die in gleichmäßigen Abständen entlang der Straße aufgestellt werden.
Das derzeit noch zu beobachtende wilde Parken am Rand der neuen Fläche hat bald ein Ende: Sobald die Parkbuchten mit einem andersfarbigen Stein markiert sind, gilt ausschließlich das geordnete Parken in den dafür vorgesehenen Buchten. Julia Gäckle betonte, dass über jede dieser Zahlen intensiv verhandelt wurde: "Da gab es sehr viele Diskussionen, wie viele Parkplätze noch da sein dürfen, und wie es mit der Bespielung der gesamten Straße aussehen wird. Das haben wir versucht, zusammenzubringen."
Laternen wie im Lotsenviertel
Ein Detail, das auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, steckt voller Absicht: Die historisch anmutenden Mastleuchten entlang der Deichstraße wurden bewusst in Anlehnung an die Straßenbeleuchtung im benachbarten Lotsenviertel gewählt, genauer gesagt an die Laternen in der Schillerstraße. Auch die Ampel- und Lichtmastenanlagen entlang der Konrad-Adenauer-Allee hat Marco Lammers in den vergangenen Tagen neu streichen lassen, im gleichen Anthrazitton, der bereits am Karl-Olfers-Platz Verwendung gefunden hat. Hinter all dem steckt ein städtebaulicher Gedanke, der das gesamte Projekt trägt: Die Achse vom Schloss Ritzebüttel über die Nordersteinstraße, das Lotsenviertel und den Slippen soll als zusammenhängendes Ganzes erlebbar werden. Auch optisch, auch im kleinsten Detail.
Bänke, Bäume und Barrierefreiheit
Beim Haltepunkt am Mauerdurchbruch zur City Marina erläuterte Julia Gäckle die noch ausstehenden Arbeiten an Bepflanzung und Möblierung. Ende September, Anfang Oktober sollen die Sitzbänke aus Lärchenholz installiert werden, sowohl auf dem Deichweg oben als auch an der unteren Gehwegseite. Zwischen den Parkbuchten entstehen Baumscheiben mit Prachtstauden, die für Unterbrechung, Farbe und Insektenangebote sorgen. Zahlreiche Baumpflanzungen sind in diesem Herbst ebenfalls noch vorgesehen.
Die barrierefreie Rampenanlage im Bereich des Slippens, an der die Firma Steffen und eine zweite Kolonne ab Oktober 2026 parallel zur weiteren Straßenfertigstellung arbeiten werden, soll den Deichweg für alle zugänglich machen. Marco Lammers blickt zuversichtlich auf die verbleibenden Monate: Wenn das Wetter mitspiele und die Koordination mit dem benachbarten Hotelbau im Bereich des Slippens gelinge, sei eine Fertigstellung des Gesamtprojektes bis Ende 2026 weiterhin das erklärte Ziel.
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