Bekannter Friseur aus Cuxhaven feiert 80. Geburtstag - und ist immer noch aktiv
Seit über fünf Jahrzehnten hält Michael "Eschi" Probst die Schere in der Hand. Am Sonnabend, 4. Februar, feiert er seinen 80. Geburtstag. Die Geschichte des in Cuxhaven stadtbekannten Friseurmeisters.
"Auch Männer, die es bisher nicht wahrhaben wollten, haben inzwischen erkannt: Gute Bedienung bei einem Herrenfriseur ist das Geld wert! Herrenfriseursalons waren in der Vergangenheit oft Stiefkinder, auch wenn es mancher Mann kaum bemerkte, weil er sich beim Klönschnack mit dem Nachbarn wohlfühlte und gern die neuesten Zeitungsmeldungen mit anderen Kunden diskutierte, die zum Haareschneiden oder Rasieren gekommen waren … Die alten Zeiten sind jedoch überholt, die neuen, modernen fangen an. Dass sie ebenfalls zum Wohlbefinden beitragen, demonstriert seit heute Michael Probst, 29 Jahre alt und seit Jahren schon Meister, in seinem neuen Geschäft in der Nordersteinstraße 64, schräg gegenüber vom alten Salon Probst." Diese Zeilen schrieb die Redakteurin Gisela Maier-Stahel anlässlich der Eröffnung des ersten reinen Cuxhavener Herrensalons im Jahr 1972.
In der Neuen Cuxhavener Zeitung schwärmte die geschätzte junge Journalistin über den guten Geschmack des jungen Friseurmeisters Michael Probst, der am heutigen Sonnabend seinen 80. Geburtstag mit Familie und vielen Freunden im Restaurant "Am Pier" bei der Alten Liebe feiert. Auch seine beiden Söhne und die vier Enkelkinder sind geladen.
Ausgefallenes Salonkonzept
Mit seinem ausgefallenen, modernen Salonkonzept war der gebürtige Cuxhavener Anfang der 1970er Jahre Vorreiter in der Stadt am Tor zur Welt. Viele Herren und auch einige Damen werden sich an den geschmackvoll eingerichteten Salon mit seinen fünf Einzelkabinen mit Schwingtüren im Stil der Westernsalons erinnern. Das dominierende Farbkonzept war in tabac gehalten. An Wänden klebte eine japanische Tapete mit großen Blättern von Laubbäumen und den Fußboden zierten verschiedenfarbige, kleinteilige Fliesen - ebenfalls aus Japan stammend. Und auch in Sachen Technik wusste der Salon zu überzeugen, denn er verfügte schon damals über eine Klimaanlage mit allen Schikanen. Für sein ausgefallenes Ladenkonzept hatte Michael Probst seinerzeit gut 50.000 DM investiert.
Bereits kurz nach dem Tod seines Vaters Georg 1967 übernahm Michael Probst dessen gut eingeführten Betrieb. Zuvor hatte er mit 14 Jahren eine Friseurlehre begonnen, die ihn unter anderem auch nach Bremerhaven führte. "Mein damaliger Lehrherr hatte einen gut gehenden Salon im Bremerhavener Schwimmbad. Wir mussten damals mit Schlips und Kragen zum Dienst. Einmal bin ich in einen Regenschauer geraten und die Bügelfalte meiner Hose saß nicht mehr korrekt, da bin ich von meinem Chef prompt nach Hause geschickt worden", erinnert sich Michael Probst an seine Anfänge, in denen die meisten gemischten Salons sogar über getrennte Eingänge für Damen und Herren verfügten.
Frisieren lassen an Bord
Bevor Michael Probst nach Cuxhaven zurückkehrte und seine Meisterprüfung absolvierte, fuhr er für ein Jahr auf einem Kreuzfahrtschiff zur See. Dort war der Friseur für ein gut betuchtes Klientel, das sich vor den zahlreichen Landgängen oder Abendgesellschaften an Bord gern noch einmal ordentlich frisieren ließ.
Die Scheren, Rasierer, Bürsten und Kämme hat Michael Probst auch nach seiner Rente nicht aus den Händen gelegt. Noch heute mit 80 Jahren arbeitet er an drei Tagen in der Woche im "Herrensalon Probst" im City Center Cuxhaven. "Das war einmal der Salon meiner Kollegen Frauke Gloe. Ich wollte damals nicht ganz und gar in den Ruhestand gehen und habe mir deshalb für drei Tage in der Woche einen Stuhl bei ihr gemietet. Als sie überraschend starb, habe ich das Geschäft übernommen", verrät Michael Probst im Gespräch mit unserer Zeitung, der noch heute viele Stammkunden frisiert. Auch einige Damen gehören zu seinen Kundinnen. Sein Salon im City Center ist übrigens dienstags und freitags von 8.30 bis 17 Uhr und sonnabends von 8.30 bis 14 Uhr geöffnet.
Fußball, Tennis, Marathon
An den übrigen Tagen pflegt der sportliche Cuxhavener, der in jüngeren Jahren aktiv beim CSV Fußball gespielt und auch Marathon gelaufen ist sowie Tennis gespielt hat, seine Hobbys und Freundschaften. Einmal in der Woche trifft er sich beispielsweise in der Kino-Bar vom Bali zum Skat. "So bleiben wir im Kopf fit", lächelt Michael Probst, der bei diesen Terminen gänzlich auf Alkohol verzichtet und auch ansonsten eine fleischarme Kost bevorzugt, um weiterhin gesund und munter zu bleiben. Mit dem besser werdenden Wetter freut sich Michael Probst auch schon auf die nächsten größeren Fahrradtouren, die er in netter Gesellschaft unternimmt.
Anlässlich seines runden Geburtstages hat der Friseurmeister seine Gäste um eine Spende für die Cuxhavener Tafel gebeten. "Das habe ich schön öfter so gehalten. Deshalb freue ich mich, dass ich den Betrag auf 3000 Euro aufrunden kann und den Scheck an meinem Ehrentag an die Cuxhavener Tafel überreichen darf", sagt Michael Probst, den viele seiner Freunde liebevoll "Eschi" nennen.
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