Monopiles für Offshore-Windräder: Titan Wind konkretisiert Ausbaupläne in Cuxhaven
Der Monopile-Hersteller Titan Wind Energy treibt den Aufbau seines Werks in Cuxhaven weiter voran. Die angespannte Lage im Offshore-Markt verzögert jedoch den Produktionsstart. Jetzt nennt das Unternehmen einen konkreten Zeitplan.
Ratsgremien haben sich beim künftigen Monopile-Hersteller Titan Wind Energy (Germany) GmbH über den Fortschritt des Werksaufbaus an der Hermann-Honnef-Straße informiert: Geschäftsführer Heiko Mützelburg sprach vor Mitgliedern des Ausschusses für Hafen- und Siedlungsentwicklung sowie des Ausschusses für Wirtschaft, Häfen und Tourismus über den Zeitplan und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Vorhabens.
Zum Auftakt des Besuchs ging es um das Produkt: Die sogenannten Monopiles, die Titan Wind in Cuxhaven herstellen möchte, sind Stahlröhren gewaltigen Ausmaßes. Im Durchmesser bis zu 14 Meter breit, dienen diese rund 140 Meter langen Bauteile als Gründungsfundament für Offshore-Windräder. Gefertigt werden sie aus Blechen, bei denen es sich in Wahrheit um bis zu 16 Zentimeter starke Stahlplatten handelt. Monopiles mit solchen Dimensionen produziere man nicht auf den blauen Dunst hin, erklärte der Geschäftsführer seinen Gästen: Was sein Unternehmen in Cuxhaven vorhabe, sei "reine Auftragsfertigung".
Eine Frage nach dem geplanten Produktionsstart beantwortete Mützelburg mit einem Hinweis auf die Bautätigkeit auf dem einst vom Turmhersteller Bard genutzten Gelände. Um den Anforderungen des Nachnutzers zu genügen, muss das Areal umgebaut und im Hinblick auf seine Tragfähigkeit hin ertüchtigt werden. Vorgesehen sind 110.000 Quadratmeter überdachte Produktionsfläche und eine 35 Hektar große Schwerlast-Lagerfläche für fertige Monopiles. Das eigentliche Werk, so erfuhren die Ausschussmitglieder, soll bis Mitte kommenden Jahres voll funktionsfähig aufgebaut sein. Anfang 2028 könnten dann die ersten Monopiles die Hallen Richtung Kaikante verlassen.
Markteinbruch führt zu Verzögerungen
"Ursprünglich wollten wir schon Ende 2026 produzieren", fuhr der Titan Wind-CEO fort. Dass es nun ein weiteres Jahr ins Land gehen wird, erklärte Mützelburg mit der Wirtschaftslage: Die Situation im Offshore-Segment sei derzeit nicht optimal, der Absatzmarkt USA sogar komplett weggefallen. Unter solchen Vorzeichen müsse man ganz besonders darauf achten, dass nach Produktionsstart keine Leerlaufzeiten entstehen. "Wenn Sie einen Fadenriss haben, dann bringt Sie das um", erklärte Mützelburg.
Mit Blick auf den Erfolg von Unternehmensansiedlungen im Bereich des örtlichen Offshore-Industriezentrums kritisierte Cord Wichmann, Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Häfen und Tourismus, die jüngste Polit-Debatte im Bereich Erneuerbare Energien: Diskussionen, wie sie derzeit in Berlin geführt würden, seien "Gift" für die Branche, betonte der Sozialdemokrat.
Sein Fraktionskollege Volker Kosch erkundigte sich, wie der Monopile-Hersteller den Zeitraum bis Produktionsbeginn zu überbrücken vermöge. Titan Wind habe einen Investor, der an das Projekt glaube, antwortete der Geschäftsführer - und rückte in diesem Zusammenhang die örtlichen Standortbedingungen in den Vordergrund: Cuxhaven sei ein Offshore-Hub; "wir finden hier alles, was wir brauchen". Er verwies dabei auf die im Bau befindlichen Liegeplätze 5 bis 7 und auf die Perspektiven, die sich in puncto Lagerkapazitäten im Geltungsbereich des Flächennutzungsplans 90 ergeben sollen.
Nachdem der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Frauenpreiß gefragt hatte, wie Politik das Personal-Akquise von Titan Wind unterstützen könne, entspann sich eine Diskussion um die Unterbringung künftiger Fachkräfte in und um Cuxhaven. Laut Firmenhomepage will das Unternehmen in der Region 650 Arbeitsplätze schaffen. Aus Sicht des Titan Wind-Geschäftsführers mangelt es beim Thema Wohnen vor Ort an entsprechenden Angeboten. "Wir haben Ihnen eine Reihe von Grundstücken vorgestellt", hielt Cuxhavens Stadtbaurat Andreas Eickmann dagegen.
Ganz gleich, ob Unternehmen wie Titan Wind das Problem selbst in die Hand nehmen oder es darum geht, die auf kommunalpolitischer Ebene geplanten Wohnbauprojekte zu realisieren: "Wir müssen zusehen, wie wir das Thema Wohnen ganz schnell auf die Beine bringen", so der Ausschussvorsitzende Wichmann.
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