Bufdi auf der "Elbe 1" in Cuxhaven: Junge Frau setzt sich in einer Männerdomäne durch
In einer klassischen Männerdomäne behauptet sich die 20-jährige Eva Gieseke. Sie absolviert in Cuxhaven ihren Bundesfreiwilligendienst auf der "Elbe 1". Dort hat sie nicht nur eine neue Herausforderung gefunden.
Sich behaupten in einer klassischen Männerdomäne: Das ist der 20-jährigen Eva Gieseke gelungen. Sie hat vor einem Jahr ihre Heimat Mainz verlassen und ist nach Cuxhaven kommen, um hier ihren Bundesfreiwilligendienst (BFD) auf der "Elbe 1" zu absolvieren.
Nach dem Abitur entschied sich Eva Gieseke, eine neue Herausforderung anzunehmen. Durch ihre Oma erfuhr sie von der Jugendbauhütte und bewarb sich schließlich für den Bundesfreiwilligendienst auf dem ehemaligen Feuerschiff. "Ich wollte auch gerne ans Meer, da hat es sich angeboten", sagt sie. Nun nennt sie das Schiff ihr Zuhause und verbringt viel Zeit am Wasser - im wahrsten Sinne. "Ich wohne hier auf dem Schiff." Sind die Kollegen von Bord, hat sie die "Elbe 1" für sich alleine. Einem Mittagessen auf der Brücke oder Gitarre üben auf dem "Leuchtturm" des Schiffs steht dann nichts mehr im Wege. "Anfangs war es etwas ungewohnt, doch ich habe mich daran gewöhnt."
Junge Frau aus Mainz hatte noch keine handwerklichen Erfahrungen
Obwohl die 20-Jährige zuvor keinerlei handwerkliche Erfahrung hatte, ist sie nun engagiert dabei, die "Elbe 1" zu restaurieren. Von der Beseitigung von Rost über das Lackieren bis hin zum Schleifen und Schweißen - sie nimmt jede Aufgabe mit Begeisterung an. "Jeder Tag ist anders." Und genau das ist es, was ihr gefällt. Auch Schmutz und die körperliche Arbeit sind für sie dabei kein Problem.
Aber wie ist es für sie, die Henne im Korb zu sein? Schließlich arbeiten sonst nur Männer auf dem Schiff. "Das ist überhaupt kein Problem. Die Kollegen sind alle mega nett und unterstützen mich", lobt sie und klopft sich den Schmutz von den Händen. Außerdem hätten schon andere Frauen vor ihr ihren Bundesfreiwilligendienst auf der "Elbe 1" absolviert.

Doch nicht nur die handwerkliche Arbeit gehört bei ihrem BFD dazu. "Ich war auch schon bei vier Fahrten dabei", schwärmt sie. Ob eine Fahrt zum Hafengeburtstag in Hamburg, die Fahrt bei der Schiffs-Parade zum 36. Deutschen Schifffahrtstag von Bremen nach Bremerhaven oder bei Fahrten nach Helgoland war die 20-Jährige an Bord. "Seekrank bin ich zum Glück nicht geworden", sagt sie und lacht. Während der Fahrten muss sie allerdings keinen Rost entfernen oder das Deck erneuern. "Dann bin ich im Service tätig und kümmere mich um die Gäste an Bord."
Zukunft nach dem Bundesfreiwilligendienst in Cuxhaven ist noch offen
Das Privatleben kommt bei der 20-jährigen aber auch trotz der vielen Arbeit nicht zu kurz. "Nach Feierabend oder am Wochenende bin ich gerne in der Grimmershörnbucht zum Schwimmen." Zusätzlich engagiert sie sich bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Cuxhaven. "Zwischendurch fahre ich auch mal ein Wochenende zurück nach Mainz."
Doch langsam aber sicher nähert sich ihr Bundesfreiwilligendienst dem Ende. "Bis Ende August habe ich noch." Doch was kommt danach? "Mal schauen", sagt sie. Erst mal geht es für die 20-Jährige zurück in die Heimat. Später steht dann noch ein zweiwöchiges Praktikum bei den Seelotsenversetzern an. "Ich könnte mir auch vorstellen, irgendwann mal um die Welt zu reisen."
Das ist die Jugendbauhütte
Die Jugendbauhütte ist eine Einrichtung, die jungen Menschen die Möglichkeit bietet, handwerkliche Fähigkeiten zu erlernen und praktische Erfahrungen im Bereich Denkmalpflege und Restaurierung zu sammeln. Insgesamt 16 Jugendbauhütten gibt es in Deutschland. Sie bieten Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Rahmen von Freiwilligendiensten oder Praktika die Chance, an Bau- und Restaurierungsprojekten teilzunehmen.
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