Wolfgang Rodehorst war zwölf Jahre lang Pressesprecher der Bundespolizei See in Cuxhaven. Jetzt ist er in Pension gegangen. Foto: Privat
Wolfgang Rodehorst war zwölf Jahre lang Pressesprecher der Bundespolizei See in Cuxhaven. Jetzt ist er in Pension gegangen. Foto: Privat
Pressesprecher Wolfgang Rodehorst

Bundespolizei See in Cuxhaven: Im Einsatz an der Küste

von Ulrich Rohde | 01.03.2024

Rund zwölf Jahre lang war Wolfgang Rodehorst als Pressesprecher das Gesicht der Bundespolizeiinspektion See in Cuxhaven. Jetzt ist der 61-Jährige - nach mehr als 42 Jahren Dienst - in Pension gegangen.

Einen maritimen Bezug hatte Wolfgang Rodehorst ursprünglich nicht. Aufgewachsen ist er in Hermannsburg bei Celle am südlichen Rand der Lüneburger Heide. Nach der Realschule absolvierte er eine Lehre als Kfz-Mechaniker, wurde Geselle, um dann zur Bundeswehr einberufen zu werden. Seinem Wunsch, im technischen Bereich eingesetzt zu werden, entsprachen die Vorgesetzten nicht. Stattdessen ging es in die Nachbarschaft nach Munster. Dort brachte er es bis zum Oberfeldwebel - und blieb als Zugführer in einem Panzerbataillon zwölf Jahre lang.

Anfang der 90-er Jahre kam das Ende seines Dienstes als Zeitsoldat. Wolfgang Rodehorst schlug eine Laufbahn beim Bundesgrenzschutz ein. Frankfurt am Main hieß für die nächsten 20 Jahre seine Dienststelle. Als Gruppenleiter waren der Hauptbahnhof und der Flughafen seine wichtigsten Reviere. "Eine spannende Zeit", erinnert sich Rodehorst. Noch aufregender wurde es, als er ziviler Ermittler wurde sich mit illegaler Migration, Schleusung und Urkundenfälschung beschäftigen musste. Vor allem die Zeit, als das islamistische Terrornetzwerk al-Qaida nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New York am 9. September 2001 die Welt in Atem hielt, war extrem nervenaufreibend.

Durch seine Frau, eine gebürtige Cuxhavenerin, fand Wolfgang Rodehorst den Bezug zur Küste. Und so landete der Hauptkommissar im Seebereich des Grenzschutzes, bei der Bundespolizei See. Der damalige Dienststellenleiter Ralf Gütlein lotste ihn weg vom Maritimen Sicherheitszentrum, wo er zunächst tätig gewesen war, zur Inspektion in der Kasernenstraße.

Aufgabe der Bundespolizei sei es, den grenzpolizeilichen Schutz des deutschen Staatsgebietes an der Seegrenze zu gewährleisten. Dazu gehört es, die unerlaubte Einreise zu verhindern und Schlepper- und Schleuserkriminalität auf See zu verhindern. Hinzu kommen auch übertragene Aufgaben wie die Ermittlung bei Verstößen gegen Umweltbestimmungen und die Überwachung von Fangquoten in der Fischerei. Mit all diesen Arbeitsgebieten ist die Bundespolizei Teil der Küstenwache, zu der alle Vollzugskräfte des Bundes auf See gehören. 
Wolfgang Rodehorst war zwölf Jahre lang derjenige, der diese Tätigkeiten der Bundespolizei in Cuxhaven der Öffentlichkeit vermittelt hat, eine Arbeit, der er sich mit Freude und Engagement gewidmet hat. Doch nun ist Schluss.

Fußball, Fitness, Fischen 
und Fotografieren

Künftig will sich Rodehorst den Dingen widmen, die in der Vergangenheit zu kurz gekommen sind. An erster Stelle steht dabei der Sport. Der HSV-Fan kickt regelmäßig mit der SGG Cuxhaven in der Grimmershörnkaserne und absolviert sein Fitness-Training im Ahoi-Bad. "Mir ist meine Gesundheit extrem wichtig und bin gerne aktiv", sagt Rodehorst. Als ausgleichendes Element kommt das Angeln hinzu, das er, bevor er nach Cuxhaven kam, intensiv und mit großer Leidenschaft betrieben hat, und nun - mit in Bayern absolvierter staatlicher Fischerprüfung - wieder aufleben lassen möchte. Seine Kreativität lebt er beim Fotografieren aus. Und auch der Kontakt zu den ehemaligen Kolleginnen und Kollegen wird nicht gänzlich abreißen, schließlich bleibt er in der Gewerkschaft der Polizei (GdP) engagiert.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Nachrichten-Newsletter

Hier können Sie sich für unseren CNV-Newsletter mit den aktuellen und wichtigsten Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven anmelden.

Die wichtigsten Meldungen aktuell


Bild von Ulrich Rohde
Ulrich Rohde

Redaktionsleiter
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

rohde@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Bundesprogramm macht es möglich

Großprojekt im Cuxhavener Schlossgarten: Sanierung soll Wasser wieder in Gang bringen

von Jens Potschka

Mitten in der Stadt wartet ein verstecktes Gewässer darauf, wiederzuleben: Der Schlossgraben soll mehr als nur entschlammt werden. Behutsam und nachhaltig soll die Natur ihr Gleichgewicht zurückgewinnen, doch die Zeit drängt für dieses Vorhaben.

Wahrzeichen

10.000 Stimmen für die Alte Liebe in Cuxhaven: Ringen um das Oberdeck geht weiter

von Christian Mangels

Nicole Antons hat mit ihrer Petition zum Erhalt des Oberdecks der Alten Liebe viel erreicht. NPorts hat die Pläne überarbeitet und das Bauwerk um eine zusätzliche Ebene erweitert. Dennoch sammelt sie weiter Unterschriften. Worum geht es ihr?

Was der Karneval damit zu tun hat

Auf Besuch aus Namibia: Mit fast 88 Jahren bereist Gerd Vogel nochmal die alte Heimat

von Maren Reese-Winne

Als Gerd Vogel die Entscheidung traf, Otterndorf und Cuxhaven hinter sich zu lassen, hieß das Land umgangssprachlich noch "Deutsch-Südwestafrika" und lockte mit Sonne und einem Job. Er blieb für immer, aber die Bande in die Heimat hielten.

Jährlich fast zwei Millionen Euro

Wichtige Entlastung auch für Cuxhaven: Land legt bei Kita-Finanzierung kräftig drauf

von Maren Reese-Winne

Die laufenden Kosten für die Kindertagesbetreuung belasten die Haushalte aller Kommunen Niedersachsens. Da kommt ein millionenschweres neues Finanzpaket der Landesregierung gerade recht. Auch in den Kreis Cuxhaven fließen Millionen Euro.