Bundespolizei See in Cuxhaven: Im Einsatz an der Küste
Rund zwölf Jahre lang war Wolfgang Rodehorst als Pressesprecher das Gesicht der Bundespolizeiinspektion See in Cuxhaven. Jetzt ist der 61-Jährige - nach mehr als 42 Jahren Dienst - in Pension gegangen.
Einen maritimen Bezug hatte Wolfgang Rodehorst ursprünglich nicht. Aufgewachsen ist er in Hermannsburg bei Celle am südlichen Rand der Lüneburger Heide. Nach der Realschule absolvierte er eine Lehre als Kfz-Mechaniker, wurde Geselle, um dann zur Bundeswehr einberufen zu werden. Seinem Wunsch, im technischen Bereich eingesetzt zu werden, entsprachen die Vorgesetzten nicht. Stattdessen ging es in die Nachbarschaft nach Munster. Dort brachte er es bis zum Oberfeldwebel - und blieb als Zugführer in einem Panzerbataillon zwölf Jahre lang.
Anfang der 90-er Jahre kam das Ende seines Dienstes als Zeitsoldat. Wolfgang Rodehorst schlug eine Laufbahn beim Bundesgrenzschutz ein. Frankfurt am Main hieß für die nächsten 20 Jahre seine Dienststelle. Als Gruppenleiter waren der Hauptbahnhof und der Flughafen seine wichtigsten Reviere. "Eine spannende Zeit", erinnert sich Rodehorst. Noch aufregender wurde es, als er ziviler Ermittler wurde sich mit illegaler Migration, Schleusung und Urkundenfälschung beschäftigen musste. Vor allem die Zeit, als das islamistische Terrornetzwerk al-Qaida nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New York am 9. September 2001 die Welt in Atem hielt, war extrem nervenaufreibend.
Durch seine Frau, eine gebürtige Cuxhavenerin, fand Wolfgang Rodehorst den Bezug zur Küste. Und so landete der Hauptkommissar im Seebereich des Grenzschutzes, bei der Bundespolizei See. Der damalige Dienststellenleiter Ralf Gütlein lotste ihn weg vom Maritimen Sicherheitszentrum, wo er zunächst tätig gewesen war, zur Inspektion in der Kasernenstraße.
Aufgabe der Bundespolizei sei es, den grenzpolizeilichen Schutz des deutschen Staatsgebietes an der Seegrenze zu gewährleisten. Dazu gehört es, die unerlaubte Einreise zu verhindern und Schlepper- und Schleuserkriminalität auf See zu verhindern. Hinzu kommen auch übertragene Aufgaben wie die Ermittlung bei Verstößen gegen Umweltbestimmungen und die Überwachung von Fangquoten in der Fischerei. Mit all diesen Arbeitsgebieten ist die Bundespolizei Teil der Küstenwache, zu der alle Vollzugskräfte des Bundes auf See gehören.
Wolfgang Rodehorst war zwölf Jahre lang derjenige, der diese Tätigkeiten der Bundespolizei in Cuxhaven der Öffentlichkeit vermittelt hat, eine Arbeit, der er sich mit Freude und Engagement gewidmet hat. Doch nun ist Schluss.
Fußball, Fitness, Fischen und Fotografieren
Künftig will sich Rodehorst den Dingen widmen, die in der Vergangenheit zu kurz gekommen sind. An erster Stelle steht dabei der Sport. Der HSV-Fan kickt regelmäßig mit der SGG Cuxhaven in der Grimmershörnkaserne und absolviert sein Fitness-Training im Ahoi-Bad. "Mir ist meine Gesundheit extrem wichtig und bin gerne aktiv", sagt Rodehorst. Als ausgleichendes Element kommt das Angeln hinzu, das er, bevor er nach Cuxhaven kam, intensiv und mit großer Leidenschaft betrieben hat, und nun - mit in Bayern absolvierter staatlicher Fischerprüfung - wieder aufleben lassen möchte. Seine Kreativität lebt er beim Fotografieren aus. Und auch der Kontakt zu den ehemaligen Kolleginnen und Kollegen wird nicht gänzlich abreißen, schließlich bleibt er in der Gewerkschaft der Polizei (GdP) engagiert.