Unterzeichner einer Petition setzen sich für das Oberdeck der Alten Liebe ein. Den Kompromissvorschlag der Hafengesellschaft NPorts lehnen sie ab. Foto: Reese-Winne
Unterzeichner einer Petition setzen sich für das Oberdeck der Alten Liebe ein. Den Kompromissvorschlag der Hafengesellschaft NPorts lehnen sie ab. Foto: Reese-Winne
Wahrzeichen

10.000 Stimmen für die Alte Liebe in Cuxhaven: Ringen um das Oberdeck geht weiter

von Christian Mangels | 08.04.2026

Nicole Antons hat mit ihrer Petition zum Erhalt des Oberdecks der Alten Liebe viel erreicht. NPorts hat die Pläne überarbeitet und das Bauwerk um eine zusätzliche Ebene erweitert. Dennoch sammelt sie weiter Unterschriften. Worum geht es ihr?

Die 10.000er-Grenze ist fast erreicht: Schon rund 9800 Menschen haben die Online-Petition "Oberdeck der Alten Liebe erhalten - Wahrzeichen Cuxhavens bewahren" unterzeichnet. Für Nicole Antons, die Initiatorin der Aktion, ist das ein starkes Signal. "Die große Anzahl der Unterstützer zeigt deutlich, dass es sich nicht um ein Einzelinteresse, sondern um ein Anliegen von erheblicher öffentlicher Bedeutung handelt", sagt sie.

Seit zwei Monaten kämpft die Cuxhavenerin für den Erhalt der Alten Liebe in ihrer jetzigen Form mit zweigeschossiger Plattform. Die notwendige bauliche Ertüchtigung des Bollwerks stellt sie dabei nicht infrage.
"Die geplante Sanierung des Bauwerks insgesamt wird ausdrücklich begrüßt", so Antons. Sie zeigt sich erfreut darüber, dass NPorts mittlerweile einen weiteren Entwurf präsentiert hat, der für die ursprünglich nur noch eingeschossig konzipierte "neue" Alte Liebe eine zweite Ebene vorsieht. Von vielen Mitgliedern des Cuxhavener Stadtrates wird dieser Kompromissvorschlag unterstützt.

Der neue Entwurf von NPorts für die Alte Liebe sieht eine zweite Ebene vor, die begangen werden kann und andererseits als Wetterschutz dient. Die Kosten für eine Sanierung erhöhen sich dadurch um circa 500.000 Euro. Nicole Antons lehnt den Vorschlag ab. Grafik: Joost Phillips Tepe GbR

Trotz breiter Zustimmung lehnt Nicole Antons den Vorschlag von NPorts ab. Vorgesehen ist laut der Präsentation der Hafengesellschaft ein deutlich kleineres Deck von 24 mal 4 Metern statt der ursprünglichen Größe. "Wir dürfen uns nicht mit einer abgespeckten Lösung zufriedengeben", erklärt sie und appelliert an ihre Mitstreiter, weiter aktiv zu bleiben. "Viele Unterstützerinnen und Unterstützer ziehen sich aktuell zurück, weil sie glauben, alles sei bereits entschieden." Das sei aber nicht der Fall.

Ein Quorum von 5000 Stimmen ist erforderlich

Nicole Antons zieht aktuell verschiedene Register, um ihr großes Ziel, die Rettung des Oberdecks, noch zu erreichen. Neben der ursprünglichen Petition hat die Cuxhavenerin eine Landtagspetition angeschoben, um auch auf politischer Ebene zusätzlichen Druck aufzubauen und die Entscheidungsträger in Niedersachsen direkt in die Verantwortung zu nehmen. Ein Quorum von 5000 Stimmen ist erforderlich, damit sich der zuständige Ausschuss des Landtags mit dem Anliegen befasst.

Die Mitzeichnungsfrist endet am 11. Mai; etwa 2300 Stimmen sind bereits eingegangen. Die Unterzeichner fordern, das Oberdeck der Alten Liebe in seiner jetzigen Form zu erhalten, eine fachgerechte Sanierung umzusetzen, geeignete Fördermittel zu prüfen und die Öffentlichkeit in die weiteren Planungen einzubeziehen.

Fast 10.000 Unterstützer: Die Petition zum Erhalt der Alten Liebe in Cuxhaven wächst weiter. Foto: Reese-Winne

Große Hoffnungen knüpft Nicole Antons auch an die Denkmalschutzprüfung der Alten Liebe. Am 20. März haben Vertreter des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Cuxhaven sowie von NPorts bei einer Ortsbegehung die Aussichtsplattform unter die Lupe genommen. Das Ergebnis liegt noch nicht vor.

Sollten die Experten zu dem Schluss kommen, dass Denkmaleigenschaften vorliegen, könnte dies weitreichende Konsequenzen für mögliche Umgestaltungen der Anlage haben. In diesem Fall wären künftige Maßnahmen eng mit den Vorgaben des Denkmalschutzes abzustimmen.

Nicole Antons betont: "Mein Ziel ist nicht, Entwicklungen zu verhindern, sondern einen sachlichen, respektvollen Dialog zu ermöglichen, um eine Lösung zu finden, die das kulturelle Erbe, die Nutzung, die Sicherheit, die Zukunft und die Barrierefreiheit der Alten Liebe sichert."

Das Oberdeck soll nach dem Willen vieler Bürger erhalten bleiben. Foto: Wagner/dpa

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Christian Mangels

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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