Cuxhaven-Altenwalde: Viele Ehemalige würden gern noch mal das Kasernengelände sehen
Die Gebäude der früheren Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne in Cuxhaven-Altenwalde abzureißen, wäre kein einfaches Unterfangen. "Zumal viele davon über einen Bunker verfügen", gibt der Altenwalder Ortsbürgermeister Ingo Grahmann zu bedenken.
Insofern hätte ihn ein solcher Plan zum jetzigen Zeitpunkt auch sehr verwundert. Nach den jüngsten Äußerungen der BImA bleibt ohnehin weiter ungewiss, wie es dort nun weitergeht.
Ingo Grahmann hat schon zu Zeiten des Oberbürgermeisters Arno Stabbert im Arbeitskreis Konversion mitgearbeitet. Nicht erst seit dieser Woche wird er häufig auf die Zukunft des 2014 von der Bundeswehr aufgegebenen Standorts angesprochen. "Viele Altenwalder haben dort als Soldaten oder Zivilangestellte gearbeitet. Der Kasernenbetrieb war ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Ort."
Das halbe Dorf ging dort ein und aus
Daneben ging gefühlt das halbe Dorf dort ein und aus: In der Unteroffiziersmesse (Ende 2022 abgebrannt vermutlich nach Brandstiftung) wurden große Feiern abgehalten, Vereine durften die Sporthallen mitnutzen, selbst Schulen und die DRK-Kita Kiefernhorst fanden hinter dem Zaun ein Quartier.
Die Entscheidung in Sachen Erstaufnahmeeinrichtung bringe Klarheit und öffne den Weg für Alternativen. "Ich bin überzeugt davon, dass Altenwalde das hinbekommen hätte", sagt Ingo Grahmann, "es wäre aber auch eine schwere Aufgabe gewesen."
Und nun? Ist die Bundeswehr wirklich raus? Viele frühere Standorte sind nicht mehr verfügbar, während sich die Weltlage gravierend geändert hat. "Nicht wenige würden sich wünschen, dass dort wieder Soldaten einziehen würden", sinniert Ingo Grahmann.
Schießanlage scheint bedeutender denn je
Die Entwicklung zu Wohnquartieren hätte er spannend gefunden, dagegen spreche jedoch wieder und wieder die aktive, mit viel Geld ertüchtigte Standortschießanlage, die wohl für die Bundeswehr und andere Dienststellen bedeutsamer sei denn je. Mit seinem schon vor Jahren geäußerten Vorschlag für eine Einhausung der Schießstände sei er nie weitergekommen.
Der Wunsch vieler Ehemaliger, noch einmal aufs Gelände zu kommen, dürfte so bald eher nicht in Erfüllung gehen: Die BImA spricht von mangelnder Verkehrstüchtigkeit und Kampfmittelrisiko.