Cuxhaven: So bald kommt der Abrissbagger doch nicht in die Altenwalder Kaserne
Die Zukunft der Altenwalder Kaserne bleibt unklar: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hat noch keine endgültige Entscheidung für das Areal in Cuxhaven getroffen. Verschiedene Nutzungskonzepte werden geprüft - wobei es einen klaren Fokus gibt.
Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hat mitnichten bereits fertige Pläne für die Zukunft der Altenwalder Kaserne in der Schublade. Vielmehr sei überhaupt noch keine endgültige Entscheidung über die zukünftige Nutzung getroffen worden. Das sagt Pressesprecher Thorsten Grützner aus der Behördenzentrale in Bonn.
Dass die BImA entschieden habe, die Gebäude auf der Liegenschaft abzureißen, um dort Flächen für Biodiversität und erneuerbare Energien zu schaffen, war unserem Medienhaus aus dem Niedersächsischen Innenministerium dieser Tage wortwörtlich mitgeteilt worden. Land, Landkreis und Stadt Cuxhaven hatten einhellig das Ende der Planungen für eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Altenwalde bekannt gegeben.
Bislang blieben Verkaufbemühungen ergebnislos
Laut Grützner jedoch sei die BImA derzeit noch dabei, zukünftige Nutzungsmöglichkeiten zu eruieren, um die Liegenschaft "langfristig nachhaltig und zukunftsorientiert entwickeln zu können". Sie habe das Gelände in den vergangenen Jahren bereits mehrfach zum Verkauf angeboten, bislang jedoch ergebnislos.
Eine Konversion zu Wohnzwecken sei aufgrund des fehlenden Planungsrechtes sowie einer erhöhten Lärmbelästigung durch die naheliegende Standortschießanlage nicht möglich gewesen.
Viele Zwecke waren schon im Gespräch
Angeboten wurden die Flächen unter anderem unter der Unterschrift "Zukunftsstandort Altenwalde - küstennahe Gewerbeflächen im Grünen" oder als möglicher Standort zur Errichtung eines Rechenzentrums. Im von der Stadt Cuxhaven in Zusammenarbeit mit der BImA entwickelten Rahmenplan "Kaserne Altenwalde" von 2014 wird die mögliche Nutzung durch pharmazeutische/Biotechnologie-Betriebe, Forschungs- oder Dienstleistungszentren, die Energie- oder Logistikbranche abgewogen; ebenso die Chancen auf Wohn- oder touristische Nutzung (Ferienhäuser). Als eine Variante wird dort auch der Rückbau zugunsten des Erhalts oder der Schaffung natürlicher Lebensräume genannt.
Lage war und ist vage
Der Stadt, bei deren Agentur für Wirtschaftsförderung immer mal wieder Interessenten anklopfen, waren zuletzt die Hände wegen der ungewissen Lage um eine mögliche Einrichtung für Geflüchtete gebunden.
Von außen betrachtet stellt sich zehn Jahre nach Erstellung des Plans - nach der zwischenzeitlichen Teilbelebung als Notunterkunft im Spätherbst 2015 - die Lage heute ebenso vage dar wie damals. Grützner: "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt befinden sich die Planungen zur zukünftigen Nutzung der ehemaligen Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne in der Evaluierungsphase."

Enge Abstimmung mit der Stadt vorgesehen
Ziel sei, "die Fläche in enger Abstimmung mit der Stadt Cuxhaven und den lokalen Interessen zu entwickeln. Verschiedene Nutzungskonzepte werden dabei geprüft, wobei ein Fokus auf Biodiversität und erneuerbaren Energien liegt."
BImA macht die Tür beim Thema Flüchtlinge nicht zu
Zur Entwicklung um die Erstaufnahmeeinrichtung schreibt Thorsten Grützner: "Das Land Niedersachsen und der Landkreis Cuxhaven haben der BImA bereits im Oktober 2022 mitgeteilt, die ehemalige Kaserne für die Unterbringung von Flüchtlingen dauerhaft nutzen zu wollen. Ein Ratsbeschluss der Stadt Cuxhaven sieht jedoch vor, dass die Unterbringung von Flüchtlingen auf der Kaserne lediglich für maximal zehn Jahre gestattet werden soll. Ein so kurzer Nutzungszeitraum ist mit Blick auf die voraussichtlich erheblichen Herrichtungskosten nicht unproblematisch."
Dessen ungeachtet sei die BImA "selbstverständlich bereit, ihre eigenen Nutzungsüberlegungen zurückzustellen und die Liegenschaft dem Land Niedersachsen oder dem Landkreis Cuxhaven zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen." Ihr liege aber derzeit noch keine abschließende Bewertung des Landes Niedersachsen und des Landkreises Cuxhaven vor.
Aussicht auf Feuerwehr-Neubau bleibt erhalten
Die Kaufverhandlungen mit der Stadt Cuxhaven zum Erwerb einer Teilfläche für den Bau des Altenwalder Feuerwehrgerätehauses blieben von den aktuellen Überlegungen unberührt und würden weiterhin verfolgt. Zu möglichen Überlegungen der Bundeswehr, das Gelände oder Teile davon wieder selbst zu nutzen, sagt Grützner: "Das Stationierungskonzept der Bundeswehr sieht zurzeit keine Reaktivierung der ehemaligen Kaserne vor, sodass der BImA diesbezüglich keine konkreten Pläne bekannt sind."