Klimaanpassungsmanager Daniel Baumgärtner, Fachbereichsleiterin Anja Stute und Christian Wolf (Leiter der Abteilung Naturschutz, Landwirtschaft und Grünflächenplanung, v. l.) weisen mit Plakaten auf die bis zum 4. Juli laufende Bürgerumfrage hin. Foto: Koppe
Klimaanpassungsmanager Daniel Baumgärtner, Fachbereichsleiterin Anja Stute und Christian Wolf (Leiter der Abteilung Naturschutz, Landwirtschaft und Grünflächenplanung, v. l.) weisen mit Plakaten auf die bis zum 4. Juli laufende Bürgerumfrage hin. Foto: Koppe
Anpassungskonzept

Klimawandel in Cuxhaven: Wie sich die Stadt auf Hitze, Starkregen und Co. vorbereitet

von Kai Koppe | 31.05.2025

Hitze-Szenarien, von denen Menschen in den stark versiegelten Großstädten im Binnenland immer öfter heimgesucht werden, gibt es in dieser Form an der Küste noch nicht. Dennoch sind die Auswirkungen des Klimawandels auch in Cuxhaven spürbar. Was tun?

Auswirkungen eines globalen Klimawandels lassen sich längst auch in der Region ablesen - und setzen Kommunen unter Zugzwang: Klimafolgen bergen Risiken für Gesundheit und Eigentum, sie beeinträchtigen die Natur und unter Umständen sogar den Bereich der Arbeitswelt. In Cuxhaven arbeitet die Verwaltung gegenwärtig an einer Antwort auf diese Entwicklung.

Im vergangenen Herbst heuerte Daniel Baumgärtner als Klimaanpassungsmanager bei der Stadt, und seine Berufsbezeichnung beschreibt bereits, worum es im oben beschriebenen Zusammenhang geht: Nicht etwa um Klimaschutz, wie er beispielsweise durch Reduktion von Treibhausgasen oder durch nachhaltigen Umgang mit den lokal verfügbaren Ressourcen unterstützt werden könnte. "Klimaanpassung" bedeutet, auf das bereits Unvermeidliche zu reagieren - auf Folgen der globalen Erwärmung also, die sich bereits eingestellt haben oder in naher Zukunft auf die Gesellschaften zukommen.

Umfrage bindet die Bevölkerung ein

Wie eine Stadtverwaltung auf diese Situation reagiert, ist dabei ein Thema; ebenso die Frage, wie es gelingt, die Bevölkerung zu sensibilisieren und auf diesem Weg mitzunehmen. Um die Öffentlichkeit einzubinden, hat die Stadt vor wenigen Wochen eine Online-Umfrage gestartet. Teilnehmerinnen und Teilnehmer (im Rathaus wünscht man sich eine möglichst hohe Beteiligungszahl) sollen unter anderem angeben, welche Klimafolgen sie im eigenen Lebensumfeld wahrnehmen. Auf einer interaktiven "Ideenkarte" können Pins auf einem Stadtplan Cuxhavens gesetzt werden: Wo sich Starkregen das Wasser staut oder wo man sich an heißen Tagen am liebsten aufhält, kann auf diese Weise markiert werden. 

Hinweise, die der Sozialwissenschaftler Baumgärtner in ein Klimaanpassungskonzept einfließen lassen wird. Aus dem Papier sollen in einem Folgeschritt Taten erwachsen, wobei konkrete Maßnahmen sehr vielschichtig sein werden und unterschiedliche Zuständigkeiten im Rathaus betreffen. Denkbar wäre es, dass punktuell besondere Vorkehrungen gegen Überflutung getroffen werden müssen. Auf Klimafolgen zu reagieren, könnte aber auch bedeuten, im öffentlichen Raum Zonen auszuweisen, in denen Bürgerinnen und Bürger an heißen Tagen Schatten finden. Stadtentwickler müssten auf diese Frage eingehen, wenn neue Quartiere gebaut werden. Und wenn es ums Mikroklima (Stichwort: Fassadenbegrünung) geht, unter Umständen den Schulterschluss mit privaten Playern suchen.

Thema Hitze in Cuxhaven noch nicht im dramatischen Bereich

Trotz der allsommerlich vermeldeten Hitzerekorde dürfe man die Entwicklung auf Cuxhaven bezogen nicht dramatisieren: Fachbereichsleiterin Anja Stute weist darauf hin, dass die Situation in Cuxhaven (was Temperaturbelastung angeht) nicht mit der Lage in einigen Großstädten vergleichbar ist: Während man im Südwesten der Republik an manchem Hochsommertag alles daransetzt, den Betonschluchten zu entfliehen, entsprechen die Temperaturen an der 700 Kilometer weiter nördlich gelegenen Elbmündung womöglich exakt dem Gusto des Nordseeurlaubers. "Trotzdem kann es nicht schaden, auch bei uns darüber nachzudenken, wie man sich auf solche Klimafolgen einstellt", gibt Christian Wolf, Leiter der Abteilung Naturschutz, Landwirtschaft und Grünflächenplanung zu bedenken. Konkrete Maßnahmen, die sich aus diesen Überlegungen ableiten, werden (sofern sie nicht ohnehin schon getroffen werden) mit Sicherheit zusätzliche Mittel kosten. "Aber nichts zu machen", so Wolf mit Blick auf Ausgaben, die in Bereichen von Rettungsdienst und Katastrophenschutz anfallen könnten "wäre ganz bestimmt teurer". 

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Kai Koppe

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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