Cuxhavener gründet eigene Partei
"Team Demokratisch Neutral" wurde wurde von der Bundeswahlleiterin anerkannt / 17-Jähriger will für "Lösungen statt Dauerdebatten" eintreten
Von Kai Koppe
Cuxhaven.
Hat Cuxhaven auf die Karte der Gründungsorte gesetzt.
"Früher haben Politiker mehr Klartext geredet, sagt Tristan Angel Brönhorst und nennt als sein persönliches Vorbild Helmut Schmidt. "Lösungen statt Dauerdebatten", so umreißt der Cuxhavener das Ziel hinter der Parteigründung. Sein "Team Demokratisch Neutral" (TDN) ist inzwischen von der Bundeswahlleiterin gelistet, es hat eine Satzung, ein Grundsatzprogramm und auch ein Parteikonto. "Ich warte seit sechs Monaten auf eine Steuernummer", sagt der 17-Jährige und benennt - Stichwort Bürokratie - einen ersten Missstand, gegen den sich das TDN wendet.
"Vielen Politikern ist anscheinend nicht bewusst, was Krieg bedeutet." TDN bekennt sich klar zur vorhandenen Bündnisstruktur, sieht jedoch das allgemeine Wettrüsten und das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz kritisch.
"Wir wollen uns nicht in das klassische Rechts-Links-Schema einordnen", sagt Brönhorst zur Ausrichtung des TDN. Seine Partei stehe für eine Politik, die Lösungen bietet und auf Pragmatismus, nicht auf Polarisierung setze. Auf kommunaler Eben soll Team Demokratisch Neutral nicht antreten. Brönhorst: "Ich sehe TDN eher auch Landes- oder Bundesebene." Überregional bekannt machen will er die Partei über Social Media, aber auch über Veröffentlichungen in Printpublikationen.
"Steuergeld muss für sinnvolle Sachen ausgegeben werden, nicht für eine Brücke im Nirgendwo." Renten müssten auskömmlich sein, betont der Cuxhavener. "Es ist traurig, dass Rentner nach Pfandflaschen im Müll suchen müssen." Probleme im Bereich der Inneren Sicherheit möchte er nicht allein durch mehr Kontrollen, sondern über mehr wirtschaftliche Stabilität lösen.
"Meine Stärken liegen in der Entscheidungsfindung": In Sachfragen möchte Brönhorst unterschiedliche Expertenmeinungen gegenüberstellen und gegeneinander abwägen. Warum engagiert er sich nicht in einer der bestehenden Parteien? "Ich habe mir viele Parteiprogramme angesehen und überall Punkte gefunden, die ich als nicht zufriedenstellend empfand." Irgendwann fasste er den Mut sein eigenes Konzept in einer E-Mail an die Bundeswahlleiterin zu schicken. Die größte Hürde die man nehmen muss, damit die eigene Partei anerkannt wird: "Dass man darlegt, dass man langfristig auf politischer Ebene wirken möchte." Und: "Man muss eine Buchführung machen und Finanzen offenlegen."
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