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Eine neue Partei aus Cuxhaven will künftig auch auf Landes- und Bundesebene politisch mitmischen. Foto: Matthias Bein/dpa
Eine neue Partei aus Cuxhaven will künftig auch auf Landes- und Bundesebene politisch mitmischen. Foto: Matthias Bein/dpa
Neue Partei

"Früher haben Politiker mehr Klartext geredet": 17-jähriger Cuxhavener gründet Partei

von Kai Koppe | 21.08.2026 Zuletzt aktualisiert: 24.08.2026 18:08 Uhr

"Team Demokratisch Neutral" (kurz: TDN) heißt eine neue politische Gruppierung "made in Cuxhaven". Gründer der inzwischen auf der Webseite der Bundeswahlleiterin gelisteten Partei ist der Cuxhavener Tristan Angel Brönhorst. 

Politische Gründungen hat es vor Ort schon gegeben. Im Unterschied zur lokalen Wählergemeinschaft oder den 2020 ins Leben gerufenen "Demokraten" wird das "Team Demokratisch Neutral" als Partei bei der Bundeswahlleiterin geführt. Gründer und Spitzenkandidat: ein 17-jähriger Cuxhavener.

Tristan Angel Brönhorst hat sich durch zahlreiche Parteiprogramme gekämpft. Gefunden habe er - so erzählt er im Pressegespräch - nicht das, was er suchte. Er habe manches Gute, aber eben auch überall Punkte entdeckt, die er als nicht zufriedenstellend empfand. In "vielen Gesprächen", die er mit Ähnlichdenkenden führte, sei schließlich die Idee gereift, TDN (Kurzform von Team Demokratisch Neutral) zu gründen.

In Abkehr zu althergebrachten Kategorien

"Neutral" heißt nach Brönhorsts Worten nicht, dass die Partei keine Meinung verträte. "Wir wollen uns aber nicht in das klassische Rechts-Links-Schema einordnen", sagt Brönhorst über althergebrachte Kategorien, die aus seiner Sicht zu häufig durch vorgefasste Ansichten dominiert werden. "Menschen mit unterschiedlichen Meinungen ernst nehmen, ohne Feindbilder aufzubauen" - das hat sich TDN vorgenommen. Sein Gründer ("Mein politisches Vorbild ist Helmut Schmidt") setzt auf Pragmatismus und eine versachlichte Gesprächskultur statt auf Polarisierung. Andererseits dürfe man dem Wähler nichts vormachen: "Früher haben Politiker mehr Klartext geredet", fügt Tristan Angel Brönhorst hinzu. In diesem Sinne soll seine Partei Lösungen anbieten, anstatt sich in politischen Dauerdebatten zu verstricken.

Bundes- und landespolitisches Engagement angestrebt

Was das politische Wirkungsfeld angeht, hegt der 17-Jährige, der (obschon noch minderjährig) bereits ein eigenes Geschäft führen darf, ambitionierte Ziele: "Ich sehe TDN eher auf Landes- oder auf Bundesebene", sagt er in Abgrenzung zur kommunalpolitischen Ebene. Überregional bekannt machen will er die Partei über Social Media, aber auch über Veröffentlichungen in Printmedien.

Positionen, die bereits bestehende politische Gruppierungen vertreten, vermochten ihn in Gänze nicht zu überzeugen. Der Cuxhavener Tristan Angel Brönhosrt hat daraufhin selbst eine Partei gegründet. Foto: Koppe

Sympathisanten finden könnte das Team Demokratisch Neutral unter den Anhängern einer Angebotsökonomik: Weniger Belastungen für Betriebe - so ein plakativer Kernsatz von TDN - werde für mehr Wachstum sorgen und auf diesem Weg auch die staatlichen Einnahmen mehren. Auch der Bürger soll profitieren: Durch mehr verfügbares Einkommen und einen sich dadurch ergebenden höheren Lebensstandard. Mindestlöhne, glaubt Brönhorst, sind der falsche Weg, um in dieser Hinsicht Fortschritte zu erreichen.

Keine Steuern für die "Brücke im Nirgendwo"

"Wer nach Deutschland kommt, arbeitet, sich integriert und die Regeln respektiert, soll eine echte Perspektive bekommen", heißt es im Grundsatzprogramm des TDN, das sich zur vorhandenen Bündnisstruktur bekennt, das allgemeine Wettrüsten sowie das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz jedoch kritisch bewertet. Auch hier müsse der Grundsatz von Qualität und Effektivität gelten. Trotzdem: "Vielen Politikern ist anscheinend gar nicht bewusst, was Krieg bedeutet", sagt Tristan Angel Brönhorst, der dafür plädiert, Steuergelder "für sinnvolle Sachen, nicht für die Brücke im Nirgendwo" auszugeben. Renten müssten auskömmlich sein, betont der Cuxhavener. "Es ist traurig, dass Rentner nach Pfandflaschen im Müll suchen müssen." Probleme im Bereich der Inneren Sicherheit möchte er nicht allein durch mehr Kontrollen, sondern über mehr wirtschaftliche Stabilität lösen.

TDN soll keine Eintagsfliege sein

Seine persönlichen Stärken sieht Brönhorst in der Entscheidungsfindung. Demnach wolle das Team Demokratisch Neutral auf der von ihm proklamierten Suche nach Lösungen unterschiedliche Expertenmeinungen gegenüberstellen - und gegeneinander abwägen. Dass es ihm ernst ist mit den politischen Ambitionen, hat der 17-Jährige, Inhaber des erweiterten Realschulabschlusses, nach eigenen Worten bereits bei der Parteianmeldung unter Beweis stellen müssen. Eine entscheidende Hürde sei dabei nämlich, darzulegen, dass man langfristig auf politischer Ebene wirken möchte.

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