"Cuxhavener Hafentage": Veranstalter zieht Bilanz - Luft nach oben bei Besucherzahlen
Geboten wurden Shantys, Fischbrötchen und zwei Attraktionen für Schiffsenthusiasten. Abends hätten sich die Organisatoren ein wenig mehr Publikumsresonanz gewünscht. Trotzdem sei er zufrieden, so Schausteller David Bode unserer Redaktion zog.



Nicht meckern konnte man auch auf der anlässlich der Hafentage angereisten MS Bleichen. "Wir hatten mit weniger Gästen gerechnet," räumte Michael Beu ein: Auf der Back stehend sah der Bord-Elektriker exakt so aus, wie sich der Laie einen gestandenen Seebären vorstellt. Beus Dienst an Deck war allerdings nicht Broterwerb, sondern Hobby: Auf rein ehrenamtlicher Basis wird der im Jahr 1958 vom Stapel gelaufene Stückgutfrachter gepflegt und bewegt. Letzteres passiert im Regelfall auf der Elbe um Hamburg, wo das schwimmende Denkmal einen Liegeplatz hat. Trotzdem könnte man jederzeit Richtung Skandinavien aufbrechen, wo die Bleichen früher das Papier für den Springer-Verlag holte. "Sie hat die höchste Eisklasse, und selbst die Ladebäume sind noch immer funktionsfähig."
Breites Angebot an den Ständen
Überflüssig zu erwähnen, dass auch die Kolben des Vier-Takt-Dieselmotors wie geschmiert laufen. Zur Maschinenraum-Führung hatte sogar eine Familie aus Holland den Weg an die Seebäderbrücke gefunden: Die MS Bleichen und die größere Cap San Diego befanden sich von der Festmeile an der Zollkaje aus betrachtet ein Stück weit ab vom Schuss - zum Leidwesen einzelner Crew-Mitglieder und zur Überraschung mancher Hafentage-Besucher: "Welche Schiffe?", antworteten zwei Einheimische auf die Frage, ob sie die Gastlieger gesehen haben. Allerhand zu gucken gab es allerdings auch an den Ständen auf Zollkaje und an der benachbarten Glüsing-Pier: Dort gibt es Kunsthandwerk, Korbstühle, Hüte, Keramik aus Portugal sowie (passend zum Hafen) Gewürze aus Übersee. Davon abgesehen waren auch Fahnen oder die unvermeidlichen, mit Band-Logos bedruckten Shirts auf der Markt-Meile zu haben.
Veranstalter: "Deichbrand keine Konkurrenz"
Der musikalische Fokus der Veranstaltung lag allerdings eher auf maritimen Klängen. Nachdem die "Klammrebellen" aus Düdenbüttel die vor dem Lokal "Die Kiste" platzierte Bühne geräumt hatten und (Singen macht durstig) Richtung Bierpilz strebten, hoben in entgegengesetzter Richtung die Mitglieder des Shanty-Chors Wremen zu ihrem Platzkonzert an. Und fanden schnell einen Draht zum Publikum vor der Bühne.
Später hätte es dort ruhig etwas voller werden können: "Was die Besucherzahlen in den Abendstunden angeht, gab es noch Luft nach oben", räumte David Bode auf Nachfrage ein. Dass das "Deichbrand"-Festival in Wanhöden den "Hafentagen" Konkurrenz gemacht haben könnte, glaubt der Schausteller indes nicht. Seine Veranstaltung spreche eine ganz andere Zielgruppe an. Bode: "Die Hafentage richten sich eher an Familien und an Menschen jenseits der 40."