Cuxhavens Wirtschaft wächst: Was macht Elanco zum globalen Marktführer?
Elanco ist eines der im Bereich Tiergesundheit führenden Pharmaunternehmen. Das Unternehmen bedient von Cuxhaven aus einen globalen Markt - und schreibt somit ein gewichtiges Stück lokaler Wirtschaftsgeschichte. Wie gelingt das?
Sich ein Bild zu machen von den starken Seiten des Standorts, zuzuhören und über Chancen oder Herausforderungen zu reden: In dieser Absicht besucht Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer in diesen Tagen eine Reihe heimischer Unternehmen.
Der Startschuss zu Santjers diesjähriger "Sommertour" fiel am Montag auf dem örtlichen Biotechnologie-Campus: Gemeinsam mit Wirtschaftsförderer Jürgen von Ahnen war Santjer zu Gast bei der Lohmann Animal Health GmbH, seit 2014 Teil von Elanco, eines der im Bereich Tiergesundheit führenden Pharmaunternehmen. Ganz bewusst hatte der Oberbürgermeister diese Auftakt-Station ausgesucht: "Ich glaube, dass der gesamte Campus hier ein Stück weit unter dem allgemeinen Radar fliegt", sagte er einleitend.
Santjer: "Ein Teil der Cuxhavener Erfolgsgeschichte"
Santjers Einschätzung nach wird es öffentlich nur bedingt wahrgenommen, dass Unternehmen wie Elanco "aus dem Dorf (Cuxhaven) heraus" einen globalen Markt bedienen und somit ein gewichtiges Stück lokaler Wirtschaftsgeschichte schreiben. Ohne Zweifel trage Elanco maßgeblich zur Erfolgsstory Cuxhavens bei - und zwar nicht nur, weil der Name des Unternehmens für hohe Mitarbeiterzufriedenheit unter rund 160 vor Ort Beschäftigten stehe. Sondern auch wegen der hohen Qualität und der Beständigkeit am Standort seit dem Jahr 1968
Welche Rolle Elanco in Cuxhaven spielt, lässt sich nach Santjers Auffassung unter anderem an der Summe der von Konzernseite getätigten Investitionen ermessen. Rund 50 Millionen Euro sind nach den Worten von Standortleiterin Luise Gryschok in den vergangenen drei Jahren in das Cuxhavener Werk geflossen: Eine neue Abfülllinie und ein binnen eines Jahres errichtetes Laborgebäude tragen dazu bei, die im Segment der Geflügel-Impfstoffe geforderten Qualitäts- und Hygienestandards zu erfüllen: Die Vakzine würden bis zu zwölf Freigabe-Tests pro Charge durchlaufen, erläuterte Stefan Gehlhaar, Director Production und Prokurist am Elanco-Standort Cuxhaven.
8,3 Milliarden Impfdosen im Jahr
Den Oberbürgermeister verblüffte Gehlhaar am Montag aber vor allem mit einer weiteren Zahl: 8,3 Milliarden Impfdosen verlassen aufs Jahr gerechnet den Cuxhavener Produktionsstandort - eine kaum fassbare Menge, die in circa 70 Abnehmerländern (darunter EU-Staaten, Thailand, die Türkei oder Irak) nicht nur für Tiergesundheit, sondern auch für Verbrauchersicherheit sorgt. "Als Stadt haben wir großes Interesse daran, dass Sie hierbleiben und sich vor Ort auch entwickeln können", bekannte Santjer, für den die an der Heinz-Lohmann-Straße vorgehaltenen qualifizierten Arbeitsplätze ein Pfund sind, mit welchem Cuxhaven in der Gruppe der gut ausgebildeten Fachkräfte punktet. Anders als noch vor wenigen Jahren sei es inzwischen so, dass ehemalige Cuxhavenerinnen und Cuxhavener (einst zu Studien- und Ausbildungszwecken verzogen) an die Elbmündung zurückkehrten, weil sie vor Ort den idealen Mix aus beruflichen Entfaltungsmöglichkeiten und einem attraktiven Lebensumfeld vorfinden.
Santjer plant weitere Sommertour-Besuche
"Für uns als Stadt ist so etwas natürlich grandios", betonte der OB, der diese Entwicklung durch Ansiedlungsförderung und durch ein Augenmerk auf die weichen Standortfaktoren weiter forcieren möchte. Auf seiner mehrwöchigen Sommertour wird Santjer im weiteren Verlauf unter anderem die Firmen Haux, Busse, VOCO und Appel besuchen.